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Krankenhausfreunde im offenen Brief an Landrat Kern

Ist Bad Reichenhall der einzig sinnvolle Kreisklinik-Standort?

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Die Kreisklinik in Bad Reichenhall soll neu gebaut werden. Der neue Standort ist noch nicht geklärt.

Der Kampf um die Klinik geht in die nächste Runde: Die Krankenhausfreunde Bad Reichenhall wenden sich in einem offenen Brief an Landrat Bernhard Kern - und argumentieren gegen den Standort Piding.

Bad Reichenhall - „Wir sind davon überzeugt, dass nach sorgfältiger Abwägung aller Umstände Sie zu dem Ergebnis gelangen werden, dass der einzig sinnvolle Standort für das künftige Klinikum auf dem von der Stadt Bad Reichenhall angebotenen Grundstück ist.“

Bad Reichenhall - Der bessere Klinik-Standort?

Mit diesen Worten richtet sich der Verein „Freunde des Krankenhauses Bad Reichenhall e.V.“ in einem offenen Brief an Landrat Bernhard Kern, den Kreistag Berchtesgadener Land und den Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG. Kern ist in beiden Gremien vertreten und wird mit über den zukünftigen Standort des Klinik-Neubaus entscheiden.

Der Verein möchte mit dem Brief „zu einer konstruktiven Entscheidung beitragen“ und listet dafür Punkte auf, die für einen Neubau in Bad Reichenhall, auf dem Grundstück gegenüber der Rupertustherme, spricht.

Weiterlesen: Stadtrat ändert Vorschlag: Wieder neuer Standort für Klinik-Neubau in Bad Reichenhall

Neubau Klinikum: Was spricht für den Standort Bad Reichenhall?

Die Stadt versorge seit Jahrhunderten „seine Bewohner und die Bewohner des Umkreises mit einer Akutklinik“, heißt es in dem offenen Brief. Außerdem gebe es fünf Reha-Kliniken, viele Ärzte und Fachärzte sowie ein Dialysezentrum in der Stadt. „Die unmittelbare Nähe einer Akutklinik ist ganz besonders für diese Einrichtungen von eminenter Bedeutung“, führen die Krankenhausfreunde weiter aus.

Auch die Lage des Grundstückes sieht der Verein als positiv an:

  • Nachbargrundstücke bieten weitere Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die Zufahrt könne gegebenenfalls mit einer Unter- bzw. Überführung oder einem Kreisverkehr gesichert werden.
  • Die Anbindung an den ÖPNV ist gewährleistet.
  • Das Krankenhaus kann vom angedachten Parkhaus leicht zu Fuß erreicht werden.

Doch auch das alte Klinikgelände bietet laut dem Verein Potenzial. Hier „können günstige Bediensteten-Wohnungen entstehen.“ Die Stadt sei bereit, über ihre Wohnbaugesellschaft bei der Errichtung von Bedienstetenwohnungen zu günstigem Mietzins mitzuwirken, so die Krankenhausfreunde. Auch für die Kinderbetreuung sorge die Stadt. Die Wohnlage sei durch Zentrumsnähe und Ruhe attraktiv und steigere bei einem „angespannten Wohnungsmarkt die Attraktivität der Klink als Arbeitgeber“.

Rettungsdienst: Zu lange Wege nach Piding?

Gegenüber Piding als neuen Standort, hätte Bad Reichenhall noch einen großen Vorteil, wie der Verein ausführt:

„Das Bayerische Rote Kreuz hat in unmittelbarer Nähe ihre Einsatzzentrale für Notarzt- und Rettungsfahrzeuge. Das BRK müsste also seinen Standort ebenfalls verlegen, oder der Notarzt, die Notärztin, die regelmäßig aus der Klinik kommen, müsste extra geholt werden. Ein nicht zu verantwortender Zeitverlust. Auch wären Rettungsdienstfahrzeuge beim Transport von Patienten aus dem Reichenhaller Einsatzgebiet ins Krankenhaus Piding länger unterwegs. Die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist könnte dann in einigen Bereichen des Einsatzgebietes nicht mehr garantiert werden, was gegebenenfalls eine Neuberechnung der Vorhaltung der Einsatzfahrzeuge zur Folge hätte.“

Der Verein sieht noch weitere positive Punkte bei dem Grundstück in Bad Reichenhall. Eine Hochwassergefährdung sehe der Verein etwa nicht. Am Ende des Briefes bitten die Krankenhausfreunde, „zugunsten des Standorts Bad Reichenhall zu entscheiden“.

Unterzeichnet haben Dr. Herbert Lackner (1. Vorsitzender), Friedrich Hötzendorfer (2. Vorsitzender), Alexander Gehrig (Schatzmeister) und Werner Mägerle (Patientenfürsprecher in der Klinik Bad Reichenhall).

Spekulationen um neuen Klinik-Standort im Berchtesgadener Land

Über den Standort des Klinik-Neubaus im Berchtesgadener Land wird sei Monaten spekuliert. Freilassing wollte wieder eine voll funktionierende Klink, hat aber wohl die schlechtesten Karten. Das ließ Landrat Kern bereits durchblicken.

Bad Reichenhall will die Klink unbedingt in der Kreisstadt halten. Das bestätigt auch Oberbürgermeister Christoph Lung immer wieder.

In Piding wurde erst kürzlich im Gemeinderat diskutiert, denn die Kliniken Südostbayern haben ein Grundstück in Piding erworben. Zuerst hieß es im Gemeinderat von einigen: Nein, wir wollen kein Krankenhaus. Mittlerweile hat sich auch Piding geeinigt: Ja, man werde ein Krankenhaus annehmen, sofern sich die Kliniken und der Kreistag für Piding entscheiden.

Kliniken Südostbayern entscheidet über neuen Standort

Von den Kliniken Südostbayern selbst hört man derzeit nur eines: Schweigen. Auf Nachfrage durch BGLand24.de bei der Unternehmenskommunikation der Kliniken Südostbayern heißt es lediglich:

„Auf Grundlage eines Stadtratsbeschluss der Stadt Bad Reichenhall vom 21. September stehen Grundstücke im Stadtgebiet von Reichenhall für den Ersatzneubau der Kreisklinik zur Verfügung. Bereits im Juli ist es gelungen in der Gemeinde Piding eine geeignete Fläche zu finden und zu erwerben. Die Geschäftsführung der Kliniken Südostbayern wird beide Standortoptionen auf ihre Eignung prüfen und dem Aufsichtsrat der Kliniken in der Novembersitzung vorstellen.“

Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

ce

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