Gedenkstätte: “Tankstelle für Angehörige“

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Bad Reichenhall - Kurz vor dem vierten Jahrestag des tragischen Eishallenunglücks von Bad Reichenhall nimmt die Gedenkstätte am Unglücksort Gestalt an.

Am 2. Januar 2006 stürzte die Eishalle in Bad Reichenhall unter einer zu starken Schneelast ein. 15 Menschen verloren ihr Leben. Die Diskussion um ein Gedenken an die Opfer schlug hohe Wellen. Bis vor kurzem erinnerte nur ein Provisorium an der Münchner Allee an das tragische Unglück.

Jetzt stehen sie aber, die 15 Glas-Stelen, die an jedes einzelne Opfer erinnern sollen. Künstler Karl-Martin Hartmann wollte eine “Tankstelle“ für die Angehörigen schaffen. „Sie sollen sich dort an die schönen Zeiten mit ihren Kindern erinnern“, sagte er im Bgland24-Interview. Er wolle einen Ort schaffen, an dem Trauer und Heiterkeit Platz finden. An der Gedenkstätte soll die Tragik des Unglücks zu spüren sein, sie soll den Angehörigen aber auch Kraft geben.

Gedenkstätte nimmt Gestalt an

Deshalb hat der Künstler auch die Stelenform und das Glas gewählt. „Glas ist lebendiges Material. Durch die Sonne und ihr Farbenspiel kann die Lebendigkeit der Kinder gezeigt werden.“ Er habe keine graue, triste Gedenkstätte bauen wollen, da die Kinder farbig und lebendig waren, so Hartmann. Nur so könnte das Gedenken in die Seele hineinragen.

Bis zum 2. Januar soll die Gedenkstätte gebrauchsfertig sein. Das Becken kann zwar erst im Frühjahr mit Wasser gefüllt werden, aber der Grundgedanke und der Charakter wird noch in diesem Jahr erlebbar sein. Leben soll dann auch der Bau der Fachhochschule um die Gedenkstätte bringen. Das wünscht sich zumindest der Künstler. „Die Gedenkstätte soll in das normale, lebendige Leben integriert werden.“

red-bgl24/cz

Mehr zur Gedenkstätte:

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Rubriklistenbild: © cz

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