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Soldaten helfen im Testzentrum Ebersberg

Röhrchen bekleben statt Rucksack heben – Amtshilfe der Reichenhaller Jager

Soldaten und zivile Angestellte des Landratsamtes arbeiten im Testzentrum zusammen.
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Gebirgsjäger im Ebersberger Testzentrum.jpg

Während ein Teil der Reichenhaller Jager ihre schweren Rucksäcke auf die Reiteralpe wuchten, leistet der andere Teil Amtshilfe in den umliegenden Landkreisen. Auch der Alltag für die Soldaten im Testzentrum Ebersberg fordert alles von den Soldaten ab.

Die Pressemeldung der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ im Wortlaut:

Ebersberg/Bad Reichenhall - Telefone klingeln, Drucker summen und Barcode Scanner piepsen. Was wie der Alltag eines Großraumbüros wirkt, ist die Operationszentrale der Reichenhaller Jager im Testzentrum Ebersberg. Die Wände sind voll mit Ablaufplänen und Schichteinteilungen, auf den Tischen in der Mitte des Raumes liegen sortierte Päckchen voll mit Teströhrchen und dahinter sitzen die Soldaten an ihren Arbeitsplätzen abgeschirmt voneinander in Plexiglas Boxen.  Zehn Gebirgsjäger aus der 3. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 leisten hier Amtshilfe.

Amtshilfe geht vor

Hauptgefreiter Markus Rehm* sollte jetzt eigentlich auf 1500 Höhenmeter Schnee sein Iglu bauen und Schnee zu Trinkwasser schmelzen. Seine Kameraden befinden sich gerade im Winterbiwak auf der Reiteralpe und werden im winterlichen Gebirgskampf ausgebildet. Doch Amtshilfe geht vor. Da klingelt auch schon das Telefon und der Gebirgssoldat hebt ab: „Testzentrum Ebersberg, Sie sprechen mit Markus Rehm“, es folgt eine längere Pause und ein etwas irritierter Blick, da wechselt der Soldat zur polnischen Sprache, stellt kurze Gegenfragen und tippt einige Daten in seinen Computer.

„Es kommt gar nicht selten vor, da rufen hier Bürger an, die kaum Deutsch sprechen. Da ist es hilfreich, dass ich noch weitere Sprachen kenne. Ich nehme dann deren Daten hier auf, gebe ihnen einen Testtermin und halte das in unserem System fest.“ Neben Markus sitzen noch zwei weitere Kameraden am Telefonposten. „Jeden von uns erreichen so um die 40 Anrufe am Tag. Mal mehr, mal weniger.“, erklärt sein Tischnachbar Obergefreiter Tim Geister* „Anstrengender sind die E-Mails, die wir bearbeiten müssen: Da bittet dann beispielsweise ein Pflegeheim um ein Testtermin für die komplette Belegschaft. Die müssen dann alle einzeln im System eingepflegt werden. Am Tag bekommen wir so an die 15 Mails“.

Soldat scannt Barcode.jpg

Kleben statt heben

Diese Daten landen im Büro nebenan bei Fahnenjunker Patrick Roth und zwei weiteren Kameraden: „Wir erfassen hier die eingepflegten Daten, weisen jedem Datensatz einen Barcode zu und bekleben ein Teströhrchen damit“, erklärt er und nimmt dabei ein Röhrchen aus dem Ständer, klebt den Barcode mit geübter Präzision darauf und stellt es geschickt wieder zurück. „Dann können die Bürger morgen einfach kommen, lassen einen Abstrich machen und der geht direkt im vorbereitete Röhrchen ans Labor. Das machen wir von 8 bis 17 Uhr täglich und sonntags für ein paar Stunden, um alle Röhrchen vorzubereiten.“

Auch er sollte jetzt eigentlich mit seinem 30 Kilogramm Rucksack auf dem Hochplatteau der Reiteralpe den Winterkampf üben. „Ich wäre schon lieber bei der Ausbildung dabei aber diese Pandemie betrifft uns eben alle, da muss man auch mal zurückstecken.“ Seinen Dienst bei den Gebirgsjägern hat er sich trotzdem anders vorgestellt.

Soldat beklebt Teströhrchen.jpg

Regelmäßige Dienstaufsicht

Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillon 231, Oberstleutnant Dennis Jahn, erkundigt sich regelmäßig über das Wohlergehen seiner Soldaten und lässt sich in deren Alltag einweisen. „Die Soldaten und Soldatinnen leisten hier einen außerordentlichen Job. Seit vier Monaten unterstützen sie mit unermüdlicher Ausdauer. Darunter leidet die Ausbildung. Daher bin ich sehr froh, dass wir heute einen Zeitplan für die Beendigung der Amtshilfe in Ebersberg besprechen konnten.

Ab Mitte März wird das Testzentrum durch zivile Mitarbeiter verstärkt werden, weshalb wir nach einer kurzen Übergangsphase unsere Soldaten Ende März aus Ebersberg abziehen können. Anschließend gilt es zügig die verpasste Ausbildung nachzuholen, um unserem Kernauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung gerecht werden zu können. Denn auch für das Gebirgsjägerbataillon 231 ist der nächste Einsatz in Mali schon geplant.

Das Gebirgsjägerbataillon 231 unterstütz derzeit im Rahmen der Amtshilfe mit 70 Soldaten in drei verschiedenen Einrichtungen. Die Bundeswehr leistet in allen sechzehn Bundesländern Amtshilfe mit rund 17.600 Soldaten.

*Namen durch Redaktion verändert.

Pressemeldung der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“

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