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Aus für beliebten Aussichtspunkt bei Einheimischen?

Ohne Ersatz: Alter Steg über Reischlklamm-Schlucht bei Karlstein soll weg

Reischklamm Karlstein Bad Reichenhall Steg
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Der eiserne Steg über der Reischlklamm ist alt und soll ersatzlos abgebaut werden.

Ist es das Aus für den Aussichtspunkt über der Reischlklamm bei Karlstein? Der Stadtrat debattiert, ob der marode Steg nahe des beliebten Zwergerlweges ersatzlos abgebaut oder doch noch erneuert wird.

Bad Reichenhall/Karlstein - Garantierte Tiefblicke bekommen Wanderer, die über die Reischlklamm bei Karlstein hinwegschreiten. Möglich macht dies ein alter Steg aus Metall, der sich über die rund 30 Meter tiefe Schlucht zieht. Doch der Steg ist alt, deutlich älter als 60 Jahre, wie es von der Stadtverwaltung heißt. Und mittlerweile auch marode. Die Standsicherheit beurteilt die Stadt deswegen als kritisch.

Steg über Reischlklamm: 30.000 Euro für Neubau?

Den Steg erneuern würde die Stadt jedoch rund 30.000 Euro kosten - und das bei einer angespannten Haushaltslage. Deswegen ist auch der Vorschlag, den Steg ersatzlos rückzubauen.

„In der Beschlussvorlage wird von mehreren Varianten gesprochen, ohne dass diese näher erläutert werden“, merkt Michael Nürbauer (Grüne) an. Er empfehle, noch nicht darüber abzustimmen. „Das ist ein äußerst sehenswerter Punkt direkt neben dem Zwergerlpfad. Das steht auf Eisenschienen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass das so gefährlich wäre.“ Sein Gegenvorschlag wäre, die Bayerischen Staatsforste um eine Lärchenholzspende zu bitten und damit eine Brücke zu bauen. Es sei ein toller Aussichtspunkt, „wirklich beeindruckend und wunderschön“.

Ersatzloser Rückbau? „Zu viel Geld für zu wenig Verkehrsbedeutung“

Auf die Frage, ob denn ein zeitlicher Druck bestehe, antwortet Thomas Knaus von der Stadtverwaltung, dass man irgendwann eine Entscheidung treffen solle. „Der Weg endet in nicht begehbarem Gelände. Da geht‘s auch nicht weiter und es gibt keine Rundwegfunktion. Deswegen ist unser Vorschlag, die Brücke ersatzlos abzubauen.“ Aus Sicht der Verwaltung sei es unseriös, dort eine Brücke zu bauen. Seine persönliche Meinung: „Zu viel Geld für zu wenig Verkehrsbedeutung.“

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Die Schlucht ist ein bekannter Kletterpunkt. Doch auch für Fritz Grübl (FWG) stehen die 30.000 Euro Kosten nicht in Relation mit dem Nutzen. „Dann stehst halt da und weißt nicht mehr weiter. Und für die paar Kletterer, mein Gott, die sollen halt bitte woanders Klettern.“ Außerdem sei der Steg noch nicht so marode.

Der Steg selbst führt ins freie Gelände und dient nur als Aussichtspunkt über der Reischlklamm.

Kletterareal um Reischklamm kaum mehr genutzt

Vera Kaniber (FWG) hat nach eigenen Angaben bereits mit Kletterern geredet. „Diese Kletterwand wird von den Kletterern fast nicht benutzt, weil es fast das ganze Jahr zu nass ist.“ Außerdem würden sie die Brücke nicht benutzen. Dies sei ein reiner Aussichtspunkt. Doch: „Wenn man die Brücke abbaut, muss man das Areal gut sichern. Da sind massive Schluchten. Wenn da die Leute rübergehen, kann durchaus einer runterfallen.“

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Hans Hartmann (CSU) und Nürbauer empfehlen hingegen, noch einmal mit den Staatsforsten zu reden, auch um die Zuständigkeit für das Bauwerk genauer zu klären. „Andere Kommunen werben mit solchen Punkten. Ich denke, wir sollten uns einfach noch ein bisschen Zeit lassen“, so Nürbauer.

Entscheidung um Reischlklamm-Steg verschoben

Manfred Hofmeister (Bürgerliste) findet, nach den bisherigen Wortmeldungen sei eine vertiefende Betrachtung sinnvoll. „Dann kann man immer noch entscheiden, ob Abbau oder gesicherter Aussichtspunkt, wenn wir schon attraktive Punkte im Gelände haben.“

Oberbürgermeister Christoph Lung (CSU) bestimmt letzten Endes, in dieser Stadtratssitzung nicht endgültig zu entscheiden. „Ich glaube aber nicht, dass wir etwas besseres hinbringen.“

Reischlklamm und Zwergerlweg

Die Reischklamm ist eine kurze Schlucht unterhalb der Bürgermeisterhöhe bei Karlstein. In der Nähe der Schlucht befindet sich der beliebte „Reichenhaller Zwergerlweg“, ein Familienwanderweg zwischen dem Schroffen und dem Seerosenteich am Thumsee. Die eiserne Brücke über die Reischklamm ist kein Teil des Weges und führt in freies Gelände.

ce

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