Parkplatz Problem beschäftigt nicht nur Stadt Bad Reichenhall

Naturnah sein, aber Berg fern parken - ist das die Lösung für die Padinger Alm?

Parkende Autos im Bad Reichenhaller Ortsteil Nonn.
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Bei so viel Ausflugsverkehr wird die Straße ins Nonner Oberland in Bad Reichenhall ziemlich eng.

Bad Reichenhall - Bereits im Sommer ist das Thema Parken an der Padinger Alm heiß diskutiert worden. Nach einem traumhaften Wanderherbst-Wochenende regt sich unter den Anwohnern in Nonn erneut Unmut. Eine schnelle Lösung scheint aber nicht in Sicht.

Das Problem ist uns bekannt“, beginnt Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Christoph Lung seine Erklärung gegenüber BGLand24.de. „Leider sind wir noch nicht maßgeblich weitergekommen.“ Lung meint damit die Überlegungen, wie man das Parkplatz-Problem an der Padinger Alm und in Nonn am besten und effektivsten lösen könnte.


Lösungen für das Parkplatz-Problem an der Padinger Alm in Bad Reichenhall für 2021?

„Es gibt einige Ideen. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr mit Lösungen an den Start gehen können“, gibt der Oberbürgermeister einen kleinen Einblick. Den Anwohnern in Nonn ist die Aussage von „einigen Ideen“ zu wenig. Sie wollen endlich Lösungen dafür, dass bei schönstem Wanderwetter die Straße ins Nonner Oberland so zugeparkt ist, dass oft kein Rettungsfahrzeug mehr durchkommen kann.


Von München und Passau, über Bad Tölz, Wasserburg, Mühldorf, und Altötting, bis nach Rosenheim, Traunstein und Salzburg kommen die Wandergäste am Hochstaufen.

„Das Verhalten der Bergsteiger und Wanderer wird zunehmend dreister“, fasst es unser freier Mitarbeiter Hans Bittner zusammen. Er war am Wochenende (7./8. November) selbst vor Ort und hat sich ein Bild der Lage gemacht. „Sie fahren in die Wiesen, verursachen Flurschäden, sie parken kreuz und quer, behindern den „flüssigen“ Verkehr, es kommt auf der ja nicht gerade breiten Straße zum Nonner Oberland zu „unguten“ Begegnungen und es muss unnötig und gefährlich rangiert werden.“

Hie und da soll es auch zu verbalen Auseinandersetzungen, ja handfesten Streitigkeiten kommen. Und das, wo doch alle das gleiche Ziel haben: in Ruhe die Natur erleben. Die Gruppe Naturnah/Blechfern, zu der BGLand24.de nichts näheres bekannt ist, hat deshalb Zettel an die Autos geheftet.

Dringender Appell einer unbekannten Gruppe an die Wild-Parker im Bereich Padinger Alm in Bad Reichenhall.

Parken am Nonner Stadion oder an der Rupertustherme zu weit weg?

Am Nonner Stadion und an der Rupertustherme befinden sich die eigentlichen Wanderparkplätze. „Ich habe da unten geparkt, war das einzige Auto weit und breit. Bis zur Padinger Alm geht man ungefähr 30 Minuten, sollte also eigentlich keine Rolle spielen, wenn man auf den Staufen will. Und der Weg ist auch noch sehr schön“, erklärt ein Nutzer der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bad Reichenhall, wenn...“ in der nach dem Wochenende ebenfalls eine Diskussion über das Parken in Nonn entbrannt ist.

Die Bad Reichenhaller fordern dort eine Lösung der Stadt, aber nicht ohne eigene Vorschläge zu machen: von einem Shuttlebus ab dem Festplatz ist dort zu lesen oder Wiesen anmieten und zu Parkplätzen machen, wäre eine Option. Laut Christoph Lung ist die Stadt dabei, sämtliche Möglichkeiten zu prüfen. „Auch eine bauliche Lösung befindet sich in der Diskussion.“

Mit Flatterleinen und Beschilderung das Parkproblem an der Padinger Alm nur verlagert?

Doch nähere Angaben zu den diskutierten Lösungen will der Oberbürgermeister nicht machen. Er verrät nur so viel, dass bisher die Gespräche mit dem Besitzer der Padinger Alm keine Lösung gebracht hätten. Der hatte seinen Parkplatz und die Privatstraße zur Alm gesperrt. „Mit Flatterleinen und Beschilderung haben wir das Problem da oben ganz gut in den Griff gekriegt“, betont Daniel Bäßler, der Verkehrssachbearbeiter der Polizei Bad Reichenhall. „Weiter unten darf sich jeder hinstellen.“

Der Schilderwald um die Padinger Alm in Bad Reichenhall wird größer.

Aber natürlich nur dann, wenn es zu keinen Behinderungen kommt und die in der Straßenverkehrsordnung festgelegte Restfahrbahnbreite von 3,50 Meter bestehen bleibt. „Da muss man dann schon mal überlegen, wer war jetzt zuerst da?“ erklärt Bäsler, dessen Kollegen regelmäßig an schönen Wandertagen die Parksituation kontrollieren und im schlimmsten Fall den Abschleppdienst rufen.

Ende August haben die Kollegen dann tatsächlich einige Fahrzeuge versetzen lassen, doch dazu muss auch der Abschleppdienst erstmal durchkommen. „Heuer sind im besonderen Maße Urlauber und Tagesausflügler zu uns gekommen und die werden auch künftig irgendwo parken wollen“, ist sich Lung der Problematik bewusst, dass die Parkplätze möglich nah am Ausgangspunkt seien müssen. Aber mehr als die Anwohner vertrösten kann er im Moment nicht.

cz

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