"Durchbeißen, das haben sie mir beigebracht!"

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Ehrung zum Abschied: Brigadegeneral Johann Langenegger verleiht dem Militärpfarrer die Ehrennadel der Gebirgsjägerbrigade.

Bad Reichenhall - Nach zehnjähriger Dienstzeit verlässt Militärspfarrer Werner Buckel die Gebirgsjäger. Mit einem Gottesdienst wurde er verabschiedet.

Über zehn Jahre war Werner Buckel als evangelischer Militärpfarrer für die Gebirgsjägerbrigade 23 im Einsatz. Mit einem Verabschiedungsgottesdienst in Bad Reichenhall endete seine Dienstzeit. Der 55-Jährige übernimmt ab April die Pfarrstelle Ainring-Mitterfelden.

Letzter Gottesdienst als Militärpfarrer: Pfarrer Buckel beendet nach über zehn Jahren seine Amtszeit in der Gebirgsjägerbrigade 23.

Seit September 2001 hatte Pfarrer Buckel gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen die seelsorgerische Verantwortung für rund zweitausend Soldaten im Berchtesgadener Land und im Chiemgau. Zu seinen Aufgaben gehörte die Gestaltung des lebenskundlichen Unterrichts für die Soldatinnen und Soldaten, die Seelsorge, Gottesdienste in der Kirche und auch am Berg sowie die Begleitung der Truppe auf Übung und im Einsatz. Auch bei den jährlichen Skimeisterschaften ging der Pfarrer regelmäßig mit an den Start. Insgesamt zwölf Mal war der Geistliche im Auslandseinsatz auf dem Balkan gewesen, zuletzt stand er der bosnischen Regierung bei der gesetzlichen Einführung der Militärseelsorge in die Streitkräfte des Landes mit Rat und Tat zur Seite.

Der leitende Militärdekan Alfred Gronbach, der zum gut besuchten Verabschiedungsgottesdienst am vergangenen Mittwoch nach Bad Reichenhall gereist war, entpflichtete Pfarrer Buckel und stellt ihn somit für seine neue Aufgabe frei. Er freute sich, den Soldaten mitteilen zu können, dass es schon Bewerber auf die freiwerdende Stelle des evangelischen Militärpfarrers gäbe. Im Anschluss an den Gottesdienst bedankte sich der Brigadekommandeur bei Pfarrer Werner Buckel im Namen aller Soldaten für seinen Dienst und verlieh ihm die Ehrennadel der Brigade.

Auf die Frage, welche Ereignisse ihn in seiner Dienstzeit besonders geprägt hätten, nennt Pfarrer Werner Buckel, ohne überlegen zu müssen, das Überbringen von Todesnachrichten. So war er es, der im Jahr 2010 kurz vor Weihnachten mitten in der Nacht bei den Eltern eines in Afghanistan getöteten Soldaten klingelte, um die schreckliche Nachricht zu überbringen. Dramatische Stunden musste der Pfarrer auch im Zusammenhang mit dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall erleben, als er Angehörige der Opfer und die Rettungskräfte betreute, unter denen auch viele Soldaten gewesen waren.

Zu strahlen beginnt der gebürtige Bamberger, wenn er von positiven Erlebnissen berichtet. Er spricht von unvergesslichen Begegnungen und menschlicher Größe, die er erleben durfte und zwar quer durch alle Dienstgradgruppen.

Auch die Kameradschaft unter den Soldaten hat der Militärpfarrer kennen und schätzen gelernt, als er zum Beispiel auf einem Marsch völlig erschöpft war. „Durchbeißen, das haben sie mir beigebracht, die Gebirgsjäger“, berichtet er wohl nicht ohne Stolz auf die Soldaten, die „ihren“ Pfarrer Werner Buckel gewiss in positiver Erinnerung behalten werden.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade

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