Mord in WM-Nacht: "Ich trag´ Heckler und Koch"

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Der 20-Jährige Christoph R. ist bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall stationiert.

Bad Reichenhall - Die Bluttaten von Bad Reichenhall in der WM-Finalnacht sollen auf sein Konto gehen: Christoph R., Soldat und stationiert bei den Gebirgsjägern:

In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2014, die Nacht des WM-Finalspiels, wurde der 72-jährige Rentner Alfons S. getötet und die 17-jährige Sarah F. überfallen und schwer verletzt. Nun wurde ein 20-Jähriger festgenommen.

Der 20-Jährige Christoph R., der aus Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich (Rheinlad-Pfalz) kommt, war in der Kaserne Hochstaufen in Bad Reichenhall stationiert. Und dort wurden am Sonntagabend seine Stube und sein Schrank von Beamten durchsucht, mit erschreckendem Ergebnis: Blutspuren der beiden Opfer aus der WM-Nacht befanden sich an seinen Klamotten. Dies ergab eine kriminaltechnische Untersuchung, die noch in der derselben Nacht durchgeführt wurde.

Christoph R., der eine Mannschaftslaufbahn bei der Bundeswehr einschlug, war erst seit 1. April 2013 bei den Gebirgsjägern. Das bestätigte Torsten Stephan, Sprecher der Bundeswehr, auf Nachfrage von bgland24.de. Auch erzählte er, dass wohl niemand mit sowas gerechnet hätte, der Hobby-Kletterer Christoph R. sei immer unauffällig gewesen. Auch seine jugendhafte Erscheinung hätte nicht auf Gewaltpotenzial schließen lassen.

Zu seinen Lieblingsfilmen zählt er "Pearl Harbor" und den Klassiker unter den Kriegsfilmen "Der Soldat James Ryan." Sein Lebensmotto "trust in god" will so gar nicht mit der Gruppe "Du trägst Dolce und Gabbana, ich trag´ Heckler und Koch" zusammenpassen, die der Soldat in einem sozialen Netzwerk geliked hat.

Auch eine posttraumatische Belastungsstörung, unter der viele Soldaten nach Einsätzen leiden, könne man nicht als Erklärung benutzen: "R. hat bislang an keinem Auslandseinsatz teilgenommen", so Stephan. Ende des Jahres wäre die Dienstzeit des 94er-Jahrgangs bereits vorbei gewesen.

Vier Tage nach den brutalen Taten in Bad Reichenhall, nahm der Soldat am 18. Juli noch online gesendete Freundschaftsanfragen an. Am 22. Juli soll Christoph R. von Frankfurt aus nach Norwegen geflogen sein.

Seine Flucht fand nun ein jähes Ende.

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