Bergwacht-Neubau im Kostenrahmen

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Martin Neubauer (1. Vorsitzender), Bernhard Rosenberger, Manfred Abfalter (2. Vorsitzender)

Bad Reichenhall - Der Bergwacht-Neubau stand im Fokus der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Bergrettung in Bad Reichenhall. Es kamen aber auch andere Themen zur Sprache.

Nach der Begrüßung der Anwesenden Vereinsmitglieder durch den 1. Vorsitzenden Martin Neubauer im Stüberl der Bergwacht Bad Reichenhall, blickte Neubauer mit Stolz auf das Erreichte zurück. Zweck des Vereins ist die Förderung der Aufgaben der Bergwacht Bad Reichenhall und des alpinen Gesundheitswesens im Bereich der Bergrettung im Saalachtal. Vor einem Jahr stand die Bergwacht Bad Reichenhall und damit auch deren Förderverein nach dem Rücktritt von Urs Strozynski als Bereitschaftsleiter vor dem langfristigen Zerfall.

Das fast voll besetzte Stüberl in der Bergwacht Bad Reichenhall

Dem Medienecho auf Strozynskis Rücktritt und der geschilderten Notlage der Bergrettung in Bad Reichenhall folgte eine Welle der Unterstützung und so schafften sie die Wende und sehen jetzt in eine gesicherte Zukunft. Mit der Fertigstellung des Bauvorhabens ist die Aufgabe des Vereins aber noch nicht erschöpft. So soll der Verein auch in Zukunft die Bergwacht Bad Reichenhall finanziell bei der Bewirtschaftung der Rettungswache unterstützen und die finanziellen Mittel für die Nachwuchsförderung bereitstellen. „Wir brauchen also noch weitere Förderer und Mitglieder im Verein, um auch in Zukunft zum Erhalt der Bergwacht Bad Reichenhall beitragen zu können“ so Neubauer. Die Aktivitäten des Vereins im letzten Jahr waren geprägt vom Spenden sammeln für die neue Bergrettungswache an der Reichenbachstraße. Betriebe, Banken, Stiftungen und Privatpersonen haben Einzelbeträge bis hin zu 10.000 Euro gespendet.

Bereitschaftsleiter Dr. Klaus Burger gab im Anschluss an die Einführungen von Martin Neubauer einen Überblick über das Geschehen in der Bergwacht Bad Reichenhall. 70 Einsätze jeder Couleur beschäftigten die ehrenamtlichen Bergretter im vergangenen Jahr im 420 km² großen Einsatzgebiet. Schwerpunktmäßig fanden die Einsätze am Hochstaufen und im Lattengebirge statt. Zeitlich gesehen sind die Sommermonate regelmäßig die einsatzstärksten. Viele Einsätze konnten mit Hubschrauberunterstützung abgewickelt werden. Nachdem die Reichenhaller Bergretter kein eigenes Skigebiet besitzen, sind die Einsatzzahlen absolut betrachtet nicht herausragend. „Dies täuscht aber, so Burger. Die Schwierigkeiten und Komplexität verschiedenartigster Einsätze erfordern höchstes Ausbildungsniveau.

Und sie machen die Rettungswache Bad Reichenhall zu einer mittlerweile in der gesamten Bundespresse und im nahen Österreich bekannten und bewährten Rettungseinheit. Dies haben die letzten beiden unter widrigsten Bedingungen erfolgreich durchgeführten Einsätze im Lattengebirge gezeigt, die weit über 20 Bergretter und mehrere Hubschrauber erforderten. Auch müssen die Ehrenamtlichen zu Unfällen in Klettertouren ausrücken, die weit jenseits des 6. Schwierigkeitsgrades liegen und damit oftmals nur eine Rettung per Hubschrauber oder von oben möglich sind. Summa summarum war das Einsatzjahr 2011 sehr abwechslungsreich und hat die Reichenhaller Bergretter in allen Bereichen ihres Könnens gefordert.

Der Neubau der Bergrettungswache in Bad Reichenhall.

