In Bad Reichenhall, Freilassing und Berchtesgaden

Wenn es leise nicht geht: Lauter Protest am Montag - Auch Traunstein macht mit

In Berchtesgaden sprach unter anderem der Erste Bürgermeister Franz Rasp.
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In Berchtesgaden sprach unter anderem der Erste Bürgermeister Franz Rasp.

„Wir geben Laut“, kündigte das Reichenhaller Unternehmerforum für Montag (22. März) an. Und laut wurde es in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein.

Berchtesgadener Land/Traunstein - Die Politik solle endlich auf die mittlerweile untragbare Situation der lokalen Unternehmen reagieren, lautet die Forderung der Veranstalter. Mit Töpfen, Trommeln und selbstgebauten Krachmachern gingen die Menschen in zahlreichen Städten in BGL und Chiemgau auf die Straßen, um sich Gehör zu verschaffen.

„Parallel zu Reichenhall, Freilassing, Garmisch, Traunstein, Trostberg, Traunreut und Altenmarkt wird‘s bei uns heute auch wieder laut“, eröffnet ein Sprecher am Montag die Veranstaltung am Markt Berchtesgaden. Man dankt für die politische Unterstützung des Ersten Bürgermeister Berchtesgadens Franz Rasp, welcher am Montag eine Rede vor Ort hielt.

Vor Ort hätten sich rund 180 Menschen am Markt Berchtesgaden versammelt teilt Christina Göttges mit, welche vor Ort mit ihrem Mann Christoph Göttges Foto- und Videomaterial aufnahm. Im geschnittenen Video ist zu sehen, wie sich Menschen in Bad Reichenhall, Freilassing, Berchtesgaden und Traunstein versammelten und lautstark ihre Notlage verdeutlichten. Ganz getreu dem Motto der Veranstaltungsreihe. Hinter ihr stehen das RUFO Bad Reichenhall, die aktiven Unternehmen Berchtesgaden und das WIFO Freilassing. Sie rufen auf, künftig jeden Montag „Laut zu geben“, bis ihren Forderungen Gehör geschenkt wird.

Unbequeme Fragen und harte Worte: Kurze zielgerichtete Beiträge der Redner

Zahlreiche Redner unterstrichen den fast melodischen Lärm der Demonstrationsteilnehmer mit klaren Forderungen, scharfer Kritik und unbequemen Fragen. So fragte Bernhard Zauner im Namen des Handels: „Wer soll das überleben auf die Dauer?“ Der Umgang der Politik ist laut seiner Aussage „mangelhaft“. Der Handel werde zu Unrecht belastet, denn wäre dieser verantwortlich für die Neuinfektionen, so Zauner, hätten die Zahlen längst wieder sinken müssen. Schließlich habe man größtenteils seit 20. Oktober geschlossen.

Es folgte die kurze Ansprache des Betriebsleiters der Jennerbahn Franz Moderegger. Er sprach über das Thema Tourismus. „Wir haben alles getan. Die Betriebe haben in Sicherheit investiert für Hygienemaßnahmen etc. Sodass man wieder aufmachen kann.“ Man müsse den Betrieben, die nur den Winter haben besonders helfen. „Wir tun alles, damit von unseren Betrieben keine Gefahr aus geht.“

Für Kitas und Schule sprach Julia Weindl 1. Vorsitzende Elternbeirat der Kita Schönau: „Wir sind laut, weil viele Eltern mit ihren Kräften völlig am Ende sind.“ Sie sprach von einem Gefühl der Hiflosigkeit: „Wir fühlen uns von unsrer Regierung im Stich gelassen!“ Das Wasser stehe auch vielen alteingesessenen Geschäften „bis zum Hals“. Der Inzidenzwert sei „wie ein Damoklesschwert“. Im Jahr 2021 können Lockdowns ihrer Aussage nach nicht mehr die einzige Lösung darstellen. Eine Öffnung von Schulen und Kitas mit angemessener Teststrategie sei wichtig. Sowohl hier als auch bei den Impfungen brauche es „mehr Tempo“.

Lauter Protest am Montag in Berchtesgaden

Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
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Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden
Lauter Protest am Montag (22. März) in Berchtesgaden © Christina Göttges Fotografie

Bernhard Heitauer bekräftigte im Namen der Sportvereine in aller Deutlichkeit: „Da muss sich etwas ändern, ansonsten ist die Gesellschaft in Gefahr.“ Eine Nachvollziehbarkeit der Regelungen für Sport und Freizeit müsse gegeben sein. Wer diszipliniert Sport machen wolle, solle das auch dürfen, schließlich gingen jeden Tag Familien ohne Maske Skitouren. Für diese Ungleichheit fehle ihm jedes Verständnis.

Zum Schluss meldete sich der Erste Bürgermeister Berchtesgadens Franz Rasp zu Wort: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf.“ Seine drei Kinder seien seit Montag wieder daheim. Das Festhalten am Inzidenzwert sei falsch. In diesem Punkt pflichtete er seinen Vorrednern bei. Als Gemeinde sei es „ganz wichtig“ die Gefährdeten zu sehen. Die Impfstrategie laufe viel zu langsam an, da es zu wenig Impfstoff gebe.

Das Testen gehöre zum Weg aus den hohen Infektionszahlen. Um weiter verantwortungsvoll lockern zu können, sei es aber auch wichtig, dass alle beim Testen mitmachen. Bezüglich der Corona-Tests an Schulen gab Rasp zu bedenken: „Es gehört das Testen dazu zu einem guten Konzept für die Schule. Da kann es halt dann auch nicht sein, dass zwei Drittel nicht mitmachen.“ Er hoffe, dass eine Öffnung des Handels mit gutem Konzept möglich sein wird und Veranstaltungen wie diese „in der Summe ihre Wirkung entfalten.“ Rasp beendete seine Ansprache mit den Worten: „Seid‘s laut und bleibt‘s gesund.“

Lauter aber auch friedlicher und regelkonformer Protest

Auffälligkeiten gab es in Berchtesgaden keine gegeben. Das teilte die Polizeiinspektion Berchtesgaden mit. Es hatten sich nach Einschätzung der Polizei zwischen 150 und 200 Teilnehmer versammelt. Sowohl Abstandsregeln als auch die Maskenpflicht wurden eingehalten.

Auf der Veranstaltung unter demselben Motto in Traunstein versammelten sich am Montag laut Aussage von Alexander Huber Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd etwa 60 Teilnehmer. Es wurde gemäß der Grundidee der Demonstration natürlich laut. Die Polizei konnte aber auch hier keine Vorkommnisse vermelden. Die Teilnehmer hielten sich an Abstandsregeln und Maskenpflicht.

mda

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