Pressemitteilung Radverkehrsinitiative Reichenhall

 „Da ist viel drin, man muss es nur wollen“

Ein erster Vorschlag für einen Netzplan Radverkehr in Bad Reichenhall.
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Ein erster Vorschlag für einen Netzplan Radverkehr in Bad Reichenhall. Drei Längsachsen (rot) als Grundgerüst durch die Stadt. Umwandlung der bestehenden Tempo-30-Zonen (gelb markiert) in Radverkehrszonen und Schaffung von sicheren Querverbindungen (grün) durch abgetrennte Radwege oder Mehrzweckstreifen auf der Fahrbahn.

Bad Reichenhall - Die Initiative für mehr und sicheren Radverkehr in Reichenhall will jetzt vorlegen. Ein Besuch in Salzburg hat gezeigt, wie man die Weichen für eine deutliche Steigerung des Radverkehrs stellen kann.

So motiviert von der Nachbargemeinde will die Radinitiative für die Kurstadt ein Konzept ausarbeiten, das ambitioniert ist und die Möglichkeiten der neuen Stra­ßenverkehrsordnung nutzt. Was vom Stadtrat oder der Stadtverwal­tung kommen könnte, darauf will die Initiative nicht warten und mit ihrem Netzplan und einem Maßnahmenkatalog die Diskussion anstoßen. Die Möglichkeiten seien nicht einmal sehr aufwändig umzusetzen, was die Kosten und die erforderlichen Maßnahmen betrifft. Julia Schmied von der Initiative: „da ist viel drin, man muss es nur wollen“.


Im Prinzip sind in der Stadt alle Straßen geeignet, um ein sicheres Radwegenetz zu schaffen. Dazu wurde eigens 2020 die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) erlassen. Ziel der Verordnung ist es, den Autoverkehr bewusst langsamer und damit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen. Und der Platz, der bisher fast vollständig dem Autoverkehr gedient hat, wird fair geteilt. Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sollen, so die Idee der neuen StVO, die Autofahrer zum Umsteigen motivieren und jedes zu Hause stehen gelassene Auto entlastet wiederum die Innenstadt.

Bis 2025 will Salzburg den Radverkehrsanteil in einer Kraftanstrengung auf bis zu 28 Prozent erhöhen. Um das zu schaffen, bedürfe es aber nicht nur eines guten Radver­kehrsnetzes. Weitere Maßnahmen sind ein ausreichendes Budget und hauptamtliche Kräfte in der Stadtverwaltung für die Umsetzung. Für das Gelingen ist zudem eine umfassende Information und Kommunikation mit den Bürgern notwendig. Und nicht zuletzt, in Salzburg hat der Gemeinderat im Jahr 2017 die Radverkehrsstrategie „Mehr Mobilität für alle“ einstimmig auf den Weg gebracht.


Beim kürzlichen Treffen der Radinitiative wurde bereits ausgearbeitet, wie ein Grundgerüst für das künftige Radwegnetz aussehen könnte. Wegen der Längsausrich­tung der Stadt von Marzoll bis zum Thumsee würden sich drei Hauptverbindungen anbieten: von Marzoll bis zum Rathausplatz, von Piding nach Karlstein und wiederum von Piding in die Innenstadt bzw. Rathausplatz.

Zwei der Achsen sind bereits weitgehend vorhanden und nur die Achse Piding - Rathaus­platz sowie die Querverbindungen wären noch einzurichten. Vieles davon, so die Initiative könne mit geringem Aufwand gemacht werden. Dazu Elli Reischl: „Schilder, Farbe für die Bodenmarkierungen und guten Willen, mehr braucht es eigentlich nicht“.

Pressemitteilung Radverkehrsinitiative Reichenhall

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