Im Bericht über den Neubau konnte Neubauer in Bildern eindrucksvoll die Entstehung der neuen Bergrettungswache bis zum heutigen Tage demonstrieren. Der Baubeginn der neuen Rettungswache war Anfang Oktober 2011 und dank des trockenen Herbstwetters konnte der gesamte Rohbau ohne Regen erstellt werden. Bis Anfang Dezember wurden auch die Fenster und Türen eingebaut, so dass die Hebefeier bereits in geheizten Räumen stattfand. Seit Anfang Januar ist der Innenausbau in Arbeit. Elektro- und Sanitärinstallationen wurden bereits großteils fertig gestellt ebenso die Innenputzarbeiten. Der Zeitplan für die restlichen Gewerke ist zwar eng gesteckt, aber auf die Planungen von Bauleiter Hans Lohwieser war

bislang immer Verlass. Mit Hilfe eines geliehenen Kachelofeneinsatzes und zweier Entfeuchter wird das Gebäude derzeit geheizt und die Feuchtigkeit entzogen. Damit können mehrere Wochen an Trocknungszeit eingespart werden. Die Arbeiten für die Heizungsinstallationen sowie für Estrich und Böden folgen in Kürze. Obwohl man von außen wenig sieht, macht der Neubau der Bergrettungswache weiterhin große Fortschritte. Neubauer dankte den vielen fleißigen Helfern, allen voran Bauleiter Hans Lohwieser und Walter Aßmann, ohne deren Engagement eine so zügige Realisierung des Neubaus nicht möglich wäre. Die Einweihungsfeier wurde auf den 16. Juni 2012 festgelegt, mit einem Tag der offenen Türe am 17. Juni 2012.

Kassier Werner Thaler jun. konnte einen knappen Bericht über den Kassenstand abgeben. Ausgaben von Euro 1.000 standen Einnahmen aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen von Euro 107.000 gegenüber. Der derzeitige Kassenbestand beläuft sich auf Euro 112.000. Dieses solide Finanzpolster wird für die Fertigstellung des Neubaus der Rettungswache auch dringend benötigt.

Die Rechnungsprüfer Eduard Schmid und Marcus Goebel haben am 26.01.2012 die Kasse, sprich die Buchführung des Vereins, geprüft und keine Mängel festgestellt. Es war eine der schnellsten Kassenprüfungen, kaum Ausgaben und viele große Einnahmenbeträge, berichtet Goebel schmunzelnd. Im Anschluss an den Bericht des Kassenprüfers wurde der Vorstand des Vereins Bergrettung Bad Reichenhall e.V. einstimmig entlastet.

Besondere Verdienste für den Verein können auf Beschluss der Mitgliederversammlung mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt werden. Als vor einem Jahr der Bergwacht Bad Reichenhall der langfristige Verfall drohte, hat auch die Sekretärin von Bernhard Rosenberger davon in der Zeitung gelesen und ihren Chef kurzerhand davon berichtet. Bernhard Rosenberger hatte schon zu seiner Studienzeit in München eine große Affinität zur Bergwacht, damals noch zur Schlierseer Bergwacht. Er hat die Einsatzbereitschaft, den Zusammenhalt und die Kameradschaft in der Bergwacht schon immer bewundert. Obwohl nie selbst aktiver Bergwachtler hat sich Bernhard Rosenberger aber schon damals um die Kameradschaft der Schlierseer Bergretter gekümmert. Was liegt da näher, als der Bergwacht in seiner neuen Wahlheimat Bad Reichenhall unter die Arme zu greifen? So hat er kurzerhand Kontakt mit den Reichenhaller Bergrettern aufgenommen und sie zum Gespräch gebeten. Der zweite Bereitschaftsleiter Christian Schieder und der Projektleiter für den Neubau Marcus Goebel trugen ihr Anliegen vor, zeigten Pläne und erläuterten die finanzielle Notlage.

Bernhard Rosenberger wurde ob seiner großzügigen Unterstützung für die Reichenhaller Bergretter von der Versammlung einstimmig zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Von Martin Neubauer konnte er eine Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft sowie ein aus Plexiglas gefrästes und graviertes Edelweiß in Empfang nehmen.

Trotz des umfangreichen Programms der Jahreshauptversammlung 2012 konnte Martin Neubauer bereits weit vor 22 Uhr die Versammlung schließen und zum geselligen Teil des Abends übergehen. In dieser Runde wurde noch bis spät in die Nacht hinein über Neubau, Einsätze und Nachwuchssorgen diskutiert und aus dem Nähkästchen geplaudert.

Pressemitteilung Bergrettung Bad Reichenhall e.V.

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