Mörser- und Granatenschüsse im Gebirge

+
Zwei deutsche Mörsertrupps im scharfen Schuss (Gebirgsjägerbataillon 231/ v. Rennenkampff)

Bad Reichenhall - Die 5. Kompanie des Reichenhaller Gebirgsjägerbataillons 231 übt sich mit den Mörsern im Hochgebirge im scharfen Schuss und bindet die österreichischen Partner mit ein.

Österreichischer Granatwerfertrupp im scharfen Schuss (Gebirgsjägerbataillon 231/ Schelbert)

„Ansetzten - Feuer!“, befiehlt Mörsertruppführer Oberfeldwebel R. seinem Mörsertrupp zum wiederholten Mal an diesem Tag, als kurz darauf die Mörserpatrone vom Kaliber 120 mm das Rohr mit ohrenbetäubender Explosion verlässt. Das Geschoss rast in den wolkenfreien Himmel und schlägt ca. 30 Sekunden später im Zielgelände ein. Ein deutlich hörbarer, dumpfer Aufschlag hallt über den Bergkamm zurück.

Sehen kann man das Zielgelände aus der Feuerstellung auf 1760 Metern Höhe allerdings nicht. Parallel beobachtet aber Hauptfeldwebel F. aus seiner Beobachtungsstelle auf der „Hohen Ranach“ auf 1910 Metern den Aufschlag. Er rechnet kurz. „50 zulegen, Feuern, kommen!“, funkt er schließlich an seine Gegenstelle in der Feuerstellung, den Feuerleitfeldwebel. Eine knappe Minute vergeht, bis das Wirkungsfeuer des Mörserzugs, aus allen drei Rohren feuernd, krachend im Zielgebiet auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in der Steiermark, Österreich einschlägt.

Eine nicht alltägliche Zusammenarbeit

Die Besonderheit dabei ist dieses Mal, dass neben den drei Trupps des Mörserzugs der 5./Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall auch ein österreichischer Mörsertrupp, in landestypischer Bezeichnung Granatwerfertrupps genannt, mitschießt. Das ist nicht selbstverständlich und auch nicht einfach, da nicht nur die Sicherheitsauflagen, sondern auch die Schießverfahren in einigen Teilen anders sind.

Seit den Morgenstunden üben die beiden Teileinheiten nun den multinationalen, gemeinsamen Einsatz und können dabei viel voneinander lernen. Die Reichenhaller Gebirgsjäger von den österreichischen Kameraden mit fast 30-jähriger Erfahrung im „Mörsergeschäft“, genauso anders herum die Österreicher von den Erfahrungen als Mörserzug im Einsatz in Afghanistan, den der Großteil des Mörserzugs der Gebirgsjäger 2010 bestritt. „Zum Glück ist die Sprache gleich, also zumindest annähernd“, meint Hauptfeldwebel K. in reinstem Oberbayerisch. „Andernfalls wäre das schon eine heikle Sache hier im Hochgebirge.“Aber es geht alles gut und vor allem das Wetter hält dank Föneinfluss.

Nach drei Schießtagen und zwei Nachtschießen auf dem Hochgebirgsübungsplatz Seetaler Alpe zeigen sich ein deutlicher Erfahrungsgewinn für beide Seiten und ein großer Ausbildungserfolg für die 5./Gebirgsjägerbataillon 231. Der Grundstein für eine intensivere Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesheer und seinen Granatwerfer-Zügen ist gelegt. „Feuerkommando-Ende!“

Pressemeldung Gebirgsjägerbataillon 231

Zurück zur Übersicht: Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser