Kletterer stürzt in der Sternschnuppe ab

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Schneizlreuth/Oberjettenberg - Ein 25-jähriger Kletterer ist am Feuerhörndl zehn bis zwölf Meter tief in sein Seil gestürzt und mit mittelschweren Verletzungen davongekommen.

Ein 25-jähriger Kletterer aus Niederbayern ist am Samstagmittag am Feuerhörndl in den Nordwestwänden der Reiter Alpe zehn bis zwölf Meter tief in sein Seil gestürzt und nach erster Einschätzung des Roten Kreuzes mit mittelschweren Verletzungen davongekommen. Einsatzkräfte der Reichenhaller Bergwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ mussten den Mann und seine Seilpartnerin mit dem 50 Meter langen Rettungstau im so genannten Kaper-Verfahren aus der steilen Felswand retten und ins Tal fliegen.

Der Niederbayer war in der sechsten Seillänge der Kletterroute „Sternschnuppe“ im Vorstieg, als ihm plötzlich ein Griff ausbrach. Der Verbundankerhaken hielt der Belastung stand, als er zehn bis zwölf Meter tief in sein Seil stürzte und sich an der Hüfte und am Sprunggelenk verletzte. Seine 32-jährige Kletterpartnerin sicherte ihn am fünften Standplatz und setzte bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, die gegen 12.50 Uhr die Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ alarmierte.

Aufgrund der guten Ortsangaben der Kletterpartnerin, die über Handy Kontakt zur Leitstelle hatte und den Piloten einweisen konnte, fand die Hubschrauber-Besatzung die Unfallstelle bereits beim ersten Überflug und montierte dann auf dem Landeplatz der Wehrtechnischen Dienststelle in Oberjettenberg ein 50 Meter langes Rettungstau, mit dem ein Bergwachtmann in die steile Felswand geflogen wurde. „Die Rettung erfolgte dann im so genannten Kaper-Verfahren, bei dem unser Luftretter den Verunfallten zu sich ans Tau sichert; danach wird die Selbstsicherung durch Abheben entlastet und mit einer Kaperschere durchtrennt“, erklärt Bergwacht-Einsatzleiter Marcus Goebel. Windböen, das teilweise überhängende Gelände und die Steinschlaggefahr durch zwei weitere Seilschaften, die trotz der laufenden Rettungsaktion über die Unfallstelle hinaus weiterkletterten, erschwerten den Einsatz.

Während Notarzt und Bergwacht den 25-Jährigen am Tallandeplatz medizinisch versorgten, wurde im selben Verfahren noch die Kletterpartnerin des Verunfallten abgeholt und nach Oberjettenberg geflogen. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes brachte den Verletzten zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Für den Rückflug nach Traunstein musste der Hubschrauber noch mit dem Kerosinanhänger der Bergwacht Berchtesgaden aufgetankt werden. „Die Zusammenarbeit mit der Besatzung von „Christoph 14“ war hervorragend“, lobt Goebel. Die Reichenhaller Bergwacht fuhr dann per Geländewagen mit der Kletterpartnerin über die Forststraße bis zum Schrecksteig und begleitete die Frau bis zur Neuen Traunsteiner Hütte, um ihre am Berg verbliebene Ausrüstung abzuholen. Neun Einsatzkräfte der Bergwacht waren teilweise den ganzen Nachmittag lang gefordert.

Pressemeldung BRK BGL

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser