Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall

Von Schülerinnen und Schülern zu Kolleginnen und Kollegen

Absolventen der Berufsfachschule für Pflege in Bad Reichenhall
+
Vorne von links: Eberhart Lehnart, Fini Löffelmann, Lena-Sofie Wimmer, Manuela Püttner-Nann Hinten von links: Dr. Stefan Paech, Susanne Güll, Michael Koller

Bad Reichenhall - 15 Schülerinnen und Schüler erhielten ihre Examenszeugnisse der Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall. Coronabedingt konnte die Abschulssfeier leider nur in kleinem Kreis stattfinden.

Große Freude herrschte am Freitagabend bei der Abschlussfeier der Berufsfachschule für Pflege in Bad Reichenhall, die coronabedingt wegen den strengen Hygieneauflagen leider nur im kleinen Rahmen stattfinden konnte. 14 Schülerinnen und einem Schüler konnten die Examenszeugnisse für ihren erfolgreichen Abschluss zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in überreicht werden. Zwei Absolventinnen, Fini Löffelmann und Lena-Sofie Wimmer, erhielten für ihre außerordentlichen Leistungen den Staatspreis. Für sieben Teilnehmerinnen finden in den kommenden zwei Wochen noch Nachprüfungen statt. Besonders erfreulich ist, dass fast alle Schülerinnen und Schüler sich für eine Weiterbeschäftigung in den Kliniken Südostbayern beworben haben und vom Unternehmen sehr gerne übernommenv wurden. Das Duo Eva Kastner und Sabine Schmid unterstrichen mit Ihren ausgesuchten Musikbeiträgen an der Harfe und dem Hackbrett den festlichen Charakter der Feierstunde.


„Seien Sie Vorbilder“

Ein letztes Mal „mussten“ die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam im Klassenzimmer der Berufsfachschule an der Kurfürstenstraße sitzen und noch einmal zuhören. Und zwar der sichtlich stolzen Schulleiterin Manuela Püttner-Nann, die von Herzen den frisch gebackenen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen zu den drei Jahren erfolgreicher Ausbildung gratulierte. „Sie hatten nicht nur wegen Corona keinen leichten Weg während der Ausbildung“, so die Schulleitung. „So freut es mich, dass wir uns gemeinsam auf den Weg der Veränderungen gemacht haben. Bleiben Sie weiterhin Teil der Veränderung. Seien Sie Schülerinnen und Schülern Ansprechpartner in der Pflegeausbildung, nehmen Sie sich Zeit für die Auszubildenden, nehmen Sie sie an die Hand und arbeiten Sie fachlich korrekt als Vorbilder“, appellierte Manuela Pütter-Nann an die jungen Pflegekräfte.


Dem Pflegeberuf die nötige Wertschätzung entgegenbringen

Der stellvertretende Landrat Michael Koller übermittelte die Glückwünsche vom Landkreis und vom urlaubsbedingt verhinderten Landrat Bernhard Kern. „Es freut mich ganz besonders, dass Sie sich in diesen schwierigen Zeiten für den Dienst an den Kranken und Pflegebedürftigen, entschieden haben“, so Michael Koller. Gottseidank werde der Fokus immer mehr auf Pflegepersonal gerichtet. So wünschte er den jungen Menschen, dass ihr Pflegeberuf die nötige Achtung erfahren wird: „Deshalb muss auch ein Ruck durch die Gesellschaft gehen, dass diejenigen, die diesen Dienst leisten auch die Wertschätzung erfahren - im täglichen Leben, aber auch finanziell“.

Künftige Kolleginnen und Kollegen

„Drei intensive und fordernde Ausbildungsjahre mit einem breiten Curriculum von 2100 Theoriestunden und 2500 Praxisstunden liegen hinter Ihnen.“ begann Dr. Stefan Paech, medizinischer Direktor der Kliniken Südostbayern, seine Worte. „Die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen der letzten Monate im Rahmen der Corona-Pandemie haben Sie in der praktischen sowie theoretischen Ausbildung besonders gefordert“, so Dr. Paech weiter. Umso mehr freue man sich und sei stolz auf die hervorragenden Leistungen in Theorie und Praxis, wozu der Medizinische Direktor im Namen der gesamten Unternehmensleitung allen Absolventen herzlich gratulierte. Besonders freue man sich, dass sich fast alle Absolventen für die weitere Tätigkeit im Klinkverbund entschieden haben und sie somit als künftige Kolleginnen und Kollegen erhalten bleiben.

Dr. Paech betonte die Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung und versprach, dass die Kliniken hier weiter investieren werden, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen und zu begeistern. Nun gelte es für die frisch gebackenen Pflegekräfte, das erworbene Wissen anzuwenden. Dabei solle nicht nur die unmittelbare pflegerische Tätigkeit am Patienten im Fokus stehen, es seien auch Mitverantwortung im Team sowie gute Prozessqualität und Organisation zu übernehmen, gab Dr. Paech mit auf den Weg.

