Das steckt hinter dem Feuerball über dem Hochstaufen

Lichtspektakel am Himmel: Helle Feuerkugel über der Region gesichtet

Ein Lichtstrahl, aufgelöst durch einen Meteorit, leuchtet am 24. November 2020 am nächtlichen Himmel über der Sternwarte Gahberg am Starnberger See.
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Ein Lichtstrahl, aufgelöst durch einen Meteorit, leuchtet am 24. November 2020 am nächtlichen Himmel über der Sternwarte Gahberg am Starnberger See.

Eine Feuerkugel hat am Wochenende Himmelsbeobachter auch in unserer Region in ihren Bann gezogen. Die Ursache war höchstwahrscheinlich ein Relikt aus der Planetenentstehung.

Die besonders helle Erscheinung am Nachthimmel hat viele Menschen in Deutschland und der Region fasziniert. Sie konnten am Samstagabend beobachten, wie eine Feuerkugel über Deutschland hinwegzog. „Wir hatten innerhalb weniger Stunden etwa 90 Eingänge auf unserer Meldeadresse“, bestätigte Jürgen Oberst vom Feuerkugelnetz am Sonntag. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Technischen Universität (TU) Berlin. „Die Meldungen beziehen sich alle auf ein Event um etwa 18.40 Uhr, und die meisten Meldungen kommen aus dem Raum Köln-Frankfurt-Stuttgart.“


„Sehr heller Feuerball von Düsseldorf-Ludenberg Richtung Mettmann. Ist dann in mehrere Teile zerfallen. Uhrzeit 18.40 Uhr“, schrieb zum Beispiel ein Himmelsbeobachter der „Rheinischen Post“, wie sie am Sonntag berichtete.

Feuerball über dem Hochstaufen


Aber auch in unserer Region war die helle Feuerkugel zu sehen. Unsere Leserin Heidi aus dem Berchtesgadener Land schilderte gegenüber BGLand24.de: „Wir haben am Samstagabend, um 18.41 Uhr, über dem Hochstaufen eine Art Feuerball auf die Erde fliegen sehen.“ Und Heidi war nicht die einzige. Im Netz teilten viele User ihre Beobachtungen: „Wir sichteten auf unserer Bergtour eine Feuerkugel mit Schweif die hinter dem Hochstaufen (Bad Reichenhall) Richtung Salzburg runter ging.“

Ein weiterer Beobachter aus Siegen berichtete von einem am Himmel entlangziehenden hellen Strahl, der in eine grüne jadeähnliche Farbe übergegangen sei. Der größte Teil sei anscheinend zerbrochen, und es seien zwei kleinere hell leuchtende Kugeln abgegangen. Die Dauer der Sichtung habe höchstens fünf bis sieben Sekunden betragen.

Ursache für dieses schöne Naturspektakel

Doch was war die Ursache für dieses unglaubliche schöne Naturspektakel? „Höchstwahrscheinlich ist es ein Asteroidenfragment gewesen, das in die Atmosphäre eingetreten ist“ erklärte der technische Leiter des DLR-Feuerkugelnetzes, Dieter Heinlein. Der recht große Brocken sei gegen 18.41 Uhr von Ost nach West etwa über Kassel hinweg geflogen. Die genaue Größe sei noch unbekannt.

Solche Meldungen von Feuerkugeln seien im November und Dezember besonders häufig, sagte Heinlein. Über Österreich sei am 19. November bereits ein ähnlicher Brocken in die Atmosphäre getaucht, von dem dann einzelne Stücke auf die Erde gefallen seien. Es sei noch unklar, ob dies nun auch in Deutschland geschehen sei. Und auch am 24. November konnte man am Himmel über Bayern einen hellen Meteorit wahrnehmen (siehe Artikelfoto).

Asteroiden sind laut DLR übrig gebliebene Kleinkörper aus der Zeit der Planetenentstehung. In unserem Sonnensystem seien die meisten im sogenannten Asteroidengürtel zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter zu finden. Kollisionen in diesem Gebiet produzierten jedoch Fragmente, die auch die Bahn der Erde kreuzen können und beim Eintauchen in die Atmosphäre Feuerkugeln erzeugen.

dpa/mz

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