Von "Allzweckwaffen" und "Leuchttürmen"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Geehrten und ihre "Vorgesetzten".

Bad Reichenhall - Für sie ist es alltäglich, für andere ist ihr Einsatz "beispielgebend" und Grund genug, sie dafür zu ehren. So auch für Landrat Georg Grabner.

Insgesamt sechs Bürger konnte Grabner am Mittwochnachmittag im Landratsamt begrüßen. Sie alle wurden für ihr ehrenamtliches Engagement in den verschiedensten Bereichen geehrt.

"Ich freu mich immer, wenn ich verdiente Persönlichkeiten aus dem Landkreis ehren darf", freute sich der Landrat zu Beginn der Ehrung. Hinter ihm standen auf einem Tischchen sechs weiß-blaue Bierkrüge, eine Dreingabe zu den Urkunden und Ehrenzeichen. Natürlich hatten auch die "zuständigen" Bürgermeister und "Vorgesetzten" ein kleines Präsent für "ihre" Geehrten dabei.

Hans Eschelberger aus Ainring, Josef Flatscher aus Freilassing, Hans Feil aus LaufenFranz Halmich aus Marktschellenberg und Franz Schießl aus Teisendorf, sowie Michael Vogel vom Nationalpark Berchtesgaden und Rupert Loidl vom Vermessungsamt Freilassing. Doch sie waren am Mittwoch nicht die Hauptpersonen.

Das waren Alois Niederauer aus Ainring, Heinz Loewe aus Bischofswiesen, Peter Morawietz aus Laufen, Christian Meiringer aus Marktschellenberg, Ferdinand Lindner aus Teisendorf und Alois Öllerer aus Freilassing.

Ferdinand Linder (r.) freut sich über die Ehrenurkunde aus den Händen von Landrat Georg Grabner.

Die beiden letztgenannten sind seit 25 beziehungsweise seit 40 Jahren als Feldgeschworene tätig. Ein Begriff, den man zuerst wohl bei der Bundeswehr vermuten würde, doch weit gefehlt: Feldgeschworene wirken in Bayern bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit. Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und entfernen Grenzzeichen. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet arbeiten sie eng mit Vermessungsbeamten zusammen.

40 Jahre als Feldgeschworener: die Ehrung hatte Alois Öllerer (l.) mehr als verdient.

Diese Aufgabe erfüllen die Herren Lindner und Öllerer ehrenamtlich. "Sie kennen die Örtlichkeiten und die Leute", sei einer der großen Vorteile der Feldgeschworenen, sind sich Georg Grabner und der neue Vermessungsamtsleiter Rupert Loidl sicher. Nicht nur dafür haben sie am Mittwoch eine Ehrenurkunde erhalten.

Ebenfalls eine Urkunde gab es für Christian Meiringer. Genauer gesagt eine kommunale Dankurkunde für langjähriges kommunales Engagement. Als Mitglied des Marktschellenberger Marktgemeinderates hat Meiringer in 18 Jahre so einige maßgebliche Entscheidungen mitgeprägt, wie die Anschaffung einiger Fahrzeuge und Geräte für die Feuerwehr, die Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses, die Erschließung des Gewerbegebietes Almbachklamm und und und...

Eine ähnlich lange, wenn nicht längere Liste würde wohl Peter Morawietz zusammenbekommen, wenn er alles aufzählen würde, was er in 32 Jahren Stadtrat in Laufen schon so alles mitbewirkt und erlebt hat. Und nicht nur da, betont Bürgermeister Hans Feil. Unter anderem hat Morawietz auch bei der Wiederherstellung des Kreuzgangs der Stiftskirche maßgeblich mitgewirkt und ist seit Jahren im Veteranenverein engagiert. Für all seinen Einsatz hat er am Mittwoch die kommunale Verdienstmedaille in Bronze erhalten.

Die wohl höchste Auszeichnung des Tages ging an Alois Niederauer und Heinz Loewe. Der Landrat durfte den beiden Herren das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für langjähriges ehrenamtliches Engagement überreichen.

Heinz Loewe könnte man durchaus als Urgestein des Nationalparks bezeichnen. Im Herbst 1989 leitete der damals 68-Jährige seine erste Botanikführung im Klausbachtal. Dazu kamen im Laufe der Jahre noch die geologischen Wanderungen, die Führungen am Soleleitungsweg und die Führung "St. Bartholomä einmal anders". Heute noch bekommt Nationalparkleiter Michael Vogel anrufe, ob es denn die Führung in Bartholomä nicht mehr gebe. Doch, die Führung gibt es noch, aber ohne Heinz Loewe. Der hat sich 2009 "entschuldigt", dass er die Führungen körperlich nicht mehr schaffe. Mit 88 Jahren durchaus erlaubt.

Die Anzahl Jahre hat Alois Niederauer mittlerweile auch schon auf dem Buckel. Er hat sich bis Ende 2007 als ehrenamtlicher Naturschutzwächter engagiert. "Jetzt hätte ich fast gesagt, eine 'Allzweckwaffe'", lacht Grabner, als er die "Laudatio" auf Niederauer hält. Es gab wohl kein biologisches Projekt im nördlichen Landkreis, an dem der Ainringer nicht beteiligt war. Bis heute liegt im die "Jagd als angewandter Naturschutz" sehr am Herzen. Und Alois Niederauer war sich auch nie zu Schade, einmal den Müll wegzuräumen, der unerlaubterweise in geschützten Gebieten gelandet ist. Niederauer ist somit einer der "Leuchttürme" im Landkreis, der mit seinem Engagement "beispielgebend" ist. Eine Tatsache, die der Landrat ausdrücklich betonte und damit den gemütlichen Teil der Ehrung einläutete.

Christine Zigon

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser