Kein Urlaubsziel für die Bundeswehr

Gebirgsjäger waren auf Hawaii im Einsatz

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Soldat schießt über eine Hauswand (Gebirgsjägerbataillon 231)

Bad Reichenhall - Weiße Strände, Sonnenschein und kristallklares Wasser: Daran denkt man bei Hawaii. Doch eine Gruppe der Gebirgsjäger hatte dort keinen Urlaub, sondern einen Auftrag:

Eine Abordnung von Soldaten aus dem Gebirgsjägerbataillon 231 bekam für einen Monat einen außergewöhnlichen Marschbefehl, Zielort: Hawaii. Im August waren sie Teil einer Gruppe von Freiwilligen, die auf Oʻahu eine neue Handfeuerwaffe auf Herz und Nieren testen durften.

Zwischen den mannhohen Gräsern einer verschlungenen Landschaft pirschen sich schwitzend zwei kleine Trupps von Gebirgsjägern durch das Unterholz. Sie hören sich zwar, aber die beiden Führer haben keine Möglichkeit sich bei dem dichten Bewuchs durch Sichtzeichen zu verständigen. Über Funk sprechen sich die beiden Oberfeldwebel ab. Sie können sich nur langsam zu ihrem Angriffsziel vorbewegen. Der Bewuchs, die schwere Ausrüstung und nicht zuletzt die heiße, feuchte Umgebung fordern sie.

Test des Maschinengewehrs MG5

Soldaten im hohen Gras (Gebirgsjägerbataillon 231)

Mit im Gepäck haben sie das neue Maschinengewehr MG5. Hier in dieser Umgebung soll es seine Feuerkraft unter Beweis stellen. „Die Übungen haben mich als militärischen Führer gefordert und auch geprägt.“, resümiert Oberfeldwebel Christian Hartel. „ Und ich habe hier auf Hawaii einzigartige Erfahrungen sammeln können.“ Er spornt mit seinem Kameraden die vier weiteren Soldaten aus Bad Reichenhall fast jeden Tag zu Höchstleistungen an.

Traumhafte Kulisse

 Zu den gesammelten Erfahrungen gehören auch die schönen Strände und die atemberaubende Landschaft. Wenn man zum Dienst auf diesen schönen Flecken Erde befohlen wird, lässt das die Herzen höher schlagen. „Was auf den ersten Blick wie Urlaub klingen mag, beinhaltete für uns schweißtreibende harte Arbeit.“, meint Oberfeldwebel Florian Huber. „Ausrüstung, Tempo und nicht zuletzt das heiß-feuchte Klima haben uns alle an die Grenzen gebracht.“ Zum Ausgleich waren die sechs Soldaten in direkter Strandnähe untergebracht, sodass der traumhafte Sonnenaufgang sie jeden Morgen aufs Neue motivieren konnte, denn Pausen und Ruhezeiten waren dringend nötig. „Wir sind große Belastungen gewöhnt und konnten die an uns gestellten Erwartungen voll erfüllen.“, fasst Oberfeldwebel Hartel zusammen.

Die durchschnittlich neun getrunkenen Litern Wasser pro Übungstag lassen jedoch erahnen, wie froh die Soldaten über einen freien Tag waren. Diese nutzten die sechs Gebirgsjäger auch, um mehr von der Insel zu sehen. Unter anderem standen der Besuch der Surfregion North Shore sowie der Marinebasis Pearl Harbour und hier der Besuch der USS Arizona auf dem Programm. Der Aufenthalt der Reichenhaller Jager auf Oʻahu stand im Zeichen einer Erprobungsreihe, die durch das Amt für Heeresentwicklung durchgeführt wurde. Hierbei ging es darum das neue Maschinengewehr der 5. Generation im heiß-feuchten Klima zu testen. Die einsatzerfahrenen Gebirgsjäger waren gefragt, mit zu beurteilen, ob die Waffe den infanteristischen Anforderungen gerecht wird.

Pressemitteilung des Gebirgsjägerbataillons 231

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