Ausbildung der Gebirgsjäger Bad Reichenhall

Gebirgsjäger üben den Ernstfall

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Sitzblockade von Demonstranten (Gebirgsjägerbataillon 231)

Bad Reichenhall - Auf Auslandseinsätzen können die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons immer wieder mit Demonstrationen und Krawallen konfrontiert werden. Wie verhält man sich dann richtig?

Die 3. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 übte in der Hochstaufen-Kaserne das Verhalten bei gewalttätigen Demonstrationen und Krawallen, um sich auf den kommenden KFOR-Einsatz in 2015 vorzubereiten.

Entschlossen steht Oberleutnant Mader inmitten seiner Männer. Heiß ist es in seiner 15 Kilogramm schweren Schutzausrüstung. Die Sonne brennt bis zum späten Nachmittag auf ihn und seinen Zug herab. Unter dem Helm mit dem großen Visier läuft ihm der Schweiß durchs Gesicht und schränkt seine Sicht ein.

Dumpf hört er die Rufe der Demonstranten die auf der anderen Seite der Brücke stehen. Mit seinen Männern soll er die Brücke bewachen und sicherstellen, dass kein Demonstrantdiese passiert oder den Weg blockiert. Die Menge setzt sich in Bewegung. Alle rücken noch ein bisschen enger zusammen und geben sich gegenseitig Halt.

Der Offizier befiehlt (Gebirgsjägerbataillon 231)

Oberleutnant Mader packt mit der Hand seinen Schild noch fester - da schießen die Gedanken durch seinen Kopf: Was mache ich, wenn die Menge noch näher kommt? Wenn sie Steine werfen? Wenn sich einer meiner Soldaten verletzt?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden und das richtige Verhalten zu trainieren, übten die Reichenhaller Jager in Zusammenarbeit mit den Feldjägern. Im Rahmen dieser Ausbildung wurden die Soldaten mit Helm, Stock und Schild komplett ausgestattet. Aber auch die Sicherheit wurde groß geschrieben, weshalb sowohl die übende Truppe, als auch die Soldaten in darstellender Funktion, mit Protektoren, Schutzwesten und gepolsterten Overalls eingekleidet wurden.

Sitzblockade von Demonstranten (Gebirgsjägerbataillon 231)

Oberleutnant Mader ist Offizier und der Zugführer von einem der drei Züge in der 3. Kompanie - Einer, der vor Ort in die Situation kommen kann, die richtigen Entscheidungen treffen zu müssen.„Meine Bedenken sind verschwunden.“, meint er am Ende des letzten Übungstages erschöpft. „Die vielen Situationen, die wir meistern mussten, haben uns Vertrauen und Handlungssicherheit gegeben.“

Wie alle anderen ist auch er froh, die schweren Sachen ausziehen zu können. Im einem der absolvierten Handlungstrainings versperrten Demonstranten mit einer Sitzblockade den Weg. Als Verantwortlicher gab Oberleutnant Mader den Befehl die Personen wegzutragen und koordinierte diese Maßnahme.

Wegtragen eines Demonstranten (Gebirgsjägerbataillon 231)

Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, war dieses Handeln die mildeste Maßnahme, um sein Ziel zu erreichen - der Erfolg gab ihm Recht. „Die Straße war wieder frei und keine Person wurde verletzt.“, resümiert der Ausbilder von den Feldjägern.

Die Abkürzung CRC steht für den englischen Ausdruck: CrowdandRiot Control. Damit ist die Überwachung von unfriedlichen Menschenansammlungen und Eindämmung von Krawallen gemeint. Die CRC-Ausbildung besteht aus mehreren Modulen, wobei die ersten drei Module nun am Standort abgeschlossen werden konnte. Im letzten Modul werden die Reichenhaller Jäger im September an der Feldjägerschule in Hannover ihre Ausbildung abschließen und in diesem Bereich für den Einsatz zertifiziert sein.

Diese Fähigkeit braucht die Bundeswehr, weil sie in den Einsätzen auch Polizeiaufgaben wahrnimmt und die lokalen Sicherheitskräfte bei Gefahren unterstützen soll. Die 3. Kompanie der Reichenhaller Jager wird für diese Aufgabe gewappnet sein.

Pressemitteilung des Gebirgsjägerbataillons 231 Bad Reichenhall

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