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Jagdstrecke und Dankmesse für St. Hubertus

Kreisgruppe der Jäger Berchtesgadener Land begeht Hubertustag im Bad Reichenhaller St. Nikolaus

Stadtpfarrer Markuss Moderegger während seiner Rede mit Jagdhornbläsern.
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Stadtpfarrer Markuss Moderegger während seiner Rede mit Jagdhornbläsern.

Mit dem Legen einer Jagdstrecke auf Nadelbaumzweigen auf dem Vorplatz der St. Nikolauskirche in Bad Reichenhall, mit anschließender Hubertusmesse im Gotteshaus, feierte die Kreisgruppe der Jäger Berchtesgadener Land im Bayerischen Jagdverband (BJV) ihren Schutzpatron, den Heiligen Hubertus.

Bad Reichenhall – Wie deren Vorsitzender Hans Berger aus Patting in seiner Ansprache sagte, freue er sich, dass nach zweijähriger Corona-Pause, diese Feier, so zu sagen, im Mittelpunkt des Landkreises wieder stattfinden kann, in der die Jagd auf eine lange, jagdliche Tradition zurückblicken kann. In den Reihen der Jägerschaft begrüßte Berger auch Stadtpfarrer Markus Moderegger, die Landratstellvertreterin Elisabeth Hagenauer, Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung, Dr. Daniel Müller von den Bayerischen Staatforsten und den Leiter des AELF Traunstein, Alfons Leitenbacher. Die eindruckvolle, gediegene musikalische Umrahmung der Feier vor und in St. Nikolaus kam aus den Fürst Pless- und Parvorcehörnern der Rupertiwinkler Jagdhornbläser unter Leitung von Hornmeister Günter Schroth.

Als Erstes galt ein herzliches Dankeschön Bergers dem Jagdkameraden Michi Dorrer aus Bad Reichenhall, der die Feierlichkeit gespürvoll vorbereitet hatte. Ein Dank ging weiter an Dr. Daniel Müller für einen geschossenen Hirsch und an die Nationalparkverwaltung für einen Gamsbock, die beide die auf dem Kirchenvorplatz gelegte Strecke aus Hase, Fuchs, Fasan, Schnepfe und Reh eindrucksvoll ergänzten. Froh sei er darüber, dass die Zusammenarbeit im Raum Bad Reichenhall, mit den angrenzenden Jagdrevieren Piding, Marzoll, Bayerisch Gmain, Karlstein und den Bayerischen Staatsforsten, gut funktioniere und die Jagdausübung sichergestellt sei. Schließlich sei es, nach der historischen Abholzung und Nutzung der Wälder als Heizmaterial durch die Saline, eine große Herausforderung gewesen, diese Jagdkultur, so wie sie heute bestehen, wieder zu begründen. Daran sei auch die örtliche Jägerschaft maßgeblich beteiligt gewesen.

Dank an den Heiligen Hubertus

Für diese, aber auch für das Wild, gebe es heutzutage ganz andere Herausforderungen, wie etwa den Klimawandel, oder das geänderte Freizeitverhalten der Menschen. Letzteres bedinge, dass die Wildtiere zu Nachtaktiven werde. Mit dieser Feier gelte es am Jahresende, sich beim Heiligen Hubertus zu bedanken, der die Jägerschaft begleite und Unheil von ihr abwende, auch wenn viele Menschen im Zeitalter von Internet und „immer höher, schneller, weiter“ dies als veraltetes und nicht mehr zeitgemäßes Ritual hielten. Ein Gedenken gelte zudem allen Waldkameraden, „die der Herrgott in sein Revier geholt hat.“ Von Forderungen von selbst ernannten Naturschützern oder Jagdgegnern, die Jagd ganz einzustellen, oder ganzjährig, ohne Schonzeit und mit Nachtzielgeräten auszuüben, distanziere er sich in aller Form.

Anstelle dies zu fordern, wäre es für manche Menschen zielführender, ihre eigene Ökobilanz zu hinterfragen. Die nachhaltige Ökobilanz der Jägerschaft sehe so aus, dass sie den natürlichen Zuwachs jagdbaren Wildes abschöpfe und die ganzen Tiere als hochwertige, regionale Lebensmittel verwerte. So könne sowohl Rücksicht auf die Belange der Land- und Forstwirtschaft genommen, wie die Wildbestände, im Einklang mit der Natur, angepasst werden. Die Jägerschaft rief er im Sinne einer guten Jagdkultur dazu auf, tolerant miteinander umzugehen, andere Meinungen zu respektieren und immer wieder das Gespräch zu suchen. Dem Heiligen Hubertus danke er für das zurückliegende Jagdjahr und bitte ihn, seine schützende Hand auch weiterhin über die Jäger zu halten. Allen wünsche er eine schöne Hubertusfeier, für die anstehende Weihnachtszeit besinnliche Tage und für das kommende Jahr viel Glück, Gesundheit, Zufriedenheit und ein kräftiges „Waidmannsheil!“

