Bündnis 90 und Bürgerliste Reichenhall

Grüne und Bürgerliste besuchen Stadtmuseum

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von links: Michael Nürbauer, Norbert Scheuerer, Monika Tauber-Spring, Dr. Johannes Lang vor dem zerlegten Almkaser, der kurz zuvor einer konservierenden Behandlung unterzogen worden war.

Bad Reichenhall - Nach der Sanierung soll dem Stadtmuseum wieder neues Leben eingehaucht werden. Grüne und Bürgerliste informierten sich jetzt über den Stand der Dinge.

Stadtrat Michael Nürbauer, Monika Tauber-Spring, Norbert Scheuerer und einige interessierte Bürger trafen Stadtarchivar und Heimatpfleger Dr. Johannes Lang zu einem Informationsgespräch über das im Aufbau befindliche Stadtmuseum.

Nach der Ende 2011 abgeschlossenen Sanierung des historischen Getreidekastens sind Fragen der Bürger nach dem Sachstand zum Stadtmuseum verständlich und berechtigt, führte Norbert Scheuerer zu Beginn des Gesprächs aus. Hier seien öffentliche Finanzmittel in beträchtlicher Höhe eingesetzt worden und die Bürgerinnen und Bürger hätten verständlicherweise großes Interesse am gegenwärtigen Stand und den Planungen für die Zukunft des Museums.

Nach einer kurzen Einführung zur Entwicklungsgeschichte des Reichenhaller Museums und einigen Worten zur Entstehung der Sammlung ging Dr. Lang insbesondere auf das Museumskonzept ein.

Bei einem Rundgang durch die renovierten Räume wurden die Schwerpunkte der zukünftigen Darstellung einschließlich der dahinter stehenden Didaktik und Methodik erläutert. Ziel sei die Darstellung der Reichenhaller Stadtgeschichte und damit die Schaffung eines Identifikations-, Lern- und Begegnungsortes, wo das vergangene und gegenwärtige Wesen der Stadt visualisiert werde.

Das neue Stadtmuseum könne nicht mit einem Heimatmuseum der Sechzigerjahre verglichen werden. Nur eine professionelle Museumsgestaltung, bei der unterschiedliche Vermittlungsebenen, visuelle Effekte und interaktive Hilfsmittel eingebaut würden, könne die Erwartungshaltung der Besucher erfüllen.

Die Argumentation von Dr. Lang, dass es eine hochkomplexe Angelegenheit sei, ein kommunales Museum in eine professionelle Betriebsform zu bringen, es neu zu konzipieren und zu gestalten, stieß auf einhellige Zustimmung bei den Vertretern von Grünen und Bürgerliste.

Kritischen Nachfragen, wie eine hohe Besucherfrequenz erreicht werden könne, konnte Dr. Lang mit einem schlüssigen Konzept entgegnen. Neben thematisch ansprechenden regelmäßigen Sonderausstellungen, die auf den wiederholten Besuch der einheimischen Bevölkerung abzielten, werde eine breite kulturelle und bildungsbezogene Nutzung angestrebt. Ein modernes Museumsmanagement könne zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, mit den Stadtführern oder der Reichenhaller Akademie neue Impulse setzen.

Das neue Stadtmuseum werde ein großes Spektrum von Vorträgen, Autorenlesungen über Buchvorstellungen bis hin zu Diskussionsforen abdecken.

Monika Tauber-Spring zollte dem bisher Erreichten großen Respekt, sprach aber auch die personellen Ressourcen an, die von der Stadt nunmehr dringend bereitgestellt werden müssten, um den bisherigen erfolgreichen Weg konsequent weiter zu gehen.

Michael Nürbauer kritisierte die lahmende Projektplanung der Stadt bei der Beauftragung eines Innenarchitekten und die nicht erfolgte Umsetzung von Stadtratsbeschlüssen. Er führte als Beispiel an, dass die bereits im August 2013 beschlossene personelle Unterstützung in Person eines Kurators für die Museumsammlung und den Aufbau des neuen Museums immer noch nicht umgesetzt sei. Dieses Thema werde er mit Sicherheit erneut aufgreifen.

Norbert Scheuerer bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Dr. Lang für die ausgesprochen informative Führung. Nur durch eine intensive Diskussion in der Öffentlichkeit könne langfristig eine breite und nachhaltige Nutzung für diesen kulturellen Mittelpunkt der Stadt erreicht werden.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen und Bürgerliste Reichenhall

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