"Fachhochschule braucht Zukunft"

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Bad Reichenhall - Mit großen Erwartungen und Versprechungen ist das Projekt Campus Bad Reichenhall gestartet worden, doch die Entwicklungen sind offensichtlich ins Stocken geraten.

Die Fachhochschule Bad Reichenhall ist von dem angekündigten Erfolgsmodell bislang meilenweit entfernt. Darauf hat der Oberbürgermeisterkandidat der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Martin Knabenreich, hingewiesen: „Die Prognosen und Hoffnungen sind leider nicht erfüllt worden. Jetzt gilt es, gemeinsam das Ruder herumzureißen.“

Hoch hinaus wollten Stadtführung und FH-Leitung zu Beginn. Ein Campus mit Platz für 750 Studenten sollte bis September 2009 entstehen. Die Salzburger Nachrichten schrieben 2008: „Im September 2009 soll dort Deutschlands größter Bildungscampus für Hotelfachschüler den Betrieb aufnehmen. Statt wie bisher mit 250 wird dann mit 1100 Auszubildenden kalkuliert.“ Beeindruckt von diesen Aussichten kam die Stadt dem Betreiber mit dem attraktiven 12.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Münchner Allee entgegen. Gleichzeitig dienten die FH-Pläne als Argument beim Bürgerentscheid, einen Schwimmbadneubau an der Münchner Allee abzulehnen.

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Es war u.a. dieses durchaus wünschenswerte Szenario eines florierenden FH-Campus, das damals die Ratsmehrheit überzeugte, gegen den Bürgerentscheid zu stimmen. Die Ankündigungen erwiesen sich jedoch offensichtlich als „heiße Luft“, von „gemeinsam viel erreicht“ kann leider auch in diesem Fall nicht die Rede sein! Allein beim Bad Reichenhaller Ableger der Hochschule Bad Honnef sind aktuell nach eigenen Angaben keine 10 Prozent der erwarteten Studierendenzahlen erreicht worden. Alle weiteren Planungen sind anscheinend in diversen Schubladen verschwunden.

Martin Knabenreich fordert ein rasches Umdenken: „Wir müssen gemeinsam mit der FH das Ruder herumreißen und attraktivere Studienangebote in Bad Reichenhall aufbauen.“ Gemeint sind beispielsweise Aus- und Fortbildungsangebote für Berufstätige und Weiterbildungsprogramm für Touristen. Hier liegt aufgrund der aktuellen Bildungstrends noch ein gewisses Entwicklungspotential. „Ein weiteres Aussitzen des Themas bringt das Projekt nicht weiter“, so Knabenreich, „die künftige Stadtführung muß aktiv das Gespräch suchen. Ein Glück daß die Mehrheit im Stadtrat den Vorschlägen der CSU, die Ortsschilder mit Fachhochschulstadt zu ergänzen und ein Städtisches Stipendium zu stiften nicht gefolgt ist. Das wäre blamabel gewesen.“

Pressemitteilung FWG Bad Reichenhall

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