Ärztestreik ist beendet

Berchtesgadener Land/Traunstein - Aufatmen bei der Kliniken Südostbayern AG und den Patienten. Ab sofort läuft der Betrieb an den Krankenhäusern Traunstein, Trostberg und Bad Reichenhall wieder normal.

"Der mehrmonatige Tarifkonflikt an den kommunalen Krankenhäusern ist beigelegt. Die Verhandlungskommissionen des Marburger Bundes (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) einigten sich am Mittwochmorgen in Offenbach auf einen Tarifkompromiss. Der Marburger Bund entschied darauf hin, die Arbeitskampfmaßnahmen an den kommunalen Kliniken so schnell wie möglich auszusetzen, spätestens bis heute (9. Juni) 24 Uhr", heißt es auf der Homepage des Marburger Bundes am Mittwochvormittag.

"Nach einem 23-stündigen Verhandlungsmarathon einigten sich die Tarifparteien auf Eckpunkte einer Tarifeinigung. Danach erhalten die 55.000 Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Kliniken rückwirkend zum 1. Mai 2010 zwei Prozent mehr Gehalt und eine deutlich bessere Vergütung der Bereitschaftsdienste. Der neue Vertrag ist frühestens kündbar zum 31. August 2011. Zusätzlich zu der linearen Gehaltserhöhung vereinbarten die Tarifparteien eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro."

Natürlich müssten dieser Vereinbarung die Tarifgremien der Verhandlungspartner noch zustimmen, aber in Bad Reichenhall ist man erleichtert: "Wir streiken nicht mehr", verkündete (Noch-)Streikleiter Stefan Pahler freudig. "Ab sofort sollte der Betrieb in unserer Klink wieder normal laufen."

Das wird vor allem die Patienten freuen. Die seit drei Wochen verschobenen Operationen können endlich nachgeholt werden. Und deshalb hofft Vorstand Stefan Nowack auch, dass der Schaden doch noch etwas begrenzt werden kann. "Wir müssen warten, wie viele Patienten uns doch erhalten geblieben sind, dann wissen wir, wie hoch der Schaden wirklich ist", sagte er gegenüber bgland24. "Intern rechnen wir mit einem Verlust von 350.000 bis 500.000 Euro für die Aktiengesellschaft pro Streikwoche." Der Schaden gehe also deutlich in den sechsstelligen, wenn nicht siebenstelligen Bereich.

Kein Wunder, dass Nowack erleichtert ist, dass der Streik vorbei ist. "Allerdings müssen wir ja jetzt auch die Lohnerhöhung finanzieren."

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © dpa

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