Der Schwerlastverkehr soll draußen bleiben

Schneizlreuth formuliert langfristige Verkehrsziele - Polizei dämpft Erwartungen

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Schneizlreuth/Bad Reichenhall - Nach dem Bad Reichenhaller Stadtrat, der eine Beschränkung des Schwerlastverkehrs auf der Staatsstraße 2101 auf 7,5 Tonnen fordert, hat jetzt auch der Gemeinderat Schneizlreuth seine langfristigen Verkehrsziele formuliert.

Eine vernünftige Kanalisierung des Schwerlastverkehrs, eine wirksame Kontrolle im Kleinen Deutschen Eck, die Einrichtung von weiteren Geschwindigkeitsbeschränkungen oder den Bau zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen, wünscht sich Schneizlreuths Bürgermeister Wolfgang Simon für seine Gemeinde. Wie das Bad Reichenhaller Tagblatt berichtet, rechnet er genauso wie die Bürgervertretung aber damit, einen langen Atem zu brauchen und diese Wünsche nur mit Unterstützung der Politik und der Behörden umsetzen zu können.

Deshalb haben sich Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner, Wolfgang Simon und die Bürgerinitiativen aus Schneizlreuth und Karlstein in einem gemeinsamen Gespräch darauf geeinigt, die Problematik der Verkehrsbelastung im kleinen deutschen Eck direkt mit der Regierungspräsidentin von Oberbayern zu besprechen. Denn eine Tonnagebeschränkung auf 7,5 Tonnen auf der Staatsstraße 2101 würde aus Sicht der Schneizlreuther die Anwohner an der B21 von Baumgarten bis zur Abzweigung in die B305 in Schneizlreuth zusätzlich belasten. Sie sprachen sich ihrerseits für eine Beschränkung auf 12 Tonnen aus.

Wichtig ist allen Beteiligten die Kontrolle einer möglichen Beschränkung durch die Polizei. Bereits in der Bad Reichenhaller Stadtratssitzung im Februar wurde die Frage, in wie weit eine solche Kontrolle für die örtliche Polizei leistbar ist, in den Raum gestellt. Der Sachbearbeiter Verkehr für den Landkreis Berchtesgadener Land bei der Polizei Bad Reichenhall, Daniel Bäßler, erklärte auf Nachfrage von BGLand24.de: "Wenn diese Beschränkung für den Schwerlastverkehr wirklich kommt, werden wir unser Bestes tun, die Einhaltung zu kontrollieren."

"Ausnahmen sind immer schwierig zu kontrollieren"

Allerdings sei die Polizei Bad Reichenhall nicht allein für die Staatsstraße 2101 zuständig. Sie könne weiter nur stichpunktartig kontrollieren. Das geschehe bereits jetzt in Hinblick auf das Nachtfahrverbot für Lkws auf der B21. "Der Frachtverkehr aus dem Salzburger Umland durch das kleine Deutsche Eck ist privilegiert", schränkt der Sachbearbeiter Verkehr ein. "Das heißt viele Lastwagen haben eine Ausnahmegenehmigung und dürfen fahren."

Ein ähnliches Problem sieht Bäßler, sollte der Ziel- und Quellverkehr Richtung Inzell und Weißbach aus der Beschränkung tatsächlich ausgenommen werden, wie es die Schneizlreuther fordern. "Für uns sind Ausnahmen immer schwierig zu kontrollieren. Wir können uns zwar an Angaben und Frachtpapiere halten, aber letztlich müssen wir es dem Lkw-Fahrer glauben, wenn er sagt, er fährt nach Inzell." Er vergleicht diese Regelung mit der 'Anlieger frei'-Problematik. "Ein Anliegen hat man schnell einmal." Dennoch versprach Daniel Bäßler, dass die Polizei ihrer Pflicht der Kontrolle nachkommen werde. "Das ist nur leider selten so viel, wie es sich der Bürger vorstellt."

Denn laut Bad Reichenhaller Tagblatt fordern die Schneizlreuther auch, dass den Rasern rund um Schneizlreuth durch stationäre Radaranlagen, konsequente Geschwindigkeitsmessungen oder durch massive Polizeipräsenz das Handwerk gelegt werden solle.

cz

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bodo Schackow

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