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Aiwanger spricht von Erfolg

Senkung der Biersteuer bleibt: Aufatmen bei den Brauereien?

Menschen in Tracht stoßen mit Mass-Krügen an
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Die niedrigere Biersteuer betrifft kleine und mittlere Betriebe

Vielen Brauhäusern bereitete der Blick auf den Jahreswechsel Kopfschmerzen: Sollte doch die aufgrund der Pandemie gesenkte Biersteuer ab Januar wieder auf den bisherigen Satz angehoben werden. In Bayern bleibt sie nun aber dauerhaft gesenkt. Doch wie stark kann sie in Zeiten von Energiekrise, Inflation und Ressourcenknappheit unsere Brauereien noch entlasten?

Bad Reichenhall/Teisendorf - Als „Erfolg bayerischer Politik“ bezeichnet Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die nun dauerhafte Absenkung der Biersteuer für kleine und mittlere Brauereibetriebe. „Die Folgen der Corona-Krise sind noch nicht überwunden, der Ukrainekrieg und die drastisch gestiegenen Energiepreise stellen die Betriebe vor enorme Probleme. Hinzukommen Ressourcenknappheit, wie beispielsweise CO2 als wichtiges Prozessgas, und Konsumzurückhaltung, die den Unternehmen zu schaffen machen. Die Entlastung bei den Biersteuersätzen kann diese ganzen Probleme zwar nicht wettmachen. Aber sie kann die Belastungen zumindest abmildern.“  

Was ist die Biersteuer?

Die Biersteuer ist eine indirekte Verbrauchsteuer, die auf Bier und Biermischgetränke aufgeschlagen wird. Die Höhe richtet sich auch nach der Größe der Brauerei. Von der Senkung sollen rückwirkend ab 2020 kleine und mittlere Brauereien mit einem Ausstoß von weniger als 200.000 Hektolitern profitieren. Bei ihnen gilt seitdem die sogenannte Mengenstaffel, d. h. sie zahlen einen geringeren Steuersatz.

Doch hilft die geringere Besteuerung den Betrieben wirklich weiter? Wir haben bei zwei Traditions-Brauereien nachgefragt.

Bürgerbräu Bad Reichenhall: Entspannung nach Gastro-Lockdown

Vom Lockdown in den Gastronomiebetrieben sei das Bürgerbräu „sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden“, so Geschäftsführer Christoph Graschberger. Die Senkung der Biersteuer habe den Bad Reichenhaller Betrieb mit 40.000 Hektolitern Ausstoß auf jeden Fall entlastet. Kleinere Brauereien hätten eine höhere Fixkostenbelastung, daher sei ein niedrigerer Steuersatz auf den Hektoliter bei ihnen besonders wirksam. Über die Beibehaltung der gesenkten Biersteuer ist Graschberger sehr froh: „Man kann ganz sicher von Aufatmen sprechen.“

Allerdings befürchtet er, dass es nicht lange so weitergeht. Auf europäischer Ebene könnten Neuregelungen getroffen werden, zum Beispiel bei der Verbrauchssteuer, die dann deutliche Anhebungen der Steuersätze zur Folge hätten. Mit der Ressourcenknappheit komme die Brauerei zur Zeit gut zurecht. Die Bierproduktion sei aufgrund der langjährigen Verträge mit den Lieferanten auch weiterhin gewährleistet. In Zeiten von Inflation und Energiekrise rechnet der Leiter des Bürgerbräus zwar damit, dass die Entlastung nicht mehr so stark spürbar sein wird, „aber das geht sicher nicht so schnell. Wir sind in keiner Paniksituation“, bekräftigt er.

Wieninger Teisendorf: Umweltmaßnahmen federn Kostenexplosion ab

Die Brauerei Wieninger hat einen Ausstoß von etwa 100.000 Hektolitern Bier. Man spricht hier schon von einem mittleren Betrieb. „Die Mengenstaffel wirkt bei uns auch und ist absolut sinnvoll und vernünftig für alle mittelständischen Brauereien“, so Andreas Brügmann, Geschäftsführer des Teisendorfer Traditionsbetriebes. Dennoch könne die Steuersenkung allein die Preisexplosionen am Rohstoffmarkt nicht mehr kompensieren. Besonders gestiegen seien die Kosten im Glasbereich, bei den Chemikalien und Reinigungsmitteln sowie beim Papier.

Doch dank der Umweltmaßnahmen in den letzten 20 Jahren könne die Brauerei die steigenden Kosten noch abfedern. So sei Wieninger durch die firmeneigene CO2-Rückgewinnungsanlage autark von der aktuell kritischen Kohlendioxidversorgung. Auch die Unabhängigkeit von Öl und Gas helfe der Brauerei. Sie unterhält selbst eine Hackschnitzelanlage. Mit der gesenkten Biersteuer und dem nachhaltigen Unternehmenskonzept blickt Brügmann vertrauensvoll in die Zukunft. „Die Mengenstaffel war längst überfällig, wir hoffen, dass sie auch beibehalten wird.“

Durch das gute Wirtschaften unserer Brauereien sind Hopfen und Malz somit nicht verloren und die Bierversorgung der Bevölkerung bleibt auch durch die niedrigere Besteuerung weiterhin gesichert.

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