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Umbauen, neu bauen, von vorne anfangen?

Bad Reichenhall diskutiert: 1000-Essen-Küche für Schule und Wohnhäuser in St. Zeno

  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Gleich zwei Bauprojekte im Bad Reichenhaller Stadtteil St. Zeno erhitzen die Gemüter im Stadtrat. Wer kocht die 1000 Essen in der geplanten Küche der Grund- und Mittelschule? Und so steht es um die Wohnhäuser im den Bebauungsplan „St. Zeno Ost“.

Bad Reichenhall - Sechs Jahre. So lange zieht sich der Bebauungsplan „St. Zeno Ost“ bereits. Auch dieses Mal hat der Stadtrat mit einer überwiegenden Mehrheit für den abgeänderten Plan abgestimmt - doch kritische Stimmen sind keineswegs ausgeblieben.

Zieht sich seit sechs Jahren: Bebauungsplan „St. Zeno Ost“

„Uns allen ist die Situation bekannt, was den Wohnraum anbelangt. Unser Ziel ist, das Verfahren zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen“, erklärt Oberbürgermeister Christoph Lung (CSU). Der Bebauungsplan sollte in einem beschleunigten Verfahren ohne Durchführung der Umweltprüfung aufgestellt werden. Dafür stimmte der Stadtrat im Oktober 2019 ab. Kritik kam nun von einigen Bürgern über einen Rechtsanwalt. Insbesondere eine mögliche Verkehrszunahme wurde hierbei kritisiert. Die Stadt hingegen sehe keine Mehrbelastung in der Salzburger Straße aufgrund der Bauten.

Wohnungen für Menschen, „die hier bauen und leben wollen?“

Dr. Pia Heberer (Die Grünen) empfinde die Bebauung als zu massiv. Insbesondere auf die Einfamilienhäuser im Südwesten würde aus ihrer Sicht zu wenig Rücksicht genommen. Heberer frage sich auch, ob in den Gebäuden Ferienwohnungen geplant seien und inwiefern man hier für Menschen Wohnungen baue, „die hier arbeiten und leben wollen“. Architekt Nikolaus Magg erklärt daraufhin, dass nach seinem Stand derzeit keine Ferienwohnungen geplant seien. Es handle sich überwiegend um zwei, drei und vier Zimmer Wohnungen. Was die Dichte angehe, sei der Auftrag gewesen, Wohnraum zu schaffen.

Zu wenig Parkplätze für Baugebiet St. Zeno Ost?

Auch die Parkplätze sind ein großes Diskussionsthema. Herberer findet, dass eine Tiefgarage für die Autos besser wäre, um auch die Flächen um die Gebäude grüner zu gestalten. Manfred Hofmeister (Bürgerliste Reichenhall) fände eine Grundsatzdiskussion über die Parkplätze sinnvoll und warnt vor einer „Parkflut“ an der Salzburger Straße. Stadtbaumeister Thomas Knaus merkt an, dass durch eine Verpflichtung für die Bauherren, mehr Parkplätze zu schaffen, auch das Bauen an sich teurer werden würde.

Der neue Plan sieht fixe Baumstandorte vor. Fritz Grübl (FWG) sei allenfalls irritiert. „Sechs Jahre dauert das Verfahren.“ Das habe er in seiner Laufbahn noch nie erlebt. „312 Seiten Umfang wegen fünf Gebäuden. Das ist unvorstellbar, wie wir uns selbst auf die Füße treten.“ Oberbürgermeister Lung stimmt hier zu. Jedoch müsse man ein komplexes Regelwerk beim Bauen beachten. Die Aufgabe des Stadtrats sei, einen rechtssicheren Bebauungsplan zu beschließen.

Küche für Grund- und Mittelschule: Wer kocht die 1000 Essen?

Die Grundschule St. Zeno neu bauen und die Mittelschule erweitern - an diesem Plan liegt das Problem nicht. Einzig die geplante Versorgungsküche sorgt für Diskussionen im Stadtrat. Derzeit werden bereits 600 Essen für die Kinder benötigt. Die neue Küche wird deshalb für bis zu 1000 Essen pro Tag ausgelegt. Möglichst regional sollen die verwendeten Zutaten sein. Gekocht wird von einem externen Betreiber - und nicht von der Stadt selbst. Eine grobe Schätzung sagt: Die Küche kostet ohne Ausrüstung 1,5 Millionen Euro.

Wer betreibt die Küche, wer kauft die teuren Geräte und wie viel kostet ein gesundes Mittagessen aus regionalen Zutaten? Diese Fragen und die Verlegung der Küche im Bauplan beschäftigten den Stadtrat. Dass ein externer Dienstleister die Küche betreiben soll, da sei man sich größtenteils einig.

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Julia Schmied (Fraktionslos) sagt, der Stadtrat habe sich bewusst für eine Küche mit einem externen Anbieter entschieden, der ein gesundes und regionales Essen zubereiten könne und man somit nicht mehr auf Caterer angewiesen sei. Auch Oberbürgermeister Lung erklärt, dass man zwingend einen externen Dienstleister brauche.

Die Küche unterkellern wäre eine gute Lösung für Hans Hartmann (3. Bürgermeister, CSU). Jedoch brauche man zuerst einen Betreiber. Dieser könne beim Küchenentwurf mitentscheiden. Georg Schmölzl (CSU) sieht die neue Raumanordnung kritisch. „Die Schlafräume über der Küche?“ Dies solle man noch einmal überdenken. Auch Martin Schoberth (CSU) glaube nicht, dass man dies den Kindern und Erziehern zumuten könne.

Letztlich stimmt der Stadtrat dem Beschluss einstimmig zu - mit einem Zusatz: Die Küche wird zunächst als reine Räumlichkeit hergestellt und soll zusätzlich unterkellert werden.

ce

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

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