Bundeswehr baut Wanderrundweg

Kirchholz bleibt nutzbar – erster Spatenstich für Alternativweg vollzogen

Die Gebirgspioniere der 4. Kompanie aus Ingolstadt beim Bau des Umgehungsweges.
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Die Gebirgspioniere der 4. Kompanie aus Ingolstadt beim Bau des Umgehungsweges.

Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain - 1800 Meter Weg inklusive drei Brücken und einem Steig werden nun durch etwa 30 Gebirgspioniere im Kirchholz gebaut, um den bereits bestehenden Wanderweg um das Kirchholz zu einem Rundwanderweg zu schließen. Hierzu lud der Standortälteste und stellvertretende Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Eichelsdörfer, am 2. September zum Spatenstich ein. 

Neben dem Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall, Dr. Christoph Lung, sowie dem Bürgermeister der Gemeinde Bayerisch Gmain, Armin Wierer, konnten sich auch der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Maik Keller, und der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Bad Reichenhall, Udo Brickl, selbst vom offiziellen Baubeginn des Umgehungsweges überzeugen.


Versprechen einhalten

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Oberst Eichelsdörfer die Gäste mit den Worten: „Wir stehen heute hier, um ein Versprechen einzulösen und damit den Wegebau offiziell beginnen zu können“. Der Standortübungsplatz Kirchholz wurde am 1. Juli offiziell zum Militärischen Sicherheitsbereich umgewandelt. Hintergrund war eine Überprüfung im Juli 2019 durch das Landeskommando Bayern als Behörde für die innere und äußere Sicherheit auf Übungsplätzen. Diese ergab, dass der Schutz und die Sicherheit von unbeteiligten Dritten in der Form eines Militärischen Bereiches aufgrund der aktuell gültigen Sicherheitsbestimmungen und Nutzungsforderungen sowie der damit einhergehenden Haftungsfragen nicht mehr gewährleistet werden konnte. Um den Interessen der Bevölkerung und gleichzeitig die Besonderheiten der Kur- und Tourismusregion Rechnung zu tragen, kann das Kirchholz durch die lückenlose Umgehung weiterhin ohne Gefährdung der Wanderer und Störung des Übungsbetriebes zugänglich gemacht werden.


Karte des Standortübungsplatzes Kirchholz: Rote Linie: bestehender Weg; Schwarze Linie: Wegebauprojekt

Das System Gebirgsjägerbrigade 23 greift auch beim Wegebau

Nach der Begrüßung der Gäste übergab Oberst Eichelsdörfer das Wort an Oberst Keller. Dabei hob er das lösungsorientiere Handeln von Oberst Eichelsdörfer im Dialog mit der Stadt, Gemeinde und Bevölkerung heraus. „Das Kirchholz bleibt mit diesem Rundweg nutzbar für die Bevölkerung“, so der Brigadekommandeur. Ziel ist es, im Herbst die Wegebauarbeiten an der nordöstlichen sowie südwestlichen Grenze des Standortübungsplatzes Kirchholz abzuschließen und an den bereits bestehenden Wanderweg um den Übungsplatz Kirchholz anzuschließen. „Auch beim Gebirgswegebau greift das System der Gebirgsjägerbrigade 23“, erklärte Oberst Keller.

Die Soldaten der 4. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt werden mit Unterstützung des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 und der Stabs-/ Fernmeldekompanie dieses Projekt durchführen. Dabei hat die bundeswehrinterne Durchführung des Projektes doppelten Nutzen. Die Gebirgspioniere können so eine praktische und pioniertechnische Aus- und Weiterbildung zur Ertüchtigung von Gebirgswegen an der Grenze des Standortübungsplatzes durchführen und gleichzeitig entstehen so geringere Kosten. Unter Einbindung der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Unterstützung des BwDLZ Bad Reichenhall, das mit der Vertragsabwicklung und Finanzierung des Projekts beschäftigt ist, und dem Unterstützungspersonal Standortältester, welches die organisatorische Funktion übernimmt, konnte der Wegebau zügig begonnen werden.

Der Unmut der Bevölkerung war groß

Abschließend resümierte der Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall: „Der Unmut in der Bevölkerung war groß, aber mit dem Wegebau zeigt die Bundeswehr, dass sie sich aktiv um eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bemüht“. Anschließend wurde der Wegebau offiziell mit einem gemeinsamen Spatenstich von Oberst Keller, Oberst Eichelsdörfer, Regierungsoberamtsrat Brickl, Oberbürgermeister Dr. Lung sowie Bürgermeister Wierer eingeläutet. 

Bereits 80 Meter Weg ertüchtigt 

Anschließend wies Oberstleutnant Georg Pyttlik, Diplom Berg- und Bauingenieur und Projektleiter, die Gäste in die Baumaßnahmen ein. Dabei erklärte er, dass es drei Bauschwerpunkte gäbe. Neben dem normalen Gebirgswegebau und -instandsetzung, müssen drei Brücken bis zu 20 Metern unter anderem auf Bohrpfähle errichtet werden und aufgrund des starken Gefälles im Nordosten des Übungsplatzes ist zudem der Bau eines Steiges erforderlich. Nach der Baustelleneinrichtung im August konnten die Gebirgspioniere bereits 80 Meter des Umgehungsweges errichten. Davon konnten sich die Anwesenden bei einer abschließenden Begehung der Baustelle selbst überzeugen.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23

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