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Stadt scheint machtlos

Wird die „Alpenruine“ Fuchs in Bad Reichenhall jemals abgerissen?

Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
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Die „Alpenruine“ Fuchs liegt idyllisch am Fuße des Staufenmassivs und blickt auf die Kurstadt Bad Reichenhall.

Das Alpenhotel Fuchs in Bad Reichenhall steht seit Jahrzehnten leer. Die Stadt scheint machtlos gegen die Hotelruine. Jetzt sorgen sich die Anwohner.

Bad Reichenhall - Ein kleiner Versprecher und doch so passend: Auf der Bürgerversammlung (19. Oktober) in Karlstein wird aus dem Alpenhotel kurzerhand die „Alpenruine“ Fuchs. Das ehemalige Hotel im Nonner Unterland steht schon seit rund 20 Jahren leer und fault vor sich hin. Deswegen meldet sich in der Aussprache Robert Schulz zu Wort.

„Touristenabschreckende“ Ruine: Alpenhotel Fuchs in Nonn

Seit 78 Jahren wohne Schulz schon im Nonner Unterland, rund 200 Meter entfernt vom Hotel Fuchs. Früher gehörte das Nonner Unterland noch zu Karlstein, stellt Schulz fest. Und eine Sache hätten die beiden Bad Reichenhaller Ortsteile noch gemeinsam: Jeder hat seine eigene Ruine, die neben einer Kirche steht. Die Burgruine in Karlstein sei touristenanziehend - die Hotelruine in Nonn „hässlich und touristenabschreckend“.

Die „Alpenruine“ Fuchs im Nonner Unterland

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Die Auffahrt zur Hotelruine ist noch immer beschildert.  © ce
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Die Lage des Hotels Fuchs war dem damaligen Investor wohl 40 Millionen Euro wert.  © ce
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Jetzt blickt die Hotelruine mit leeren Fenstern auf die Alpenkurstadt hinab.  © ce
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Selbst aus der Ferne ist klar zu sehen: Hier thront eine Ruine.  © ce
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Auf der einen Seite des Hotels gibt es schon seit knapp zehn Jahren kein Dach mehr. Büsche und Bäume wachsen dafür gen Himmel.  © ce
Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
Der Zustand des Hotels scheint nicht mehr tragbar.  © ce
Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
„Herzlich willkommen im Alpenhotel Fuchs“ - Der Schriftzug ist noch immer gut lesbar.  © ce
Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
Einst blickten die Hotelgäste auf die Kurstadt hinab.  © ce
Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
Jetzt sollte man die Holzbalkone besser nicht mehr betreten.  © ce
Alpenhotel Fuchs Nonn Bad Reichenhall Bürgerversammlung Ruine
Die Natur holt sich das Hotel zurück.  © ce

Gefährdet die Hotelruine Fuchs die Anwohner?

Und womöglich auch lebensgefährlich. Die Dachziegel seien schon lange zu Boden gefallen. Büsche und Bäume würden aus dem offenen Dach des Hotels wachsen, zumindest auf der einen Seite. Auf der anderen Seite hingegen hat die Ruine teilweise noch ein Blechdach. Wenn der Wind kommt, dann scheppert es geradezu, das höre man vielleicht nicht ganz unten im Talkessel, im Nonner Unterland jedoch sehr wohl, so Schulz. Und irgendwann, wenn der Wind das Blech aus seiner Verankerung reiße, dann „rasiert es uns den Kopf ab“. Schulz wendet sich deswegen an den Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung (CSU): „Schaut nicht so lange zu, bis die Hotelruine Fuchs Denkmalschutz bekommt.“

Stadt Bad Reichenhall machtlos gegen Hotelruine

Auch die Stadt Bad Reichenhall hat sich schon mit der Ruine beschäftigt. Doch die Rechtslage ist klar, erklärt der Oberbürgermeister. Man könne als Stadt nur tätig werden, wenn eine Gefährdung für andere bestünde. Lung bezieht sich auf das Blechdach: „Das überprüfen wir noch einmal.“ Gegen die Ruine an sich ist die Stadt jedoch derzeit machtlos. Es gebe auch keine Aktivitäten, etwa einen Antrag zu einem Hotelneubau, erklärt Lung. Eins sei jedoch klar: Egal, was auf dem Gelände des Alpenhotel Fuchs gebaut wird, „das muss erst durch den Stadtrat durch“.

Entweder ein neues „Hotel oder gar nichts“

Stadtrat Martin Schoberth (CSU) wohnt unterhalb der Hotelruine „zwar nicht seit 78 aber seit 47 Jahren“ wie er im Gespräch mit BGLand24.de erzählt. Auch Schoberth bestätigt, dass derzeit kein Antrag zu einem Neubau vorliege. Und das Blechdach? Da sei erst ein Teil davon auf Wanderschaft gegangen und auf der Wiese gelandet. Er könne demnach Herrn Schulz zustimmen, was die Gefährdung betrifft. Doch die Ruine selbst - da „kann man ja keinen zum Bauen zwingen“. Renovieren sei nicht möglich, „auch wenn einige Stimmen fordern, anzubauen. Das geht nicht.“ Seit knapp zehn Jahren sei ein Teil des Daches offen. „Da regnet es rein.“ Die Räume hätten auch noch Holzböden. „Das Hotel ist am Ende.“

Da käme entweder ein neues „Hotel oder gar nichts“. Schoberth ist der Überzeugung, dass die Corona-Pandemie noch einmal alles verschlimmert hat und deswegen keiner bauer. Ein „Genickschlag“ für die Ruine. Es fehle derzeit „schlichtweg der Investitionsgeist“. Abreißen werde es auch niemand, wenn nicht gebaut wird, das bringe ja kein Geld. Und selbst wenn gebaut würde, „dann dauert das Jahre“.

Klar ist jedoch - laut Oberbürgermeister Lung und Stadtrat Schoberth: Wohnhäuser werden hier nicht gebaut. Denn baurechtlich sei es ein Außenbereich und solle kein Wohngebiet werden.

ce

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