„Park-Kino schon jetzt mein Lieblingskino“

Emotionale Wiedereröffnung des Reichenhaller Filmtheaters mit „Ausgrissn!“ und prominentem Besuch

Premiere Film
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Zur Park-Kino-Wiedereröffnung kamen die „Ausgrisssn“ Protagonisten nach Bad Reichenhall. Aufmerksamkeit galt natürlich Julian (vorne links) und seinem Bruder Thomas (rechts). Dahinter freuten sich (von links) Schauspielerin Stephanie Liebl, ihr Kollege Arnd Schimkat, die Filmtheater-Betreiber Max Berger und Josef Loibl sowie Andrea Hailer („soulkino“) über den gelungenen Abend. Das blaue Kino-Schild wird noch ausgetauscht und ebenfalls im neuen Look des Hauses in edlem Gold-Schwarz gestaltet.

Bad Reichenhall - Das Wetter verhinderte so einiges. Doch davon ließen sich die Park-Kino-Betreiber Josef Loibl und Max Berger die gute Laune nicht verderben: Zur offiziellen Wiedereröffnung ihres Schmuckkästchens hatten sie in allen drei Sälen zur Premiere des bayerischen Roadmovies „Ausgrissn! – In der Lederhosn nach Las Vegas“ eingeladen.

Jene Plätze, die Corona ermöglichte, waren besetzt. Die „Oh’s“ und „Ah’s“ waren nicht zu überhören, die großen Augen und offenen Münder nicht zu übersehen. Die Besucher konnten es teilweise nicht glauben, was hier in den letzten Wochen und Monaten entstanden ist. Bei der Begrüßung hielt Josef Loibl eine Hand in die Höhe und zeigte alle fünf Finger: „So lange hatten wir auch zwangsweise geschlossen – fünf quälend lange Monate“. Eine Durststrecke, zunächst durch die Pandemie, dann aufgrund des bereits vorab geplanten Umbaus.


Es hat sich gelohnt hat: Das Park-Kino sucht nun seinesgleichen (über die Details der Neuerungen berichteten wir bereits) „Man muss es einfach selbst gesehen haben“, meinten im Anschluss Helma Türk und Christian Riml, Betreiber des „Kleinen Filmmuseums“ in Karlstein, mit großem Staunen.

+++Hier gehts zu den Bildern der Kino-Wiedereröffnung+++


Die abkühlenden Nachmittagsgewitter am Donnerstag verhinderten den Plan, dass Live-Musik mit Reini Rieder an der Ziach, Freibier sowie die Vorstellung der Film-Protagonisten Julian und Thomas Wittmann draußen in der Fußgängerzone stattfinden konnten. „Es war auch am Abend zu unsicher“, so Josef Loibl. Ihm trieb es aufgrund des riesigen Zuspruchs und der vielen Geschenke, die ihm sein Publikum überreichte, immer wieder die Tränen in die Augenwinkel.

Da war ein selbst gemaltes Bild eines kleinen Mädchens dabei, Blumen, Sekt, Wein, Kuchen, Konfekt, Glückwunschkarten, viele kleine Aufmerksamkeiten. Martin Michels vom Film-Vertrieb Paramount Pictures aus München ließ sich den Abend ebenso wenig entgehen wie viele Freunde, Fans und Nachbarn des Kinos sowie die am Umbau beteiligten heimischen Handwerker, die natürlich eingeladen waren. Ihnen sprach Josef Loibl seinen größten Dank aus: „Ihr habt das umgesetzt, was ich wollte – mir fehlen die Worte.“

Die feierliche Eröffnung inklusive Film-Premiere wurde teils nach innen, teils unter die Axelmannstein-Kolonnaden verlegt. Kulturreferentin Monika Tauber-Spring und 3. Bürgermeister Hans Hartmann sprachen kurze Grußworte seitens der Stadt. Jubel brandete auf, als schließlich die Wittmann-Buam Julian (27) und Thomas (24) fast ein wenig „g‘schamig“ aus dem Kino kamen und durchs Menschen-Spalier vor dem Lichtspielhaus schritten. Ihr jüngerer Bruder Jonas hatte einen kleinen Stand aufgebaut, es gab T-Shirts und den gelungenen Soundtrack mit „DeSchoWieda“.

Andrea Hailer („soulkino“) hatte im Tourbus nicht nur dieses Trio mitgebracht, sondern auch die Schauspielerin Stephanie Liebl („Bedienung Kathi“) und ihren exakt zwei Meter großen Kollegen Arnd Schmikat („Stammtischler Hias“). Sie alle mischten sich im Anschluss an eine kleine Präsentation unter die begeisterten Gäste und beantworteten deren Fragen. Der Tenor war eindeutig: Der Film gefällt und lässt die Betrachter träumen: Vom Unterwegs-und Frei-Sein. Das größte Lob galt am Ende jedoch nicht „Ausgrissn“, sondern Loibl und Berger: „Das Park-Kino ist schon jetzt mein Lieblingskino“, meinte Julian Wittmann.

„Ich bin ein Mittelmeer-Mensch“ - Schauspieler Arnd Schimkat im Interview

Im Rahmen der Park-Kino-Wiedereröffnung konnte die Heimatzeitung kurz mit Schauspieler Arnd Schimkat (51) aus München sprechen – er wirkte unter anderem in den Kinofilmen „Wer früher stirbt ist länger tot“ und „Nordwand“ mit.

bgland24.de: Herr Schimkat, Sie drehten vor rund einem Jahr hier in der Region. Worum ging‘s dabei?

Arnd Schimkat: Der Film heißt „Opa hat die Schnauze voll“, der große Jürgen Prochnow spielt die Hauptrolle. Das war ebenfalls ein Roadmovie, im Auftrag der ARD.

Zurück zu „Ausgrissn“ – reißen Sie selbst gerne aus?

Absolut. Mein ganzer Beruf ist ja schon ein einziges Ausreißen. Ich liebe die Freiheit, die Herausforderungen, die Veränderungen.

Wie reisen Sie?

Fliegen ist mit meiner Körperlänge (er misst zwei Meter/Anm. d. Red.) eine Qual .Darum bin ich mit dem Motorrad, ich habe eine alte BMW-Maschine, oder mit dem VW-Bus auf Tour.

Wohin zieht es Sie?

In den Süden, ich bin ein Mittelmeer-Mensch.

Welches Film- oder Theater-Projekt verfolgen Sie gerade?

Leider wurde viel abgesagt, wegen Corona. Es ist grad sehr schwierig – sowohl beim Film, als auch auf der Bühne. Momentan freue ich mich, mit dem „Ausgrissn“-Team bei ein paar Tour-Terminen mit dabei sein zu dürfen. Und ich muss sagen: Bad Reichenhall wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Es hat sich gelohnt, dieses Kino ist der Wahnsinn.

Das Park-Kino besitzt in Ihrer Branche mittlerweile einen Namen?

Absolut. Unter uns Schauspielern ist das schon ein echter Geheimtipp.

bit

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