Wie bekommt man die Probleme in den Griff?

Parkchaos durch Ausflügler: Gemeinden in der Region überlegen erste Maßnahmen

Parkplatzsituation am Montag (10. August) entlang der Kreisstraße RO 3 zwischen Hofberg in Fahrtrichtung Unterlaus.
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Chaotische Parkplatzsituation am Unterlauser Weiher bei Feldkirchen-Westerham.

Bad Reichenhall/Feldkirchen-Westerham - Es ist überall das gleiche Bild: An schönen Tagen ist die gesamte Region vom Königssee bis rund um Rosenheim gefragt. Straßen und Parkplätze sind überfüllt. Doch wie wollen die Gemeinden das Problem lösen?

„In Bezug auf die Parkplatzproblematik im Bereich der Padinger Alm ist angedacht, kurzfristig durch die Schaffung eines Mittelstreifens und die Ausweisung von Halteverboten und Parkbuchten – ähnlich Thumsee West – die Situation im Bereich der Straße zum Nonner Oberland zu verbessern“, heißt es von Seiten der Stadt Bad Reichenhall.


BGLand24.de hatte nachgefragt, nachdem die Polizei am Donnerstag (27. August) „mehrere ausufernde Parksituationen“ im Bereich der Padinger Alm, dem Wanderparkplatz zum Hochstaufen, vorgefunden hatte. „Bei vier Autos musste eine Versetzung durch den Abschleppdienst durchgeführt werden, da im Falle eines Notfalles Einsatzfahrzeuge nur erschwert zu den Anwesen in Nonn vordringen hätten können“, hieß es von Seiten der Polizei Bad Reichenhall.

Bessere Beschilderung zu Wanderparkplätzen in Bad Reichenhall


Die Beamten achten bei ihren Kontrollen vor allem darauf, dass die erforderliche Mindestfahrbreite von rund 3,10 Meter gewährleistet ist. Ist das nicht der Fall, darf das Fahrzeug abgeschleppt werden, da der Rettungsweg immer freizuhalten ist. Ansonsten werden Verstöße festgestellt und Strafzettel verteilt.

Bereits vor dem großen Besucheransturm hat die Stadt Bad Reichenhall ihre Hausaufgaben gemacht. „Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall hat die Wanderparkplätze im Rahmen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Parkplatzproblematik in den Gemeinden kontrolliert. Zum Teil wurde eine Verbesserung der Beschilderung angeregt und umgesetzt.“

„Chiemseestrand Parkplatz“ - wie geht es weiter?

Den Verantwortlichen im Bad Reichenhaller Rathaus ist bewusst, dass es damit aber nicht getan ist. „Mittelfristig gesehen ist es zwingend erforderlich, ein Konzept mit der Schaffung eines Ausweichparkplatzes umzusetzen und ein Parkkonzept für Wanderparkplätze im gesamten Stadtgebiet zu entwickeln.“

Der Parkplatz am Chiemseestrand Übersee/Feldwies.

Ein konkretes Parkkonzept gibt es in Übersee noch nicht. Dort sind die Besucher am Chiemseestrand das Problem. Drei Gemeinderätinnen haben deshalb eine Facebook-Seite ins Leben gerufen. „Chiemseestrand Parkplatz" soll die Besucher rechtzeitig über die Parksituation informieren und dafür sorgen, dass andere Parkplätze oder Orte angefahren werden. Die Gemeinde selbst will die Erfahrungswerte für diese Saison abwarten und dann weiter tätig werden.

„Um den halben See zu Fuß gehen“ - Für Badegäste mittlerweile ein Problem?

In Feldkirchen-Westerham ist der Unterlauser Weiher immer mehr zum Ausflugsziel geworden. Nicht nur Bürger aus Feldkirchen-Westerham und Aying nutzen den Badeplatz, auch für die Badegäste aus Ebersberg wird er immer interessanter. Sehr zum Leiden der Anwohner wird aber lieber irgendwo als an den ausgewiesenen Parkplätzen geparkt, was bereits zu einem größeren Polizeieinsatz mit vielen Verwarnungen geführt hat.

Die stellvertretende Geschäftsleiterin von Feldkirchen-Westerham, Karoline Peidli, bestätigt gegenüber mangfall24.de, dass es am Ortsende von Unterlaus Richtung Feldkirchen einen größeren angelegten Parkplatz gebe, der aber nicht unbedingt genutzt werde. „Man muss dann eben um den halben See zur Badestelle zu Fuß gehen – offensichtlich für viele nicht mehr möglich.“

Deshalb habe es bereits mehrere Gespräche und Ortstermine mit der Polizei und dem Landratsamt Rosenheim gegeben, da die Straße durch Unterlaus eine Kreisstraße ist. „Leider konnten wir keinen Geschwindigkeitstrichter erreichen, d.h. die Geschwindigkeit von Oberlaus kommend den Berg hinunter würde dadurch abgebremst um die querenden Badegäste (und Kinder) zu schützen. Haltverbotsschilder durften ebenfalls nur einseitig angebracht werden“, so das Ergebnis. Die für eine Geschwindigkeitsreduzierung mit Haltverbot notwendigen Unfallzahlen würden fehlen.

Parkchaos in der Region: Polizei im ständigen Austausch mit Verkehrsbehörden

Dementsprechend bleibt es am Unterlauser Weiher vorerst bei der Überwachung durch den Zweckverband kommunales Dienstleistungszentrum Oberland aus Bad Tölz. Dessen Kontrolle hatte es auch möglich gemacht, dass bei einem Notfall-Einsatz Anfang August die Rettungswägen und Wasserwachtautos durchfahren konnten. „Gut bewährt hat sich, dass der Zugang von der Straße in den Badeplatz durch Pfosten von parkenden Autos frei bleibt. So konnten die Sanitäter etc. mit Trage ins Gelände reingehen“, so Peidli abschließend.

Ein Sprecher des Polizeipräsidums Oberbayern Süd bestätigte BGLand24.de, dass sich die Polizei im ständigen Austausch mit Behörden und Gemeinden befinde, aber immer nur in beratender Funktion. „Es werden die Problemstellungen angesprochen, ob was passiert, darauf haben wir keinen Einfluss.“

Aber die ein oder andere Sperre, sowie Strafzettel und Abschleppungen gehören durchaus zu den Aufgaben der Polizei. Sie kann im Einzelfall verkehrsrechtliche Maßnahmen treffen und die Einsatzkräfte an Brennpunkten erhöhen. Außerdem ist der Sprecher überzeugt: „Die Verkehrsbehörden wollen Lösungen finden.“

cz

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