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Brigadegeneral Maik Keller aus Bad Reichenhall im Interview 

Uniformierte Impfgegner: Klare Kante gegen „verschwindend geringe Minderheit“

Brigadegeneral Maik Keller, Gebirgsjägerbrigade 23
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Für Birgadegeneral Maik Keller sind es nur sehr, sehr wenige Soldaten, die sich außerhalb allen dessen bewegen, was akzeptabel ist.

Täglich sorgen Gebirgsjäger der Brigade 23 aus Bad Reichenhall dafür, dass in der Pandemie „der Laden läuft“. Im Rahmen der Amtshilfe kommen sie in Landratsämtern, Krankenhäusern und Pflegeheimen zum Einsatz, doch zwei aus ihren Reihen lassen durch ihr Auftreten kein gutes Licht auf die gesamte Truppe scheinen. „Maximal ärgerlich“ findet Brigadegeneral Maik Keller, der mit unseren BGLand24.de-Reportern über die aktuelle Lage gesprochen hat.

Bad Reichenhall - Seit Beginn der Corona-Pandemie hilft die Bundeswehr in ganz Deutschland und auch in der Region mit, den „Laden am Laufen“ zu halten. Die Gebirgsjäger der Brigade 23 leisten Amtshilfe in Landratsämtern, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Dort wo Personal knapp wird übernehmen sie Kontaktverfolgung, Essensversorgung und Pflege am Patienten. Sie werden gelobt und freuen sich, in einer schweren Zeit, ihren Beitrag leisten zu können.

Gebirgsjäger „maximal genervt“ von Auftreten Einzelner in Uniform

„Maximal genervt“ sind die Soldaten allerdings von Äußerungen „einer sehr, sehr verschwindenden Minderheit“ die derzeit auf Demonstrationen in der Region auftritt und deren „krude Äußerungen und Gedanken“ mit der Gebirgstruppe in Verbindung gebracht werden. „Das ärgert maßlos“, bringt es Brigadegeneral Maik Keller auf den Punkt. „Da ist überhaupt keine Gefahr, dass da irgendjemand sich diesem Gedankengut annimmt, im Gegenteil das wird absolut abgelehnt egal in welchem Dienstgradbereich.“

Während Oberfeldwebel Andreas O. bei Demonstrationen in der Region gegen die Impfpflicht gerne das Wort ergreift, oder wie in Rosenheim sogar zum Umsturz aufruft, hat ein Hauptfeldwebel der Gebirgsjägerbrigade 23 über Telegram zur Befehlsverweigerung aufgerufen. „Natürlich repräsentiert das in keinster Weise das wieder, wie die Gebirgsjäger, die Gebirgssoldaten denken, sondern es ist wirklich eine sehr sehr verschwindende Minderheit, die hier leider laut ist, die null Akzeptanz in der Truppe hat, die null Akzeptanz bei irgendwelchen Vorgesetzten hat und die perspektivisch sicherlich die Streitkräfte verlassen werden.“

Zwischen „Motivationsbooster“ und Impfpflicht - heimische Soldaten verhalten sich vorbildlich

Auslöser des ganzen ist die Impfpflicht. „Bevor wir die Duldungspflicht, so wie es ja bei uns heißt, hatten, hatten wir eine Impfquote von sicherlich um die 80 Prozent und nachdem wir die Duldungspflicht Ende letztens Jahres bekommen haben, bewegen wir uns mittlerweile um die 95 Prozent. Ich rechne damit, dass wir uns in den nächsten Wochen, wenn dann alle Pflichtimpfungen auch durchgeführt werden konnten, den 100 Prozent nähern werden.“

Der General geht nicht davon aus, dass es nötig sein wird, einfache disziplinarische Maßnahmen gegenüber einzelner Soldaten zu ergreifen. Ihn ärgert es maßlos, „wenn wenige, die sich außerhalb allen dessen was akzeptabel ist bewegen, die Medien dominieren und eben die Amtshilfe, wo eine hervorragende Arbeit gemacht wird, in den Hintergrund gerät.“ Immerhin sei in einem Krankenhaus von den Soldaten als „Motivationsbooster“ die Rede gewesen. „Das freut natürlich die Soldaten und freut uns und mich natürlich auch sehr.“

„Politische Äußerungen in Uniform so nicht gestattet“ - Soldaten müssen sich an Regeln halten

Doch der Kernauftrag der Bundeswehr und somit auch der Gebirgsjägerbrigade 23 ist die Landes- und Bündnisverteidigung so wie die Auslandseinsätze. „Nichts desto trotz nehmen wir die Amtshilfe an als Auftrag, geben da unser Bestes. Wir kommen jetzt aber langsam natürlich in eine Phase, wo wir uns auch wieder auf den Kernauftrag konzentrieren müssen, weil einfach Ausbildungsdefizite auftreten, die vorherrschen, weil die Amtshilfe doch in Perioden sehr dominiert hat.“

Mit diesen Worten will Brigadegeneral Keller weder von der einen Situation ablenken, noch die Amtshilfe in Frage stellen. „Die Bevölkerung weiß, dass sie auf uns zählen kann“, betont er gegenüber BGLand24.de. Doch dafür muss ein Soldat nicht immer eine Uniform tragen. Im Gegenteil: „politische Außerungen in Uniform außerhalb von Liegenschaften sind so nicht gestattet. Und für ehemalige Angehörige der Bundeswehr oder Reservisten gibt es ganz gezielte und strenge Vorgaben, wann man Uniform tragen darf. Wenn man sich berechtigterweise eine Uniform anzieht ist es ein Straftatbestand, der zivilrechtlich verfolgt werden muss.“

Maik Keller geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir haben einen Eid geschworen, der eben genau dafür da ist, dass wir der Bevölkerung dienen und eben nicht über krude Dinge, die wir da äußern etwas androhen, was völlig außerhalb von Gut und Böse ist.“ Damit hofft der General, diese Akte schließen zu können und sich mit seinen Soldaten weiter der Amtshilfe und dem Kernauftrag der Bundeswehr wieder ungestört widmen zu können.

cz/sl

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