Können BGLT-Gesellschafter Auseinanderfallen verhindern?

Reichenhalls OB Lung befürchtet „Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit“

Oberbürgermeister, Bad Reichenhall, Christoph Lung
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Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Christoph Lung will eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten, vor allem aber für die Mitarbeiter der BGLT.

Bad Reichenhall - Große Überraschung am Freitag (4. September): die Tourismusregion Berchtesgaden Königssee (TRBK) will die Marke Berchtesgaden künftig federführend vermarkten. So reagieren Gesellschafter und Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) auf die Entscheidung.

„Das ist die nächste große Herausforderung für das ganze Team“, bekräftigt BGLT-Geschäftsführerin Brigitte Schlögl gegenüber BGLand24.de. Sie wurde von der Entscheidung der Tourismusregion Berchtesgaden Königssee genauso überrascht wie Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Christoph Lung und Thomas Gasser, der Vorsitzende der Erlebnisregion Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel e.V.


Die TRBK hatte am Donnerstagabend in der Verbandsversammlung beschlossen, die Marke Berchtesgaden künftig federführend vermarkten zu wollen. „Unsere touristische Vermarktung ruht auf zwei Säulen, die ‚Alpenstadt Bad Reichenhall‘ mit ihren umliegenden Gemeinden und das ‚Bergerlebnis Berchtesgaden‘, dem die Erlebnisregion angegliedert ist“, versucht Christoph Lung, das Problem zu erörtern. „Wenn wir die eine Säule rausnehmen, bedeutet es das Ende einer erfolgreichen Zusammenarbeit.“


Mit Gesprächen möglichen Austritt aus der BGLT verhindern?

Lung steht absolut hinter der Arbeit der BGLT und Brigitte Schlögls. Und auch Thomas Gasser will keine Teilung der Tourismusverbände. „Wir dürfen die Zusammenarbeit partout nicht aufs Spiel setzen“, so sein Appell. Man müsse sich Probleme bei der Umsetzung der Vermarktung genauer ansehen und die Markenkonzeption noch genauer umsetzen.

Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser will als Vorsitzender der Erlebnisregion Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel genau hinschauen, wie es laufen soll.

Doch mehr als appellieren können die Gesellschafter nicht. Mit 57,5 Prozent hält die TRBK die meisten Anteile an der BGLT. Die Stadt Bad Reichenhall hält 25,2 Prozent und die Erlebnisregion 17,3 Prozent. Dementsprechend müssen jetzt zuerst die Gespräche unter den Gesellschafter geführt werden. „Wir können einen möglichen Austritt nicht aktiv verhindern, wir können nur versuchen, in Gesprächen zu überzeugen.“

Alle Versuche, den Grundsatzbeschluss der TRBK im Vorfeld zu verhindern seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen, so Bad Reichenhalls Oberbürgermeister. „Ich muss mich jetzt erstmal sortieren und mit dem Stadtrat sprechen. Ohne Stadtrat kann ich sowieso nichts entscheiden.“ Auch Thomas Gasser bekräftigt: „Wir müssen genau hinschauen, wie es laufen soll.“

Entscheidungsprozess soll „nicht zu viel Porzellan zerschlagen“

Für ihn stellen sich die Fragen: „Wie ist diese Entscheidung praktikabel umzusetzen? Welche Punkte müssen genau besprochen werden? Welche konkreten Vorschläge sind da?“ Bei der Beantwortung ist ihm wichtig, dass „nicht zu viel Porzellan zerschlagen“ wird.

BGLT-Geschäftsführerin Dr. Brigitte Schlögl schaut in der aktuellen Situation vor allem auf ihr Team.

BGLT-Geschäftsführerin Brigitte Schlögl sieht die Gesellschafter am Zug: „Sie müssen uns sagen, was die nächsten Schritte sind.“ Sie für ihren Teil bremse jetzt erst einmal. „Derzeit kann ich nicht langfristig etwas vereinbaren.“ Aber sie und ihr Team hätten die Entscheidung zur Kenntnis genommen und „werden höchst professionell damit umgehen“.

Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH gebe es seit 14 Jahren. Die touristischen Marken seien sehr verschieden. Die Unterschiede ergeben aus Sicht Brigitte Schlögls ein Gesamtbild. „Aber die Unterschiede waren wohl doch zu groß“, bedauert sie abschließend.

cz

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