Gutes Rüstzeug für den Einsatz in der Pflege

„Ein gutes Rüstzeug für den praktischen Einsatz als examinierte Pflegekraft haben Sie während Ihrer Ausbildung bekommen“, sagte Pflegedirektorin Susanne Güll bei Ihrer Festrede. „Behalten Sie Ihren frischen Blick und stellen Sie weiterhin kritische Fragen im Team, damit kein Stillstand eintritt und alle davon profitieren“. Das gegenseitige Profitieren zeigte sich besonders, als im letzten Jahr in den Kliniken die digitale Patientenakte eingeführt wurde. Sie war selbst für viele berufserfahrende Mitarbeiter mit schlaflosen Nächten verbunden, erzählte Susanne Güll. „Sie als Digital Natives gehen unerschrocken und mit Tatendrang in diese neue Zeit. Sicher haben Sie dem einen oder anderen Kollegen extrem geholfen und gezeigt, wie Dokumentation ohne Stift und Papier klappt.“ Auch sei erwähnt, dass in den letzten Monaten der gewohnte Unterricht durch Homeschooling ersetzt werden musste und von den Schülern bestens gemeistert wurde, erinnert Susanne Güll. „Wir freuen uns, eine so große Zahl an frisch examinierten Kräften in Kürze bei uns begrüßen zu dürfen. Die Kliniken benötigen die ‚systemrelevante Berufsgruppe‘ der Pflegefachfrauen und -männer, so die neue Berufsbezeichnung nach dem geänderten Pflegeberufegesetz.“

Immer die Pflegeausbildung als Ziel im Blick

Eberhard Lehnart bedauerte als Klassenleiter der Abschlussklasse, dass in Coronazeiten leider nur eine kleine Zahl an Menschen hier zusammenkommen konnten. Einige Freunde und Angehörige verfolgten die Feierstunde von draußen durch die geöffneten Fenster. Der Klassenleiter hatte statt Grußworte, Worte des Dankes dabei. „Zuerst waren da die Patienten - von ihnen habe ich bei vielen Praxisbegleitungen authentisch vernommen: „Herzlichen Dank für die Pflege, die Zuwendung, die Gespräche, die Zeit und vielen Augenblicke mit Ihnen, obwohl der Arbeitsalltag oftmals nur wenig Raum dafür zuließ“, berichtete Eberhard Lehnart. Der Dank der Kolleginnen und Kollegen in den Abteilungen, der IT, den Stationen und auch der Führungsebene sei hiermit ebenso übermittelt. Dank kam auch vom Betriebsrat und den Dozenten. „Ihr habt in bemerkenswerter Weise alle Dozenten unvoreingenommen angenommen und konstruktiv an guter Unterrichtsgestaltung mit geholfen“ freute sich der Lehrer.

„Als Klasse habt ihr immer die Pflegeausbildung als Ziel im Blick behalten und seid dabei in jeder Situation fair und menschlich geblieben. Das zeichnet euch aus und dafür mein persönlicher Dank. Nehmt diese Auszeichnung mit in Euer Berufsleben“, gab Eberhard Lehnert als letzten Wunsch seiner Klasse mit auf den Weg.

Die beiden Klassensprecherinnen Fini Löffelmann und Dominique Murr verglichen in Ihren Abschlussworten die Hilfe, die sie in den drei Jahren bekommen hatten, bildlich mit der Händedesinfektion. „Denn egal wie fleißig wir waren - oder auch nicht - ohne Hilfe hätten wir es nicht geschafft“, so Fini Löffelmann. „Wir durften gemeinsam mit Ihnen - als unser Desinfektionsmittel - viele „Bakterien und Viren“ wie Lehrer- und Schulleitungswechsel, mitmachen und zum Schluss auch noch Corona bekämpfen. So wie wir heute hier sitzen, ist festzustellen - die Desinfektion wurde ausreichend durchgeführt.“

Wer bei den Massai in Ostafrika als Stammesmitglied anerkannt werden möchte, musste bis vor wenigen Jahren lediglich mit einem Speer bewaffnet alleine einen Löwen erledigen. „Da kommen wir im Vergleich dazu mit unseren Abschlussprüfungen und dem Stress relativ glimpflich davon,“ verglich Dominique Murr. Die beiden Klassensprecherinnen dankten im Namen aller Absolventen abschließend vor allem dem Lehrerteam, das es geschafft hatte, sie erfolgreich durch die drei Jahre und die Abschlussprüfung zu führen.

Pressemitteilung Kliniken Südostbayern AG

Kommentare