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Ernährungsberaterin aus Bad Reichenhall im Interview

So schmeckt Gemüse: „Es steht ja nicht jeder auf gedünsteten Brokkoli“

Daniela Schröfl ist Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin. Bei „Koch Dich Fit“ bietet sie in Bad Reichenhall Kochkurse für eine gesunde, pflanzliche Ernährung an.
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Daniela Schröfl ist Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin. Bei „Koch Dich Fit“ bietet sie in Bad Reichenhall Kochkurse für eine gesunde, pflanzliche Ernährung an.

Wie wird Gemüse zu Gerichten verwertet und zwar so, dass es auch schmeckt? Der Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin Daniela Schröfl aus Bad Reichenhall liegt die gesunde, pflanzliche Ernährung persönlich am Herzen und hat damit einen weiteren Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Frau Schröfl, Sie bieten Ernährungstraining an. Was genau versteht man denn unter diesem Begriff?

Das ist der Oberbegriff meiner Workshops. Ich bin keine Köchin. Deswegen mag ich das Wort Koch-Workshop nicht so gern. Man kocht hier zwar miteinander, aber wir besprechen Ernährungsbildung und nicht, wie man die Zwiebeln richtig schneidet. Wie kann man die Lebensmittel einsetzen, wie kann man sie verarbeiten? Indem man in den Workshops miteinander kocht, merken die Teilnehmer dann auch gleich, wie es schmeckt. Ich beantworte währenddessen auch Ernährungsfragen, auch zu Themen, um die es viele Gerüchte gibt - etwa Zucker, Salz und Abnehmen. Ich versuche dabei, Ernährungswissen zu vermitteln.

Was wird denn in den Kursen gekocht?

Die Workshops sind alle komplett pflanzlich. Man hört ja auch immer wieder, dass man weniger Fleisch essen soll. Dann ist es wichtig, dass man den Leuten zeigt, was man denn mit Gemüse oder mit Grundnahrungsmitteln Leckeres kochen kann. Dass es eben nicht langweilig ist. Es steht nicht jeder auf gedünsteten Brokkoli. Diese Gemüseverwertung und wie man Gemüse lecker verarbeiten kann, steht ein bisschen über meinen Kursen, zusätzlich zu dem Ernährungswissen und den Fragen, die die Teilnehmer stellen können.

Wieso haben Sie mit der Ernährungsberatung angefangen?

Ich bin bereits seit 2011 als Physiotherapeutin selbstständig und habe meine eigene Praxis. Irgendwann kommt man auch in der Physiotherapie zu dem Thema gesunde Ernährung, etwa bei Übergewicht, wenn der Bewegungsapparat Probleme macht. Ich wollte das ganzheitlicher sehen. Ich bin dann in den letzten fünf Jahren bei meinen Ausbildungen in das Ernährungswissen gegangen. Außerdem hatte ich wegen Nahrungsunverträglichkeiten ein persönliches Interesse. Bewegung, Muskulatur, gesunde Ernährung und Vermeidung von Übergewicht - da hat sich der Kreis für mich geschlossen.

Haben Sie ein Beispiel für ein Kursthema?

Derzeit biete ich bestimmte Themen an. Etwa gesunde Frühstücksvarianten, oder die Verarbeitung von Tofu. Der schmeckt ja meistens nicht so gut, wenn man ihn nicht richtig verarbeitet. Im Tofu-Kurs schmeckt er dann den meisten. Oder auch Fast Food mal anders.

Sie haben mit „Koch Dich fit“ kurz vor Beginn der Corona-Pandemie gestartet. Wie lief das für Sie?

Leider hat es mich da auch voll erwischt. Meine Entscheidung, ein Business aufzumachen, war ein bisschen spontan, weil die entsprechenden Räumlichkeiten frei wurden. Dann habe ich im Januar 2020 eröffnet. Zwei Kurse waren noch ganz normal. Mitte März kam dann der erste Lockdown und damit war natürlich dann alles verboten. Ich hatte auch - das ist das Schlimme daran - volle Kursanmeldungen. Das ist ziemlich gut eingeschlagen. Ich musste alles auf unbestimmte Zeit absagen. Das war die letzten zwei Jahre schlimm.

Sie konnten bei gelockerten Corona-Maßnahmen ja Kurse durchführen. Gibt es eine Kurs-Gruppe, die Ihnen bisher besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ich hatte so eine Mädels Gruppe, die war wirklich sehr schön. Die kannten sich alle und waren auch in etwa meine Alterskategorie. Die ist mir tatsächlich in Erinnerung geblieben, weil es war lustig, nett, die waren wissbegierig, und die Mädels kommen jetzt auch wieder. Das finde ich total schön. Irgendwie hat aber jede Gruppe etwas besonderes. Die einen ratschen sehr viel. Da muss ich dann auch mal eine Klingel benutzen, damit es wieder ruhig ist. Das finden sie meistens ganz lustig. Diese Gruppen, wo man öfter klingeln muss, bleiben einem tatsächlich auch in Erinnerung.

Wie kann man sich diese Klingel vorstellen?

Ich habe so eine uralte Klingel von meiner Oma. Mit der klingle ich dann. Die ist richtig, richtig laut. Es gibt aber auch sehr, sehr stille Gruppen. Die muss man erst mal mitreißen.

Hat Sie bei den Kursgruppen bisher etwas überrascht?

Ich habe viele ältere Personen in den Kursen. Ich rede hier wirklich von Ü60, oder noch älter, was ich schon auch sehr toll finde. Gerade, wenn sich diese Generationen auch mit neuen Dingen beschäftigen wollen. Wenn da so ein jüngeres Mädl steht und ihnen sagt, wie sie ihr Brot backen sollen oder wie sie kochen können. Es freut mich, wenn sie dann auch begeistert sind und sagen: ‚Jetzt koche ich schon 40 Jahre, aber das ist doch jetzt mal was ganz was Neues und ganz was anderes. Und das werde ich umsetzen.‘ So toll junge Menschen sind, so spannend ist es aber auch, mit Älteren zu arbeiten. 

Gibt es schon Pläne für die Zukunft, wie es jetzt weitergehen soll?

Ich versuche, mein Angebot sehr vielseitig aufzustellen. Ich habe eigentlich von Anfang an geplant, diese Gesundheitsthemen auch in die hiesigen Firmen zu bringen, also etwa Workshops für Mitarbeiter. Das hatte ich vor Corona schon ein bisschen angekurbelt. Das werde ich in Zukunft wieder angehen. Mit den Workshops und den einzelnen Ernährungsberatungen geht es sowieso weiter. Ich habe aber auch kleinere Veranstaltungen mit einer Freundin zusammen geplant, Yoga und Brunch zum Beispiel. Ich richte den Brunch her und meine Freundin übernimmt den Yoga-Teil.

Frau Schröfl, Ich danke Ihnen für das Gespräch.

„Koch Dich Fit“ - Daniela Schröfl

Daniela Schröfl ist Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin. Sie betreibt „Die Gesundheitspraxis“ und „Koch Dich fit“ in Bad Reichenhall. In ihren Workshops kocht sie gemeinsam mit den Teilnehmern mehrere pflanzliche Gerichte. Ein Rezeptheft gibt es oben drauf.

ce

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