Stallweihnacht Bad Reichenhall

Aus Soldaten werden die Heiligen Drei Könige

Bad Reichenhall - Aus den Soldaten und Soldatinnen des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 Bad Reichenhall werden Maria und Josef, der Verkündigungsengel und die Heiligen Drei Könige:

Beindruckend-einfühlsam erzählen die lebenden Bilder der Stallweihnacht von Bad Reichenhall von jenem Geschehen vor mehr als 2000 Jahren, das die Weltgeschichte so verändert, ja sogar die Zeitrechnung an diesem bewegenden Punkt einen neuen Anfang nimmt. Für das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 beginnt die Geschichte ihrer besonderen „Weihnacht“ - de r mittlerweile zu den größten und bekanntesten lebenden Krippen des deutschsprachigen Raumes zählenden Stallweihnacht - vor 54 Jahren. 

Was damals in der Stallgasse der Tragtierkompanie beginnt, kann sich nach so vielen Jahren mit Fug und Recht „Tradition“ nennen.Die Rekruten haben Dienst an Heilig Abend 1962 und erinnern sich mit Wehmut an zu Hause, an diesen „Abend“ bei Ihren Eltern, bei der Familie, bei den Geschwistern. Ein bisschen schön machen wollen sie sich diesen Abend, schmücken den Stallkarren mit Tannenreisig und einem Christbaum und beschenken nach alter bäuerlicher Tradition die Tiere – hier ihre Maultiere – mit Äpfeln und Gelben Rüben. Dies nehmen die restlichen Wehrpflichtigen und Dienstgrade freudig auf und feiern immer mehr werdend in den darauffolgenden Jahren mit. 

Überwältigende Besucherzahlen geben Noreisch Recht

Es kommen ihre Familien dazu, das Lukasevangelium stimmt feierlich auf den Abend ein, Volksmusik und Gesang umrahmt die Stunde. Bald fasst die Stallgasse all die Besucher nicht mehr. In die Reithalle verlegt der damalige Kompaniechef Wolfram Noreisch die „Stallweihnacht“ und die bis heute überwältigenden Besucherzahlen geben ihm Recht. Aus aller Welt kommen inzwischen die Besucher in die Hochstaufen-Kaserne nach Bad Reichenhall zu dieser in ihrer Art einzigartigen Darstellung des Geschehens um die Geburt Christi Advent 2016: Wieder organisiert das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 ihre Stallweihnacht und beginnt schon Anfang November mit den umfangreichen Vorbereitungen, darf in den Staatsforsten die vielen, für den Bühnenaufbau benötigten großen Fichten schlagen, verlegt das Reiten von der Reithalle hinaus auf den Reitplatz und beginnt mit dem Aufbau des Bühnenbildes. 

Für diese Arbeiten zeigt in diesem Jahr bereits zum 15. Mal Hauptfeldwebel Matthias Havel verantwortlich und führt zugleich Regie. Ein wenig Stolz schwingt mit, wenn er über seine in diesem Jahr zudem zum 5. Mal mit übernommene Sprecherrolle erzählt,in der die intensive Recherche um die verschiedenen Bibeltexte sich deutlich erkennen lässt. „In den vielen Jahren vor mir veränderte sich der Text mehr und mehr und ich versuche, wieder auf den Ursprung des Lukasevangeliums zurückzugehen:“ so der Hauptfeldwebel. 

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15 Soldaten und Soldatinnen lassen sich gerne einbinden in die Proben, sei es als Spieler oder sei es als für das Licht und den Ton Verantwortliche. In die Rolle der Maria schlüpft schon zum dritten Mal Stabsgefreiter Svenja Biber, den Josef verkörpert Stabsunteroffizier Mike Eberhard.Schon an die 30 Jahre spielen die „Hiatabuam“ vom Trachtenverein aus Weißbach an der Alpenstraße bei der Stallweihnacht mit und probten seit Anfang November ein bis zweimal pro Woche mit viel Engagement und Freude unter Simon Obertanner und Toni Bauregger ihr vor vier Jahren neu geschriebenes Spiel. 

Nicht unerheblich zur Gesamtaussage des Spiels tragen lebende Tiere bei - von Dr. Franz von Rennenkampff ganz besonders in seiner Einführung zur Stallweihnacht betont: „Franz von Assisi stellte erstmals in einem Wald die Krippe mit lebenden Tieren nach und so befinden wir alle uns heute auch inmitten eines Waldes mit unseren Tieren.“ Die Schafe von der Familie Staller aus Jechling, die Goaßn vom Fuchsnbauern Willberger in Piding und der Ochs von Hubert Wieser aus Bayerisch Gmain beziehen schon nach und nach eine Woche vor dem Spiel ihr Quartier in der Tragtierkompanie „...und wir lassen es ihnen in dieser Zeit bei uns ganz besonders gut gehen“, so der Hauptfeldwebel. 

Reigen zu einem unvergesslichen Gesamtbild schließt sich

Den Esel in der Krippe „spielt“ natürlich ein im Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 stehendes Maultier Namens Achilles. Das Spiel um die Geburt des Jesuskindes gestaltet maßgeblich die Volksmusik mit. Für die drei Aufführungstage (die Kinder-Stallweihnacht am Mittwoch und die Aufführungen am Freitag, 09. Dezember, 19.30 Uhr, sowie Samstag, 10. Dezember, um 16.30 Uhr und 19.30 Uhr) zeigen Hans Auer aus Ainring, Steffi Rieder aus Inzell und Thomas Büchele aus Mitterfelden für die Auswahl der Gruppen verantwortlich und so schließt sich der Reigen der Mitwirkenden zu einem unvergesslichen Gesamtbild der Bad Reichenhaller Stallweihnacht. Noch einige wenige Karten für Freitag und Samstag sind zu haben unter Tel.: +49-8651-79 2208.

rf

Rubriklistenbild: © Pressestelle Gebirgsjägerbrigade 23

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