"Soma" in Reichenhaller Bahnhofstraße

Kein Lieferwagen: Sozialmarkt vor dem Aus

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Bad Reichenhall - Aufgestellt wie ein Vollsortimenter, nur deutlich billiger - doch dem Sozialmarkt, für alle mit schmalem Geldbeutel, droht nun das Aus, weil ein Transporter fehlt: "Eine Katastrophe!"

Ende des Jahres soll es das gewesen sein - Michaela Stephan nennt es "eine Katastrophe". Nicht unbedingt für sie selbst, denn die Betreiberin des Sozialmarktes "Soma" hat noch ein anderes Standbein: "Aber für all die Bedürftigen und unsere freiwillige Mitarbeiterin." Seit 2008 richtet sich der Sozialmarkt an alle, deren Geld im Leben oft nicht reicht: Bedürftige erhalten im Laden Klamotten, Einrichtungsgegenstände, Lebensmittel, Hygieneartikel oder Elektrogeräte zu deutlich günstigeren Preisen, die aus Spenden von Firmen stammen - die Waren laufen bald ab, haben geringe Mängel oder stammen aus Überproduktion. 2008 gründete Stephan den Laden in Freilassing, später siedelte man in die Reichenhaller Bahnhofstraße. Nun droht das Aus, auch weil der Mietvertrag ausläuft.

Ohne ein günstiges Lieferauto ist Schluss

"Ohne einen Transporter sind wir aufgeschmissen", so Betreiberin Michaela Stephan im Gespräch mit BGLand24.de. Die Lebensmittel müssen bei den Firmen schließlich geholt werden und werden an die Bedürftigen teils auch ausgeliefert - aber weil der Sozialmarkt einen Ende vergangenen Jahres versprochenen Kleintransporter dann doch nicht bekam, muss nun ans Aufhören gedacht werden. Das Privatauto, mit dem Stephan die Sachen nun immer selbst holte, macht auch nicht mehr mit. Und: "Mit dem Kleintransporter hätte ich einen Bürgerarbeiter fahren lassen können" - eine Kooperation mit dem Landratsamt, das Langzeitarbeitslose an den Sozialmarkt vermittelt hat.

Schon seit einem dreiviertel Jahr schmeißt Michaela Stephan mit ihrem Mann den Laden ganz in eigenem Engagement, ist täglich für die Anliegen der Leute da - trotz einem weiteren Job. Spätestens Ende 2015 soll in dieser Form Schluss sein mit dem Sozialmarkt: "Ich weiß noch nicht, ob ich in kleinerer Art und Weise weitermache", überlegt Stephan. Ohne einen benötigten Kleintransporter bleiben die Umsätze aus, die die Kosten decken müssen. An einen günstigen Ford Transit hätte Michaela Stephan eigentlich gedacht - aber fest steht: In der Reichenhaller Bahnhofstraße wird es ab kommenden Jahr für die Bedürftigen keine Verpflegungsmöglichkeit mehr geben.

xe

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