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Führung der Gebirgsjäger zieht auch Corona-Fazit

Reichenhaller Gebirgsjäger zu Mali-Anschlag: „Selbstmordattentäter wird man nie aufhalten“

Brigadegeneral Maik Keller (links) und Oberst Michael Felten informierten im Offiziersheim in Bad Reichenhall, was die Gebirgsjäger momentan bewegt.
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Brigadegeneral Maik Keller (links) und Oberst Michael Felten informierten im Offiziersheim in Bad Reichenhall, was die Gebirgsjäger momentan bewegt.

Zwölf Bundeswehrsoldaten wurden jüngst bei einem Anschlag in Mali verletzt - auch die Reichenhaller Gebirgsjäger sind dort stationiert. Brigadegeneral Maik Keller beleuchtete nun das Attentat und gab Einblicke, wie sehr Corona die Truppe forderte.

Bad Reichenhall - „Mit solchen Anschlägen muss man rechnen“, sagt Maik Keller - und ist doch froh, dass es von seinen Gebirgsjägern keinen traf. Der Brigadegeneral blickte bei einem Pressegespräch am Mittwoch (7. Juli) auf den Anschlag in Mali zurück. Zwölf Bundeswehrsoldaten wurden dort am 25. Juni durch einen Selbstmordanschlag verletzt, drei von ihnen schwer. Denn auch die Gebirgsjäger, allen voran aus Bischofswiesen, stellen momentan ein 125-köpfiges Kontingent bei dem UN-Einsatz im westafrikanischen Land.

Anschlag auf Bundeswehr in Mali: „Restrisiko, das man tragen muss“

Trotz des schwierigen Zwischenfalls habe sich gezeigt, dass die Ausbildung der deutschen Soldaten dort gut sei: „Versorgung, Rettungskette, Evakuierung und der Transport der Verletzten nach Deutschland haben gut funktioniert“, so Keller. Keiner der Kameraden sei noch auf einer Intensivstation, viele konnten die Klinik schon verlassen. „Wegen des lauten Knalls war bei vielen das Trommelfell geschädigt“, weiß der Brigadegeneral. Doch Maik Keller stellt auch klar: „Einen Selbstmordattentäter wird man nie aufhalten. Es ist ein gewisses Restrisiko, das man tragen muss.“

Seit dem Beginn der UN-Mission „MINUSMA“ in Mali 2013 kamen schon über 220 Blauhelmsoldaten ums Leben. Etwa 15.000 UN-Soldaten sind stationiert, von Beginn an beteiligt sich auch Deutschland. In erster Linie geht es dort um die Wiederherstellung staatlicher Autorität und die Umsetzung eines Friedensabkommens. Ein bewaffneter Konflikt zwischen Islamisten, Tuareg-Rebellen und Regierungstruppen entbrannte dort 2012, zuletzt war Mali auch mit Militärputschen konfrontiert.

Amtshilfe der Bundeswehr in Corona-Pandemie

Brigadegeneral Maik Keller, der im April 2020 diesen Posten von Jared Sembritzki übernahm, schaute außerdem auf die Corona-Zeit zurück. „Auch in den Kasernen gab es Corona-Ausbrüche, das ließ sich nicht verhindern. Aber es war nie so schlimm, dass wir die Ausbildung hätten beenden müssen.“ Jedoch musste wegen der Pandemie die Großübung „Berglöwe“ voriges Jahr ausfallen. Etwa 50 Prozent der Gebirgsjäger sind laut Keller inzwischen gegen das Virus geimpft.

Geprägt war die Covid-Zeit für die Soldaten vor allem durch die Hilfe für die Behörden. „Das war ein neuer Aspekt und ganz anders als bei Einsätzen gegen Hochwasser oder beim Schneechaos“, resümiert der Brigadegeneral. Die Gebirgsjäger halfen beim Impfen, beim Testen und vor allem auch in Gesundheitsämtern in Bayern und Sachsen bei der Kontaktnachverfolgung. „Wir haben gemerkt, wie sehr es dort personelle Defizite gab. Das sollte durch die Ämter jetzt aufgearbeitet werden.“ Aber nicht überall: Keller nennt den Landkreis Traunstein, wo schon im Dezember 2020 keine Hilfe durch die Soldaten mehr nötig war.

Insgesamt waren 2000 Soldaten in der Amtshilfe eingesetzt, in der Spitze 800 gleichzeitig. „Das Feedback durch die Landratsämter war durchweg positiv.“ Auch wenn die Hilfe nun kaum noch gebraucht wird: In Unterfranken sind noch immer 20 bis 30 Gebirgsjäger aus Mittenwald eingesetzt, um den Behörden unter die Arme zu greifen.

xe

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