Wie kann die Saison 2021 starten?

Reichenhaller Haus am Staufen: Hüttenwirte Andreas und Christine starten mit Vorbereitungen

Das Reichenhaller Haus am Hochstaufen.
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Das Reichenhaller Haus am Hochstaufen.

Vielen Bergsteigern juckt es schon wieder in den Füßen - der Schnee verschwindet langsam und der Wunsch nach Bergtouren wird immer größer. Die Wirte des Reichenhaller Hauses sind bereits mit den Vorbereitungen für die Saison gestartet.

Bad Reichenhall - Im „Staufenhaus“ neigt sich die Winterruhe dem Ende zu. Die Hüttenwirte Andreas und Christine Frommelt haben Ende April wieder mit den Vorbereitungen für die kommende Hüttensaison begonnen. Jetzt heißt es, die Anlagen des exponierten Hauses zu überprüfen. Funktionieren Photovoltaik, Wasseraufbereitung und Kühlanlage einwandfrei? Damit zum Saisonstart auch genügend Wasser vorhanden ist, muss auch die Regenwasserzisterne mit eigener UV-Anlage wieder in Betrieb genommen werden. 

Versorgungsflüge auf die Terrasse mit je 750 Kilogramm

Besonders imposant beim Reichenhaller Haus sind die Versorgungsflüge, bei denen ein Hubschrauber die Vorräte auf der aufgeklappten Terrasse ablegt. Auch diese werden bereits vorab geplant. Dafür werden die Lagervorräte für die Hütte vom Tal aus organisiert. Solche Versorgungsflüge finden in der Regel drei bis viermal pro Saison statt. Dafür sei auch eine gute Planung erforderlich, „denn wenn hier was vergessen wird, kommt es nicht mehr so schnell zur Hütte“, so Frommelt.

Um den Hubschrauber zu beladen, versammeln sich am Jochberg in Weißbach der Bierlieferant und einige freiwillige Lieferanten von Lebensmitteln aus dem privaten Umfeld der Hüttenwirte zusammen mit dem Hubschrauber und dessen Team. Dann werden die jeweiligen Flüge vorbereitet und verpackt. So ein Flug hat dann im Schnitt 750 Kilogramm an Versorgungsmaterial mit dabei.

Versorgungsflug auf das Reichenhaller Haus.

Oben am Reichenhaller Haus wird in der Zwischenzeit das Geländer der Terrasse abmontiert, damit dann der Hubschrauber die Ladung auf der Terrasse abladen kann. Je nachdem fliegt der Hubschrauber dann zwischen zehn und 15 Mal zur Hütte. Zwischen den Flügen liegen meist drei bis fünf Minuten - für die Hüttenwirte heißt es daher, sehr schnell die Lieferungen zu verräumen.

Mit den Versorgungsflügen können haltbare Lebensmittel und andere Gegenstände gut zur Hütte gebracht werden, doch schwierig wird es dann bei „frischen“ Sachen. Für diese Lieferungen haben die Hüttenwirte jedoch auch Unterstützung durch viele Freiwillige aus dem Verwandten- und Freundeskreis, bzw. auch die Frommelts selbst, müssen dann mal „herhalten“ und einen der langen Wanderwege bis zur Hütte begehen.

Wann startet die Hüttensaison 2021?

Die (heimischen) Bergsteiger stehen ja schon in ihren Startlöchern, wann genau die Saison im Reichenhaller Haus jedoch losgeht, ist noch unklar. „Normalerweise öffnen wir immer zwischen Anfang Mai und spätestens am 15. Mai, je nach Schnee- und Wetterlage“, sagt Hüttenwirt Frommelt dazu. Natürlich hängt eine mögliche Öffnung wieder von den Corona-Maßnahmen in Bayern ab, „wünschen würden wir uns aber schon eine Öffnung zwischen Mitte Mai und Anfang Juni“, so Frommelt. 

Eine Saison wie in Vor-Corona Zeiten wird es jedoch wohl auch 2021 nicht geben. „Die Saison 2020 war bisher sicherlich die mit Abstand schwierigste Saison, mit all den Auflagen und Beschränkungen“, so Frommelt. Übernachtungen seien etwa erst ab Juli möglich gewesen. Auffällig sei aber trotz allem gewesen, dass mehr Gäste in den Bergen Urlaub machen würden. Das merke man auch im Tagesbetrieb. Während die Übernachtungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren - mit im Schnitt 1200 Übernachtungsgästen - auf 300 gesunken waren, merke man am Tagesbetrieb überhaupt keinen Unterschied. Für 2021 rechnen die Wirtsleute mit ähnlichen Auflagen und Maßnahmen wie in der Vor-Saison. Man gehe bei den Übernachtungen wieder von maximal einer Gruppe pro Zimmer bzw. Lager aus. 

Trotz der Widrigkeiten in der Saison 2020, hatte der Sommer auch seine schönen Seiten für die Frommelts: „Um ehrlich zu sein, haben wir die Ruhe am Berg am Abend zum Anfang richtig genossen, so hatten auch wir einmal Zeit, um uns genüsslich den Sonnenuntergang anzusehen“.

Hüttenwirtsleute des „Staufenhauses“ Andreas und Christine Frommelt.

Andreas (49) und Christine (49) Frommelt sind bereits seit 2009 die Hüttenwirte des Reichenhaller Hauses am Hochstaufen. Im Tal leben die beiden gemeinsam mit ihren Töchtern im österreichischen Unken. Das Reichenhaller Haus ist schon lange Tradition in der Familie Frommelt. Zwölf Jahre lang waren bereits Andreas Frommelts Eltern Hüttenwirte am Staufen. 

Das Reichenhaller Haus gehört zur DAV-Sektion Bad Reichenhall und ist mit 1750 m knapp unter dem Gipfel des Hochstaufen (1771 m) gelegen. Bekannt ist das Haus vor allem für seine besondere Lage. Auf der Terrasse öffnet sich einem ein einzigartiger Panoramablick. Auch der Hochstaufen ist weit über das Berchtesgadener Land hinaus bekannt. Er gehört zum Gebirgsstock „Staufen“ und ist der östlichste Berg der Chiemgauer Alpen. Auf den markanten Berg führen viele Wanderwege und ein Klettersteig.

ce

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