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Gäste in Bad Reichenhall begeistert

Re-Start nach 206 Tagen: Emotionaler Moment für Park-Kino-Betreiber Josef Loibl

Der erste Gast nach 206 Tagen Zwangsschließung im zweiten Lockdown: Park-Kino-Betreiber Josef Loibl (links) begrüßte einen älteren Stammgast in seinem Lichtspielhaus.
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Der erste Gast nach 206 Tagen Zwangsschließung im zweiten Lockdown: Park-Kino-Betreiber Josef Loibl (links) begrüßte einen älteren Stammgast in seinem Lichtspielhaus.

Park-Kino-Betreiber Josef Loibl war aufgeregt und hatte bei aller Vorfreude auf die Wiederöffnung seines Hauses nach über einem halben Jahr der durchgehenden Zwangsschließung durch Corona auch ein wenig Angst und Sorgen: „Wird alles klappen? Werden sich unsere Gäste diszipliniert verhalten und alle Regeln beachten?“, waren die zentralen Fragen des 53-jährigen Vollblut-Cineasten.

Bad Reichenhall - Kurz bevor schließlich der erste „richtige“ Gast das von Grund auf sanierte und modernisierte Lichtspielhaus in der Salzburger Straße betrat, wurde Loibl sentimental: „Das ist schon ein großer Moment für mich, völlig ungewohnt, nach so langer Zeit. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es ist, wenn hier die Tür aufgeht und jemand hereinkommt.“

Schließlich war es ein älterer Stammkunde, der mit Maske eintrat, seine Impfung nachwies und gleich mal drei Tickets für die kommenden Tage reservierte. „Es ist so schön, wieder hier zu sein“, kamen ihm fast die Tränen. Wenige Augenblicke später kam ein Vater mit seiner kleinen Tochter ins Park-Kino. Sie stellten sich vor Josef Loibl, warfen vor Begeisterung die Arme hoch und zerrissen ihre Gutscheine, die sie im Lockdown solidarisch erworben hatten. Der strahlende Papa bezahlte seine ersten Tickets nach langer Pause letztlich ganz regulär. „Meine Güte ist das lieb“, hätte nun Josef Loibl am liebsten eine Träne der Rührung vergossen. Nun ging‘s „Schlag auf Schlag“, die Säle füllten sich und Loibl, der das Haus seit über 20 Jahren betreibt, war sofort im 100 Prozent-Modus: Schließlich klingelte dazwischen noch ständig das Telefon, welches er – ganz Geschäftsmann-like – wie selbstverständlich permanent bediente, um Informationen bezüglich der Pandemie-Regeln zu erteilen, Auskünfte zum Film-Programm zu geben und Reservierungen anzunehmen.

Um 13.58 Uhr vollführten Josef Loibl und Max Berger dann „endlich“ den „letzten“ Mausklick, um die erste Filmvorführung seit 206 Tagen des Stillstandes im zweiten Lockdown zu starten. Nach der ersten Zwangsschließung ab 17. März 2020 war das Lichtspielhaus 144 Tage zu, ehe ein kurzes Sommer-Herbst-Intermezzo ein wenig Hoffnung brachte. Am 20. Oktober war wieder alles vorbei, 350 Tage war das Park-Kino also insgesamt geschlossen. Nach der in der letzten Woche erteilten Erlaubnis, wieder öffnen zu dürfen, mussten erstmal im Eilverfahren einige (aktuelle) Streifen beschafft werden – ein in diesen Zeiten kein leichtes Unterfangen. Nun besuchten 21 vorrangig kleine Gäste die ersten beiden Familien-Vorstellungen mit „Jim Knopf und die wilde 13“ sowie dem Zeichentrickfilm „Yakari“.

Punkt 14 Uhr öffnete sich also nach einer gefühlten Ewigkeit wieder der violette (Saal „Maximilian“) und der rote (Saal „Josef“) Vorhang, die unter die Haut gehende Park-Kino-Fanfare ertönte und Loibl und Berger fiel ein Stein vom Herzen, dass noch alles – vor allem die 2020 eingebaute neue Technik – perfekt funktionierte. Alle Gäste hatten Negativ-Tests dabei und verhielten sich vorbildlich, mit Masken auch auf den Plätzen.

Applaus schon vor der Vorstellung

Am Abend schließlich, als die französischen Komödien „Ein Doktor auf Bestellung“, „Mein Liebhaber, der Esel und ich“ und „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ zur Aufführung kamen, applaudierten die 94 Gäste, als es endlich wieder losging. Alles lief wie am Schnürchen und die Säle waren – im Rahmen des erlaubten – schon wieder ausverkauft. 115 Menschen, Filmfans durch und durch, nutzten den ersten Tag, um dabei zu sein. „Eine überwältigende Resonanz“, strahlte Josef Loibl, als er sein Kino um 23.49 Uhr nach gründlichem Lüften, sofortigem Reinigen und Desinfizieren aller Plätze das erste Mal nach über einem halben Jahr wieder einmal rundum zufrieden abschloss.

Hans-Joachim Bittner

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