"Analog ist tot - die Zukunft ist digital"

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In München wird der Digitalfunk bereits großflächig getestet.

Piding - Der Freistaat Bayern führt zurzeit flächendeckend den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ein. Ein Grund für die heimischen Einsatzorganisationen mal nachzufragen.

Was kosten uns die neuen Geräte? Wie sieht es mit dem Betrieb in Gebäuden aus? Was passiert beim Ausfall eines Senders? Alles Fragen, die Angehörige von Feuerwehr, BRK, THW, Malteser und der Polizei am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung direkt an die Projektbetreuer des Bayerischen Innenministeriums stellen konnten.

"Die Handfunkgeräte liegen preislich zwischen 350 und 400 Euro, die Geräte für die Fahrzeuge um die 500 Euro, mit Montage bis zu 1500 Euro", so die Antwort von Michael Löffel. "In Gebäuden haben wir große Probleme, wenn dort viel Stahl verbaut worden ist. Deshalb laufen entsprechende Tests in München. In normalen Einfamilienhäusern funktioniert der Digitalfunk aber einwandfrei", gab Peter Fabritz zu. "Wenn ein Sender ausfällt, springt der Nachbarsender ein", ergänzte Susanne Bredemeier.

Informierten über digitalfunk: Michael Löffel, Susanne Bredemeier und Peter Fabritz (v.l.)

Diese drei Vertreter der Projektgruppe Diginet informierten die Einsatzkräfte außerdem darüber, dass der Netzaufbau im Berchtesgadener Land bis Ende 2012 stehen soll. Dafür werden 23 Standorte für Funkmasten benötigt. "Für 16 haben wir bereits eine vorvertragliche Regelung, bei sechs hat die bautechnische Begehung schon stattgefunden", berichtet Bredemeier. In Laufen hat sich allerdings die erste Bürgerintiative gegen den Digitalfunk gerichtet, sie will den Funkmasten dort verhindern. Die Errichtung des Netzes hängt also von dem Willen der Bürger in den einzelnen Gemeinden ab.

"Wenn alles reibungslos läuft, fangen wir Mitte 2013 an zu funken", gibt sich Susanne Bredemeier zuversichtlich. "In Bayern sind bisher 34 Prozent des Netzes fertiggestellt." Das sei auch wichtig, um die Ausbildung der Einsatzkräfte in Bayern ideal gestalten zu können. Auch das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring sei an das Referenznetz angeschlossen. Dort könnten also so genannte Multiplikatoren ausgebildet werden, die dann vor Ort ihre Kameraden und Kollegen ausbilden könnten.

Interessiert informierten sich die heimischen Feuerwehrmänner über den Digitalfunk. Links: Kreisbrandrat Rudi Zeif.

"Die Alarmierung steckt noch in den Kinderschuhen", muss Löffel zugeben. "Sie soll per Kurznachricht erfolgen und bis zu 100 Teilnehmer in 15 Sekunden erreichen." Mittlerweile gibt es auch die ersten Endgeräte dafür. Die würden derzeit in München zusammen mit dem kompletten Betrieb auch in Gebäuden auf Herz und Nieren geprüft, so Löffel weiter.

"Unsere analoge Anlage geht dem Ende zu", zog Kreisbrandrat Rudi Zeif im BGLand24-Interview Bilanz. "Das Tetra-Digital-Netz ist das Funknetz schlechthin - abhörsicher und rauscharm." Und auch für die Gegner der Funkmasten hat der Feuerwehrmann klare Worte: "Wir vertrauen auf die Informationen von Diginet, dass Tetra weniger strahlt als beispielsweise Handys oder W-LAN-Anschlüsse."

Mehr informationen zum Digitalfunk gibt es hier.

Christine Zigon

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