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Brigadegeneral: „Hatte Putin eine Rest-Rationalität zugetraut“

Droht auch Deutschland und der NATO Krieg? So schätzen Reichenhalls Gebirgsjäger die Lage ein

Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall und Bischofswiesen, Brigadegeneral Maik Keller.
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Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall und Bischofswiesen, Brigadegeneral Maik Keller.

Greift Russland auch Polen oder das Baltikum an? Dann wäre auch Deutschland durch den NATO-Bündnisfall im Krieg. Brigadegeneral Maik Keller stand jetzt Rede und Antwort zur Kriegsgefahr, Truppenverlegungen oder der Ausrüstung seiner Truppe - für einige Gebirgsjäger geht es bald in den Osten.

Bad Reichenhall - Zwischen Russland und der Ukraine tobt der Krieg, und wohl jeder war davon überrascht - auch Maik Keller, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23: „Damit haben wir alle nicht gerechnet“, so der Brigadegeneral bei einem Pressegespräch mit heimischen Politikern am Mittwoch (9. März) in Bad Reichenhall. Der russische Präsident Wladimir Putin sei schwer einzuschätzen, aber auch er habe ihm zuvor noch ein gewisses Maß an „Rest-Rationalität“ zugetraut.

Krieg zwischen NATO und Russland? „Nicht sehr wahrscheinlich“

Heißt das, auch NATO-Staaten wie Estland, Polen, Litauen oder Lettland könnten bald angegriffen werden? Wegen des „NATO-Bündnisfalls“ befänden sich dann auch deutsche Soldaten im Krieg gegen Russland. „Ich glaube, es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Russland auch einen NATO-Staat angreift“, schätzt Keller. „Putin hat seine Lektion in der Ukraine gelernt“ und gesehen, wie die Welt zusammensteht und welche Konsequenzen der Krieg haben könne. Der Brigadegeneral spielt dabei auf die weitreichenden Sanktionen gegen Russland an, spricht von „militärischer und ziviler Abschreckung.“

Bei einem Informationsgespräch in der Bad Reichenhaller Kaserne am Mittwoch, von links: Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin Bärbel Kofler (SPD), Maik Keller und Bernhard Kern (CSU), Landrat des Berchtesgadener Landes.

Zur Verstärkung der NATO-Präsenz an der Ostflanke Europas wird die Bundeswehr bald zusätzliche Heereskräfte und Flugabwehr in die Slowakei verlegen. Ein „Patriot“-Flugabwehrraketensystem wird dort hin verlagert und auch deutsche Infanterie. Unter den 700 Bundeswehr-Soldaten sollen auch einige Gebirgsjäger sein. Insgesamt geht es um über 2000 NATO-Soldaten in der Slowakei. Eine solche NATO-Battlegroup ist auch bereits in Litauen stationiert. Überlegungen, auch Reservisten wieder heranzuziehen, gebe es zwar nicht, aber: „Wir müssen uns wieder mehr auf die Landesverteidigung fokussieren“, so Maik Keller. Spätestens seit der Besetzung der Krim 2014 durch Russland sei dies augenfällig.

Auch durch die Corona-Hilfe in Landratsämtern oder Krankenhäusern sei die Landesverteidigung zuletzt zu kurz gekommen. 1100 Gebirgsjäger waren in Spitzenzeiten im sogenannten Amtshilfeeinsatz. Derzeit sind noch 243 Gebirgssoldaten dadurch gebunden, voraussichtlich aber nur noch bis Mitte März. Auch zur immer wieder diskutierten Ausrüstung der Bundeswehr äußerte sich der Brigadegeneral: „Es gäbe immer noch besseres Material, aber wir sind top ausgerüstet“, stellte Keller klar. Es gehe eher um die Quantität bei der Ausrüstung, aber auch nicht um eine allgemeine Aufrüstung der gesamten Bundeswehr.

xe

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