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Am Dienstagmorgen auf der B21

So liefen die Kontrollen des Nachtfahrverbots im Kleinen Deutschen Eck

Ableitung von der B21
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Ableitung von der B21

Zeitgleich mit der erneuten Blockabfertigung auf der A93 in Kiefersfelden, führte die Polizeiinspektion Bad Reichenhall am Dienstag (24. Mai) zwischen 5 Uhr und 6 Uhr, auf dem Festplatz in Bad Reichenhall, eine Kontrolle zur Einhaltung des Nachtfahrverbots auf der B21 durch.

Bad Reichenhall - Insgesamt wurden 22 Lkw kontrolliert, von denen nur acht Fahrzeuglenker eine Ausnahmegenehmigung vorweisen und ihre Fahrt fortsetzen. Die übrigen 14 Lkw-Fahrer mussten dagegen eine Zwangspause bis 6 Uhr, beziehungsweise darüber hinaus, bis die mitgeführten Papiere kontrolliert waren einlegen. Wegen des Verstoßes gegen das Nachtfahrverbot wird gegen sie nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Nachtfahrverbot: Spezialisten unterstützen Polizei

Unterstützt wurde die Polizeiinspektion von einem Spezialisten für Schwerverkehr der Verkehrspolizei Traunstein und der Grenzpolizei Piding. Von der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Berchtesgadener Land war Stefan Korbely involviert. Bereits seit Ende letzten Jahres führt die Polizei auf der B21, mindestens einmal pro Monat, Kontrollen zur Einhaltung des Nachfahrverbotes durch. Dabei wurden Verstöße im Bereich bis zu 80 Prozent der Kontrollierten festgestellt.

Besonders häufig wird das Nachtfahrverbot offenbar gebrochen, wenn auf der A93 Blockabfertigung durchgeführt wird, weil hier über die B21 und weiter über die österreichische B178 nach Wörgl, der Lkw-Stau auf der A93 vor Kiefersfelden umfahren werden kann. Wegen der häufigen Verstöße haben sich entlang der B20/B21 zwischenzeitlich mehrere Bürgerinitiativen gebildet, die durch Demonstrationen immer wieder auf diese Missstände aufmerksam machen.

Zudem hat der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter erst vor Kurzem in einem Schreiben an die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, eine Lösung für den Alpen-Transitverkehr am Brenner und damit auch für die Abschaffung der Blockabfertigungen in Österreich gefordert, die sich insbesondere auch für die hiesige Region negativ auswirken.

Nicht nur Frust bei Kontrolle

Bei der Kontrolle am Dienstag ging es in erster Linie um diesen regionalen Aspekt für die Anwohner der B20/B21. Pünktlich um 05:00 Uhr begannen Polizeibeamte den Schwerverkehr von der B21 auf den Festplatz auszuleiten. Dort stellten der Leiter der PI Peter Huber und Stefan Korbely durch Befragung, bzw. durch Vergleich des Kennzeichens mit einer Liste der erteilten Ausnahmegenehmigungen fest, ob der Fahrzeuglenker weiterfahren darf oder sein Fahrzeug bis 6 Uhr abstellen muss.

Kontrolle durch PI und Landratsamt

Wie Herr Korbely informierte, hat das Landratsamt derzeit 113 Ausnahmegenehmigungen zwischen einem Tag, bis hin zu drei Jahren ausgestellt. Erstaunlicher Weise wussten die meisten der Fahrer über das bestehende Nachtfahrverbot Bescheid. Einige versuchten noch frustriert, etwa mit dem Hinweis auf eine dringend notwendigen Versorgung eines Krankenhauses, mit der Behauptung, die Ausnahmegenehmigung vergessen zu haben oder in der Annahme, dass Ausnahmegenehmigungen für den ganzen Fuhrbetrieb gelten und nicht Kennzeichenbezogen ausgestellt wurden, die Zwangspause zu umgehen und das Bußgeldverfahren abzuwenden.

Auch entspanntere Kontrollen auf der Tagesordnung

Für die Polizei gab es hier allerdings keinen Spielraum. Es gab aber auch durchaus entspannte Gespräche. So winkte eine Fahrerin eines Milch-Tankzuggespanns entspannt mit der Ausnahmegenehmigung aus dem Fenster, die sie sich nach der „Festsetzung“ vor einigen Monaten schnellstens besorgt hatte. Verwundert stellte sie auch fest, dass sie Peter Huber sogar mit ihrem Vornamen ansprach. Dass sie dachte, sie sei eben schon Amts bekannt, der Leiter der PI den Vornamen aber leicht vom Schild an ihrer Windschutzscheibe ablesen hatte können, animierte alle zu einem herzlichen Lacher.

Fahrer beschwert sich über Flut an Vorschriften

Ein anderer Fahrer, der als erster sein Gespann abstellen hatte müssen, beschwerte sich hingegen über die ständig größer werdende Flut an Vorschriften und die immer öfter stattfindenden Verkehrskontrollen, oder Sicherheitskontrollen auf den angefahrenen Baustellen. Insbesondere die Polizei in Tirol gehe bei Kontrollen rigoros und mit wenig Empathie für die Lkw-Fahrer vor. Man brauche hier schon gute Nerven, um den Job als Lkw-Fahrer dauerhaft ausüben zu können, so sein Resümee. Als kleines Trostpflaster durfte er danach als erster seine Fahrt auf der B21 wieder fortsetzen, während bei den zuletzt festgesetzten Lkw`s noch die Papiere überprüft wurden.

wb

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