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Nachgefragt in Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bad Aibling und München

Droht in den Grenzgebieten das Hotel- und Gastro-Fachpersonal abzuwandern?

Wurden von BGLand.de um ihre Meinung dazu gefragt, ob in Grenzgebieten das Hotel- und Gastro-Fachpersonal abzuwandern droht (von oben rechts, im Uhrzeigersinn):  Arzt und Hotelier Dr. med. Andreas Färber, Inhaber des „Klosterhof“ in Bayerisch Gmain; Frank-Ulrich John, Geschäftsführer und Pressesprecher der DEHOGA Bayern; Johannes W. Hofmann, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. im Berchtesgadener Land; Dr. Thomas Geppert sowie Geschäftsführer des DEHOGA im Landkreis Rosenheim und CSU-Stadtrat in Bad Aibling.
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Wurden von BGLand.de um ihre Meinung dazu gefragt, ob in Grenzgebieten das Hotel- und Gastro-Fachpersonal abzuwandern droht (von oben rechts, im Uhrzeigersinn):  Arzt und Hotelier Dr. med. Andreas Färber, Inhaber des „Klosterhof“ in Bayerisch Gmain; Frank-Ulrich John, Geschäftsführer und Pressesprecher der DEHOGA Bayern; Johannes W. Hofmann, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. im Berchtesgadener Land; Dr. Thomas Geppert sowie Geschäftsführer des DEHOGA im Landkreis Rosenheim und CSU-Stadtrat in Bad Aibling.

Droht in den Grenzgebieten zu Österreich, wegen unterschiedlicher Öffnungsstrategien, das Hotel- und Gastro-Fachpersonal abzuwandern? Wir haben in Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bad Aibling und München nachgefragt.

Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain/Bad Aibling/München - „Ich habe bereits von einigen Kollegen gehört, dass ihnen das Sorgen bereitet hat. Die hatten ihr Personal deswegen teils Gewehr bei Fuß bereitstehen“, berichtet Johannes W. Hofmann, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. im Berchtesgadener Land gegenüber BGLand24.de. „Ich hatte schon vor Monaten gemahnt, dass wir hier eine mit dem angrenzenden Salzburger Land angeglichene Eröffnungsstrategie haben müssen. Es ist aber nicht nur die Abwanderung von Fachpersonal, die uns Sorgen bereitet. Auch dass viele Berufseinsteiger lieber auf vermeintlich sicherer Branchen umsteigen, könnte ein Problem werden.“

Die österreichische Bundesregierung hat Ende April einen Fahrplan für Öffnungsschritte ab dem 19. Mai vorgelegt. Ab diesem Stichtag soll branchenübergreifend, unter Einhaltung klarer Sicherheitskonzepte, geöffnet werden. Neben Gastronomie und Hotellerie dürfen auch Kunst-, Kultur-, Thermen-, Wellness- oder Vergnügungsangebote wieder ihre Pforten öffnen. Abhängig vom Impffortschritt sollen ab dem 1. Juli dann noch weitere Erleichterungen folgen. „Auch wir brauchen baldmöglichst ein solches Konzept. Uns droht sonst in den Grenzgebieten das Hotel- und Gastro-Fachpersonal abzuwandern“, mahnte kürzlich im Interview mit BGLand24.de Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp (CSU). „Tourismus ist hier ein zentraler Wirtschaftszweig. Wenn alle guten Mitarbeiter ins Nachbarland abwandern, wäre das verheerend!“

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp (CSU).

„Gerade geringfügig Beschäftigte mussten sich zwangsläufig eine neue Arbeitsstelle suchen, nachdem wir nun über ein halbes Jahr im Lockdown waren“, räumt Frank-Ulrich John, Geschäftsführer und Pressesprecher der DEHOGA Bayern ein. „Egal aus welchem Grund es zu einem Mangel an Fachpersonal kommen sollte, das wäre für unsere extrem auf gute Mitarbeiter angewiesene Branche dramatisch. Wir brauchen sechsmal mehr Mitarbeiter, um auf den selben Umsatz zu kommen wie der Einzelhandel. Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass der Tourismus in Bayern, nach der Industrie, die zweitwichtigste Leitökonomie ist. Gerade in Regionen, wo sich andere Wirtschaftszweige zurückgezogen haben.“

Vertrauen in Hotel- und Gastgewerbe als Arbeitgeber mit Zukunft erschüttert?

„Es bleibt zu hoffen, dass bei jungen Leuten, die vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen, durch diese Krise nicht das Bild bleibt, dass die Gastro-Branche keine Berufe mit Zukunftsperspektive bietet“, erklärt Arzt und Hotelier Dr. med. Andreas Färber, Inhaber des „Klosterhof“ in Bayerisch Gmain, der sich zuletzt kritisch zum „Lockdown Light“ geäußert hatte (Plus Artikel BGLand24.de). „Die Abwanderung ins Nachbarland war zuletzt weniger das Problem, als dass junge Leute beispielsweise lieber in den Einzelhandel gegangen sind. Wobei man sagen muss: Wer bei uns einmal angefangen hat, der bleibt auch.“

Er sei im Moment optimistisch. „Jetzt gibt es ja endlich auch bei uns in Bayern Eröffnungsperspektiven“, so Färber weiter. „Da haben wir lange darauf warten müssen.“ Er sei zuversichtlich, dass auch die Nachfrage nach dem Angebot von Hotellerie und Gastronomie sich rasch erholen würde. „Die Leute werden jetzt, nachdem sie lange vor allem zu Hause festsaßen, ein enormes Bedürfnis haben, sich mal wieder was gutes zu tun. Es hat sich ja schon im vergangenen Sommer gezeigt, dass dabei die heimischen Ausflugsziele eine Renaissance erlebt haben.“

„Keine Frage: Hätte die Staatsregierung nicht bald die jetzt beschlossenen Öffnungsschritte vorgelegt, dann wäre es zu einer dramatischen Situation gekommen“, betont Dr. Thomas Geppert, Geschäftsführer des DEHOGA im Landkreis Rosenheim und CSU-Stadtrat in Bad Aibling. Es sei viel getan worden, um das Fachpersonal zu halten. „Es gab regelmäßige Videokonferenzen, wir haben ihnen übergangsweise Stellen in der Pflege organisiert. Gleichzeitig ist auch das Interesse an Urlaub und Ausflügen ‚dahoam‘ gestiegen, die Nachfrage ist also da. Wir gehen, meiner Meinung nach, gestärkt aus dieser Krise.“

hs

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