"Es hat was von nem guten Zweck"

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Bad Reichenhall - Fünf Tage lang werkeln Andrea, Martin, Roland und ihre fünf Mitstreiter im Lattengebirge bei Bad Reichenhall. Sie nehmen an der DAV-Aktion Schutzwald teil.

Andrea aus Miesbach wollte sich die Aktion mal "anschauen". "Für mich hat es was von einem gutem Zweck, wir pflanzen Zirben und Lärchen." Die Geologie-Studentin nimmt das erste Mal an der Aktion Schutzwald teil. Wie die anderen Freiwilligen hat sie sich dafür Urlaub genommen.

"Es handelt sich um eine Aktion des Deutschen Alpenvereins und des Forstbetrieb Berchtesgaden", erklärt Revierleiter Hubert Grassl. "Der DAV schreibt die Aktion aus und Freiwillige aus ganz Deutschland melden sich zur Schutzwaldsanierung." In diesem Jahr dürfen die Teilnehmer am Lattenberg oberhalb der Moosen Alm Topfplanzen einsetzen und Steige erneuern. Dort haben die Stürme Kyrill 2007 und Emma 2008 rund 80 Hektar Schutzwald zerstört.

Martin Kessel aus München ist das zweite Mal im Berchtesgadener Land dabei. Er liebt die Berge, das Draußensein. Deshalb nimmt er sich die Zeit, "etwas nützliches zu tun." Außerdem hat er ein schlechtes Gewissen: "Ich bin Snowboarder und wenn man sich die Skigebiete anschaut, kommt einem das Grauen. Da ist das ein Ausgleich."

Der Ausgleich sind in diesem Jahr rund 1500 Topfpflanzen, die in die Erde verfrachtet werden müssen. "Insgesamt hatten wir in diesem Jahr 50.000 Pflanzen, die eingesetzt werden müssen", erzählt Grassl. "Rund 3000 sind noch da."

Aktion Schutzwald im Lattengebirge

Einen Teil davon hat Roland Beyer eingesetzt. Der 71-Jährige aus Baden-Württemberg hat bereits an vier bis sechs Aktionen des DAV teilgenommen. Er mag die Arbeit in der freien Natur mit einer hervorragend zusammenspielende Gruppe. Natürlich habe seine Motivation auch einen sachlichen Hintergrund, plaudert der Rentner: "Wir wollen die Natur nicht nur erhalten, sondern in einem besseren Zustand an die nächste Generation weitergeben."

Eine Idee, die auch der DAV zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten verfolgt. "Wir wollen die Schutzwald-Problematik transportieren", bringt es der Revierleiter auf den Punkt. Er hält die Aktion für das perfekte Forum: "Die Leute legen praktisch Hand an und versuchen das Problem in den Griff zu bekommen." Außerdem würden die Teilnehmer die Aktion hinaustragen und Freunden, Bekannten und Verwandten die Problematik deutlich machen.

Deshalb kann Hubert Grassl nach zwölf Jahren "Aktion Schutzwald" eine positive Bilanz ziehen: "Wir erhalten gute Feedbacks, gute Rückmeldungen von den Teilnehmern. Manche kommen schon viele Jahre hier her und fragen unterm Jahr nach, wie die Pfanzungen geklappt haben." Die Leute würden sich mit der Arbeit identifizieren. Das bedeute für Grassl aktive Umweltarbeit.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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