Oberbürgermeister Dr. Lung auch erfreut

Oberbürgermeister Dr. Lung freute sich, dass die Hubertusfeier in diesem Jahr in Bad Reichenhall stattfindet. Eine gemeinsame Feier tue angesichts der steigenden Herausforderungen für die Jagdausübenden in jedem Fall gut. Er bestätige, dass die Jägerinnen und Jäger die besten Naturschützer seien und es keinen Grund gebe: „In Sack und Asche zu gehen!“. Für diese verantwortungsvolle Tätigkeit bedanke er sich und wünsche allen viel Erfolg und Gottes Segen. Im Anschluss wurde die gelegte Strecke pro Wildart einzeln verblasen. Wie Berger dabei erwähnte, wurden im Landkreis, ohne Nationalpark, in diesem Jahr beispielhaft 380 Stück Rotwild, 390 Stück Gamswild, 2730 Rehwild und 712 Füchsinnen und Füchse erlegt. Durch die intensive Bejagung von Raubwild nehme der Bestand an Feldhasen zu und bedürfe einer stärkeren Entnahme. Fasane und Schnepfen würden nur sehr wenige erlegt.

Die Legende des wilden Jägers Hubertus

Stadtpfarrer Markus Moderegger beschäftigte sich in seiner Predigt intensiv mit der Legende des wilden Jägers Hubertus aus den Ardennen und dessen Bekehrung. Nachdem er sich im dichten Wald verirrt und von einem Hirsch, mit einem leuchtenden Kreuz zwischen den Geweihen, wieder herausgeleitet worden war. Vielleicht stelle man sich diesen Hubertus so vor wie im Lied vom Jäger aus Kurpfalz in dem es heiße: „Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald und schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefallt!“ Heiliggesprochen sei er aber sicher nicht wegen seines Jadgstils worden, sondern wegen seiner Bekehrungsgeschichte, die sich jeder Mensch zu Herzen nehmen sollte. Auch wenn eine Waffe in der Hand Gefahr ausstrahle und man sich schnell „zur Frau oder zum Herren über Leben und Tod“ berufen fühlen könnte, sei der wilde Jäger keinesfalls das Vorbild, an dem man die Jägerschaft messen wolle und dürfe. Die symbolische Sprache von Legenden wolle in diesem Fall sicher signalisieren, dass da ein Mensch war, der sich verrannt hatte, sprichwörtlich „im Wald stehe“ und weiter, wegen seiner eigenen Machtansprüche, jeglichen Respekt vor der Schöpfung und dem Leben verloren hatte.

Genau diesem Menschen weise das strahlende Kreuz, also Christus selbst, den rechten Weg. Dies könne auch als Aufruf an uns alle gedeutet werden, die Ehrfurcht vor dem Leben neu zu lernen und zu erkennen. Auch Hubertus habe, wie im Evangelium berichtet werde, erkannt, dass er nicht Herr, sondern Verwalter der Schöpfung ist und er daran zu glauben begann, dass die Welt, die Tiere, die Pflanzen und letztlich der Mensch nicht bloß Produkt eines Zufalls seien, sondern von Gott gewollt, geschaffen und geliebt. Deshalb sei Hubertus auch genau der richtige Patron für die Jäger und Förster, die eine große Verantwortung für die Schöpfung trügen. Diese Botschaft des Hubertusfestes gelte aber nicht nur für die Jagdausübenden, sondern, gerade in unserer Zeit, für jeden Christen, „für alle Menschen, die guten Willens sind!“.

Die vielen Putins – die verblendeten „Möchtegern-Jägern“ dieser Welt

Wie die Jägerschaft in ihrem Wirkungsfeld, sei jeder Mensch täglich aufgefordert, etwa durch Mülltrennung und Müllvermeidung, Abfall nicht in der Natur zu entsorgen oder Wasser nicht sinnlos zu verschwenden, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. Verantwortungslos zeigten sich hingegen die verblendeten „Möchtegern-Jägern“ dieser Welt, die vielen Putins: „Die Gerechtigkeit mit den Füßen treten, wie „kapitale Platzhirschen“ auf der Weltbühne auftreten und sich zunehmend im Dickicht ihres Waldes, namens Egoismus verrennen.“ Mit ihren Waffen zeigten sie absolut keine Ehrfurcht vor Gott und dem Leben. Weil sie den „Strahlenden am Kreuz“ nicht erblickten, seien und blieben sie lediglich „Blender“. Das Kreuz, das Hubertus gesehen habe, mahne uns nämlich alle zur Ehrfurcht vor dem Leben, zu einer „Kultur des Lebens“, wie Papst Johannes Paul II. es einst formuliert habe. Hubertus wolle uns als Patron bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe beistehen!

wb

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