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In der letzten Stadtratssitzung

Die Bad Reichenhaller Regelung zum Radfahren auf Bergwegen

Die Mitglieder der Ortsgruppe Bad Reichenhall des Bund Naturschutz waren sehr verwundert über die Verlautbarung in der letzten Stadtratssitzung zum Miteinander von Wanderern und Mountainbikern. Es waren nicht zuletzt auch Naturschützer, auf deren Initiative die Stadt erst vor wenigen Monaten (nicht Jahren) für den Höllenbachsteig und den Soleleitungsweg südlich des Thumsees Radfahrverbote erteilte.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Bad Reichenhall - Insbesondere an der Bürgermeisterhöhe waren Vegetationsschäden durch bergauf fahrende Elektro-MTB beobachtet worden. Wenn jetzt die Konflikte zwischen Wanderern und Radfahrern dadurch „deutlich zugenommen“ hätten, kann dies nur die Folge einer Ignorierung dieser Verbotsschilder gewesen sein. Eine gemeinsame Nutzung von Wegen für Wanderer und Radfahrer ist zweifellos zu begrüßen und auch im Bayerischen Naturschutzgesetz geregelt. Gleichwohl muss dabei die Eignung der Wege für das Befahren gegeben sein, wobei vom Bayerischen Umweltministerium im Dezember 2020 eindeutig festgelegt wurde: „Die Unteren Naturschutzbehörden (Abk.: UNB) sind zuständig für die Beurteilung der Wegeeignung für das Befahren mit Fahrrädern“. Bei der Reichenhaller Entscheidung wurde jedoch die UNB überhaupt nicht beteiligt, ebensowenig die Gebietsbetreuerin für die Biosphärenregion BGL, die seit diesem Jahr für das verträgliche Zusammenleben von Mensch und Natur konzeptionell, auch für die Kommunen, tätig ist. Laut Verlautbarung der Stadtverwaltung sind jetzt alle Wege für Radler freigegeben.

Auch die Stadträte waren wohl erstaunt über diese Festlegung, insbesondere über einzelne freigegebene Wege, sie hatten aber nichts mehr zu entscheiden. Wobei nach persönlicher Auskunft der Biker der Dötzenkopf als Ziel entgegen der Veröffentlichung nicht vorgesehen ist, an der Bildstöcklkapelle soll vom Festplatz kommend Schluss sein. Inzwischen wurden die „Mitnand“-Schilder mit den eigentlich selbstverständlichen Verhaltensmaßregeln für die Radler angebracht und die Wanderer werden damit zu Toleranz aufgefordert. Dabei soll auch der sog. Mulisteig zur Zwieselalm befahren werden dürfen, ein typischer Familienwanderweg. Sogar der liebevoll für kleine Kinder ausgeschmückte und teilweise schmale Zwergerlweg zwischen Schroffen und Thumsee soll jetzt mit den Radlern geteilt werden; wenn Familien mit kleinen Kindern selbst auf solchen Wegen ihre Aufmerksamkeit für schnellere Verkehrsteilnehmer nicht vergessen können, dann hört die Anspannung selbst beim Wandern in der Natur nicht mehr auf. Zum Problem mit den Elektro-MTB und dem dadurch entstehenden Nutzungsdruck auf den Bergwegen findet sich kein Wort. Mit der Motorisierung entstehen doch sogar bergauf problematische Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Wanderern und Radlern.

Wenn die Stadt schon Radfahrverbotsschilder entfernen will, warum dann nicht konsequenterweise auch die am Nonner Steg (dort angebracht wegen der für Radler zu niedrigen Brüstung), wenn der Radfahrer doch andrerseits den Höllenbachsteig hinunterfahren darf; oder das völlig überflüssige Fußgängerschild am Thumsee-Südufer, an das sich sowieso kein Radfahrer hält. Friedliche Koexistenz ist gefordert und natürlich sinnvoll, aber nicht überall auf Kosten der Schwächsten und der Natur. Beschlüsse durch einseitig besetzte Gremien sind auch hier nicht zielführend und strapazieren die geforderte Toleranz. Es sollte auch noch reine Wanderwege zum Schutz der Natur und auch für Familien geben, dies ganz im Sinne der erwünschten Besucherlenkung. Andrerseits hätten auf speziell ausgewiesenen downhill-Strecken für die Sportler dann auch Wanderer nichts zu suchen, was in diesem Falle kein Problem für die Durchsetzung werden dürfte. In der gleichen Stadtratssitzung hat sich die Stadt einstimmig (hier war eine Abstimmung vorgesehen) für die Umsetzung von Alltagsradverbindungen in die umliegenden Gemeinden ausgesprochen, was im Sinne der Verkehrswende zweifellos zu begrüßen ist. So unterstützt der Bund Naturschutz auch den inzwischen erfolgten Start für das Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ für Verbesserungen im Radverkehr.

Pressemitteilung BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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