Die Corona-Situation in Bad Reichenhall

Das RUFO trifft auf Landrat Bernhard Kern: Unternehmen fordern baldige Öffnung

Durch die Lage in Bad Reichenhall muss die Stadt besonders hart mit dem Corona-Virus kämpfen. Das Reichehaller Unternehmensforum sprach mit einigen Politikern und verlangt baldige Perspektiven zur Öffnung von geschäften, Hotels und Restaurants.

Die Mitteilung im Wortlaut:


Bad Reichenhall - Die im Reichenhaller Unternehmerforum organisierten Vertreter des Handels, Dienstleistung und Tourismus kamen zu einem kurzfristig vom ersten Vorstand Mike Rupin angefragten Treffen bezüglich ausbleibender Fördermittel für Unternehmer im Landratsamt zusammen. Auch der Reichenhalls Oberbürgermeister Christoph Lung nahm daran teil. Schwerpunkt dieses Austausches sind weiterhin die Perspektiven zur Wiederöffnung des Einzelhandels und der Gastronomie/Hotellerie.

Hierbei konnten wir einen interessierten Landrat beobachten, der die Sorgen der Unternehmer sehr ernst nimmt und ebenfalls selber mit vielen Unternehmen diesbezüglich in Kontakt ist. Herr Kern organisierte ein weiteres kurzfristiges Treffen unter Einbeziehung der BGLW um Lösungen zu finden, dass Hilfen schneller ausbezahlt werden, bzw. welche Möglichkeiten es gerade für Kleinbetriebe gibt, eventuell staatliche Hilfen zu erlangen.


Ebenso konnte das RUFO sehr deutlich machen, dass auch an einem Zeitplan der Öffnung von Handel, Gastro und Hotellerie gearbeitet werden muss. Gerade auch diese Betriebe benötigen nicht nur mindestens 14 Tage Vorlaufzeit sondern Stabilität. Unser Landrat zeigte auf, welch spezielle Lage unser Landkreis hat. Mit der Nähe zu Salzburg haben wir täglich 6500 Pendler die sich laufend Tests unterziehen müssen.

Die Anzahl der Coronapositiven bleibt gleich

Prozentual ist hier keine signifikante Erhöhung der coronapositiven Testergebnisse erkennbar. Aber durch die Menge der Tests ergeben sich zwangsläufig mehr positiv getestete Personen. Unser Landkreis ist in Bayern wöchentlich an Spitzenreiterposition bei der Anzahl von Tests. Dies erklärt auch unsere hohen Fallzahlen. Je mehr getestet wird desto geringer wird die Dunkelziffer an Coronafällen.

Umgedreht erhöht dies bei uns die Inzidenzzahlen! Daher ist das von vielen Medizinern schon lange geforderte Ändern der Parameter zur Ermittlung der Inzidenz zahlen dringend notwendig. Diese Besonderheiten versucht Herr Kern auch der Landesregierung mit aller Deutlichkeit zu vermitteln und auch bei der am Freitag den 19. Februar stattfindenden Videoschalte mit der Bundeskanzlerin.

Vorgaben aus München entscheidend

Bei vielen Entscheidungen, die er auch gerne anders treffen würde, ist der Landkreis jedoch an die Vorgaben aus München gebunden. Ebenso wäre es aus unserer Sicht unfair Lockerungen nur an Hand des Inzidenzwertes zu ermöglichen. Wie bereits beschrieben hat unser Landkreis eine spezielle Situation. Hinzu kommt, dass dann ein nicht gewollter Shoppingtourismus in benachbarte Landkreise stattfindet, welche unseren Handel schwächt und eventuelle Infektionen weiter trägt.

Darum muss einheitlich geöffnet werden. Welche Lücken das Infektionsschutzgesetz nach wie vor hat, wird unter anderem an dem Beispiel eines Azubis sehr deutlich und zeigt auf, wie wichtig auch verpflichtende Tests nach Ablauf der Quarantänezeit sind. Besagter Auszubildender kam nach überstandener Coronainfektion und 14-tägiger Quarantäne zurück zur Arbeit. Ein weiterer freiwilliger Test ergab jedoch, dass er weiterhin ansteckend ist.

Aufruf: Nach der Quarantäne wieder testen

Darum sollte jeder sich nach einer Isolation wieder testen. Infektionsketten sind nur so, oder durch zukünftige Schnelltests zu unterbrechen. Jede Unterbrechung der Infektionskette, hilft uns allen, hilft unserem gesamten Landkreis, jeden einzelnen Unternehmer und der Bevölkerung! Wir vom RUFO appellieren daher eindringlich, sich an die bestehenden Schutz- und Hygienemaßnahmen, auch im privaten Bereich, zu halten! Weitere Infos zur aktuellen Lage Folgen zeitnah.

Pressemitteilung Reichenhaller Unternehmenforum e.V.

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