A8-Ausbau: Anger will effektiven Lärmschutz

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Lärmentlastung! Das ist es, was sich die Angerer Bürger von der neuen Autobahn erhoffen.

Anger - Wie soll die Autobahn A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze ausgebaut werden? Die Autobahndirektion Südbayern hat jetzt die Möglichkeiten für Anger vorgestellt.

"Es gibt fünf mögliche Varianten des Ausbaus im Gemeindebereich Anger", stellte Wolfgang Wüst von der Autobahndirektion zu Beginn der Informationsveranstaltung vor. Der Saal im Neuwirt in Aufham war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle Anwesenden warteten gespannt darauf, wie diese Varianten aussehen würden.

  • Es gibt die Möglichkeit des bestandsorientierten Ausbaus. Das bedeutet, dass die bestehende Autobahn, die derzeit 17 Meter Kronenbreite hat, auf 36 Meter Kronenbreite ausgebaut würde. Am Ende wäre also die heutige Autobahn eine Fahrbahnrichtung mit drei Fahrstreifen und einem Standstreifen. Das Gleiche würde noch einmal daneben gebaut. Gleichzeitig sollen Lärmschutzwände und -wälle für die nötige Entlastung der Angerer Bürger sorgen. Die Wände bzw. Wälle können aber eine Höhe von bis zu sieben Metern über der Fahrbahn haben.
  • Wenn der bestandsorientierte Ausbau mit einer geschlossenen Troglage bei Aufham kommt, dann würden die Lärmschutzwände entsprechend weniger. Dafür würde ein 400 Meter langer Bereich bei Aufham etwa elf Meter tiefer verlagert und ein Deckel daraufgesetzt.
  • Diese Variante kann durch eine geschlossene Troglage bei Anger erweitert werden. Das ist dann Variante Nummer drei mit zusätzlich einer eingehausten Strecke von 1100 Metern, in der die Fahrbahn fünf bis sechs Meter tiefer verlagert werden würde.
  • Variante vier wäre eine Kompletteinhausung der Autobahn im Gemeindebereich Anger. Dann würden 6,3 Kilometer in einer Art Tunnel verschwinden.
  • Und beim Stichwort Tunnel kommt dann auch Variante fünf - der Högl-Basis-Tunnel. Bei Teisendorf würde die Autobahn in den Högl geleitet und bei Piding wieder herauskommen. Für Anger würde das eine total Entlastung von Lärm und Feinstaub mit sich bringen. Die Mehrheit der Bürger favorisiert den bis zu 8,5 Kilometer langen Tunnel.
In einem Högl-Tunnel sehen die Angerer Bürger die optimalste Möglichkeit der Lärmentlastung.

Da kommen allerdings die Kosten ins Spiel. Die Volleinhausung im Gemeindebreich Anger würde bereits 370 Millionen Euro kosten. "Der Högl-Basis-Tunnel kostet das dreifache von einem bestandsorientierten Ausbau", erklärte Paul Lichtenwald, der Präsident der Autobahndirektion. Trotzdem habe sich der Planungsdialog dazu entschlossen, auch diese Variante weiter prüfen zu lassen. Die Autobahndirektion halte diese Variante aber für finanziell nicht umsetzbar.

Das rief den Ärger der Angerer hervor. Sie fühlten sich nicht verstanden. Immerhin wollen sie "eine merkliche Entlastung vom Autobahn-Lärm - am besten ohne hohe Lärmschutzwände und -wälle." Franz-Xaver Winklhofer brachte es auf den Punkt: "Ein Högl-Tunnel steigert den Wert von Anger deutlich und es geht hier doch um eine nachhaltige Lösung! Wenn die Autobahn aus Anger verschwindet, wird die Gemeinde wieder als Wohn- und Urlaubsort interessant." Dem wollte Lichtenwald nicht widersprechen, aber "zwischen dem Högl-Basis-Tunnel und einem bestandsorientierten Ausbau liegen viele Möglichkeiten, die auch zukunftsorientiert sind."

Dem verschlossen sich die Angerer nicht, doch dafür gab es Fragen nach bestimmten Ausbauvarianten. So sehen sich die Bewohner von Pfingstl absolut im Nachteil, wenn die Bereiche Anger und Aufham jeweils in einer geschlossenen Troglage verschwinden. Dann würden sie die Autobahnausfahrt bekommen und den ganzen Lärm. Dem Vorwurf, dass ihm das egal sei, verwehrte sich Bürgermeister Silvester Enzinger: "Wir müssen abwarten, welche Variante letztendlich gebaut wird. Dann können wir die bestmögliche Entlastung von Lärm und Feinstaub für den jeweils betroffenen Ortsteil erreichen. Denn letztendlich kann der Planungsdialog nur Empfehlungen geben, die Entscheidung trifft der Bundesverkehrsminister."

Und der habe auch nur begrenzte Finanzmittel zur Verfügung, fügte der Präsident der Autobahndirektion hinzu. Trotzdem würden alle fünf Varianten weiter verfolgt, bis letztendlich eine Entscheidung für eine getroffen würde. Das könne aber noch Jahre dauern.

red-bgl24/cz

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