Ein ALDI für Bischofswiesen

+
Die Bauruinen der Tennishallen könnten noch in diesem Jahr verschwinden.

Bischofswiesen – Einstimmig hat der Bischofswieser Gemeinderat für die Ansiedlung eines Aldimarktes neben dem Panorama Park grünes Licht gegeben.

Neben dem Discounter sollen noch zwei weitere Fachmärkte auf dem Areal untergebracht und die leerstehende Tennishalle dafür abgerissen werden. Ein entsprechender Flächennutzungsplan sowie die Änderung des geltenden Bebauungsplans wurde vom Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag auf den Weg gebracht.

Als Vertreter der Investoren, der ProConcept GmbH bei Memmingen, informierte Rolf Seidl die Gemeinderäte über das geplante Vorhaben. Dort wo jetzt noch die alte Tennishalle steht, sollen auf einem rund 12.000 Quadratmeter großen Areal eine Aldi-Filiale sowie zwei weitere Fachmärkte angesiedelt werden. Eine konkrete Gebäudeplanung liege noch nicht vor, da noch nicht alle Details zur möglichen Größe der Verkaufsflächen mit der Regierung von Oberbayern geklärt seien, so Seidl. Voraussichtlich werde die Verkaufsfläche des Discounters aber um die 1100 Quadratmeter betragen. Es seien circa 120 zusätzliche Parkplätze vorgesehen, die Zufahrt zum neuen Einkaufszentrum soll nordöstlich des Panorama-Parkes, über das Grundstück der Edeka, erfolgen. Entsprechende Wegweiser werden den Verkehr regeln. Als Eigentümer des Panorama Parkes würde die Edeka Chiemgau Immobilien GmbH eine Aldi-Niederlassung auf ihrem Nachbargrundstück begrüßen, konnte Rolf Seidl außerdem vermelden. Welche zwei weiteren Geschäfte im Zentrum angesiedelt werden sollen, wollte er vorerst nicht bekannt geben und sagte nur so viel: „Es wird nichts sein, was der Edeka weh tut.“

Glücksfall für Bischofswiesen

Durch die Bank zeigten sich die Gemeinderäte von dem Projekt erfreut. „Wir stehen dem sehr wohlwollend gegenüber und begrüßen die Synergien, die sich zwischen Lebensmittelmarkt und Discounter ergeben“, sagte SPD-Sprecher Hans Metzenleitner im Namen seiner Fraktion. „Alles was dem Betrieb des Panorama-Parks dient, ist in unserem Sinne.“ Die Tatsache, dass das Vorhaben nicht auf einer unberührten grünen Wiese, sondern auf bereist überbautem Gebiet entstehen soll, hob Metzenleitner als besonders positiv hervor und „der ein oder andere Euro an Gewerbesteuer ist auch willkommen“. Allerdings dürfe in den dazukommenden Fachmärkten kein innenstadtrelevantes Sortiment angeboten werden, schränkte Metzenleitner ein. Als Idealfall für die Gemeinde begrüßte der zweite Bürgermeister Bernhard Heitauer (CSU) das Projekt. „Wir haben so viele leerstehende Gebäude in Bischofswiesen und die Tennishalle ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Wir brauchen nicht noch mehr Bauruinen am Ortsein- und –ausgang.“ Wenn er auch persönlich finde, es gäbe genug Geschäfte im Landkreis, bezeichnete Thomas Resch (FWG) die Neuansiedlung ebenfalls als Glücksfall für Bischofswiesen. Ob durch die Nutzungsumwandlung des Gebietes nicht Konflikte mit den Hotelbetreibern hinter den jetzigen Tennishallen und den angrenzenden Landwirten vorprogrammiert seien, gab Paul Grafwallner (UBB) zu bedenken. Bürgermeister Toni Altkofer sah diesbezüglich keine Probleme, zumal die Nachbarn ja im Verfahren ihre Stellungnahme abgeben könnten.

Ohne Gegenstimme beschloss der Gemeinderat also die Änderung des Flächennutzungsplanes von einem Sondergebiet „Tennis“ in ein Sondergebiet „Einkaufszentrum“ und stellte einen entsprechenden Bebauungsplan zur Umwandlung auf. Das weitere Procedere erklärte Gemeindegeschäftsführer Rupert Walch auf Nachfrage so: In den nächsten zwei Wochen sollen noch Gespräche mit dem Landratsamt Berchtesgadener Land über die Zufahrt und mit der Regierung über die Verkaufsflächen geführt werden. Er geht davon aus, dass der Investor dann rasch seinen Bebauungsplanentwurf im Gemeinderat vorlegen wird. Und wenn nichts unvorhergesehenes passiert, könnte schon im Herbst mit dem Bauvorhaben begonnen werden, schätzt Walch.

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser