„Es ist Eile geboten“

Bad Reichenhaller Stadtrat positioniert sich mit Nachdruck zu Klinikneubau

Die Kreisklink Bad Reichenhall liegt in schwieriger innerstädtischer Lage mit wenig Entwicklungsmöglichkeiten, Michael Nürbauer will einen Neubau in der Kurstadt
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Für Grünen-Stadtrat Michael Nürbauer ist bezüglich der Kreisklinik Bad Reichenhall „Gefahr in Verzug“. Deshalb positionierte sich der Stadtrat klar für einen Neubau in der Kurstadt.

Bad Reichenhall - Die Kreisklinik Bad Reichenhall muss mittelfristig neu gebaut werden. Ein Antrag der Grünen im Stadtrat sollte jetzt verhindern, dass Bad Reichenhall deshalb „der große gesundheitspolitische Verlierer der nächsten Jahre“ werde.

„Es ist Eile geboten“, begründete Michael Nürbauer von den Grünen den Antrag im Stadtrat am Dienstagabend (17. November). Zusammen mit seiner Fraktion forderte er, dass sich der Stadtrat mit Nachdruck für den Krankenhausstandort in Bad Reichenhall ausspreche und Oberbürgermeister Christoph Lung sowie Landrat Bernhard Kern bitte, sich vehement dafür einzusetzen.


Signale aus dem Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG bezüglich Klinikneubau

„Es ist ganz klar, dass wir für den Standort Bad Reichenhall eintreten“, betonte der Oberbürgermeister zu Beginn der Aussprache. „Auch der Landrat ist sehr bemüht“, versicherte er. Tatsächlich zeigten sich Lung und auch einige andere Stadträte überrascht, dass es überhaupt notwendig sei, sich zu positionieren.


„Es gibt Signale aus dem Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG, dass sich Bad Reichenhall positionieren solle“, erklärte Nürbauer sein Vorgehen. Freilassing habe sich selbst mit einem großen Grundstück ins Spiel gebracht, aus Reichenhall sei nichts zu hören, so der Grünen-Stadtrat.

Medizinisches Gesamtkonzept für das Berchtesgadener Land - Wo entsteht die neue Klinik?

„Die Unternehmensleitung bevorzugt auf Grund der beengten Grundstückssituation und aus wirtschaftlichen Überlegungen anstelle einer Generalsanierung und eines Umbaus der Kreisklinik Bad Reichenhall einen Neubau“, bestätigte der Sprecher des Landratsamtes Stefan Neiber gegenüber BGLand24.de. Allerdings seien diesbezüglich noch keinerlei Beschlüsse des Kreistags gefallen.

Derzeit sei die Kliniken Südostbayern AG dabei, ein medizinisches Gesamtversorgungskonzept für das Gebiet des Landkreises Berchtesgadener Land zu erstellen. „Die Grundstücksfrage ist folglich noch nicht geklärt.“ Und genau dabei sollte man in die Offensive gehen, forderte Manfred Hofmeister von der Bürgerliste Bad Reichenhall. „Wir sollten uns mit einem Standort positionieren.“

Der Landkreis besitzt derzeit kein geeignetes Grundstück in der Kurstadt. In Freilassing gebe es aber ein mit 30.000 Quadratmeter um die bestehende Klinik sehr geeignetes Grundstück, betonte Bürgermeister Markus Hiebl in einem Brief an Landrat Bernhard Kern, den der Stadtrat im August absegnete. Hiebl wünscht sich darin auch, dass die Diskussion um den Standort für einen Klinikneubau „auf eine breitere Basis gestellt wird und die Bürgermeister der Standortgemeinden, sowie Krankenhausvereine mit einbezogen werden“.

„Störende Zwischenrufe“ aus Freilassing - Zentralversorgung weiter in Bad Reichenhall?

Aus Sicht von FWG-Stadtrat Friedrich Hötzendorfer „störende Zwischenrufe“. „Selbstverständlich gehört eine Kreisklinik nach Bad Reichenhall.“ Der Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG Dr. Uwe Gretscher äußerte gegenüber BGLand24.de: „Die Kreisklinik übernimmt bereits heute Aufgaben der Zentralversorgung und soll diese auch in Zukunft wahrnehmen – der Ort einer möglichen Neuerrichtung bedarf weiterer Abstimmung.“

Damit diese Abstimmung im Sinne der Kurstadt und des Stadtrates ausfällt, sprachen sich die Räte am Dienstag einstimmig für den Krankenhausstandort in Bad Reichenhall aus. In einem zweiten Punkt baten sie Oberbürgermeister Christoph Lung und Landrat Bernhard Kern, sich beim Vorstand der Kliniken Südostbayern AG vehement für den Klinikstandort Bad Reichenhall einzusetzen.

cz

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