„Von der Heimat im Gebirge in die Hitze der Wüste“

200 Reichenhaller Jager verabschieden sich in den Einsatz nach Mali

hintereinander marschierende Soldaten der Bundeswehr
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Für ein halbes Jahr werden die Soldaten in den Einsatz marschieren.

Bad Reichenhall - Für ein halbes Jahr verabschieden sich 200 Soldaten der Reichenhaller Jager in einen Einsatz der Bundeswehr nach Mali. Zuvor steht ihnen aber noch eine zweiwöchige Quarantäne bevor.

Die Meldung im Wortlaut


Die Reichenhaller Jager haben mit einem feierlichen Appell in der Hochstaufenkaserne rund 200 ihrer Soldaten in den Auslandseinsatz nach Mali verabschiedet. Ab September werden die Kameraden der 4. Kompanie und des deutschen Anteils des Stabes für MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) vom Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall für ein halbes Jahr im Einsatz sein.

Für ihre Verabschiedung waren die Einsatzsoldaten bereits in ihren Wüsten-Feldanzügen auf dem Exerzierplatz der Hochstaufenkaserne angetreten. Normalerweise hätte der Appell zu diesem Anlass im Herzen der Garnisonsstadt, dem Innenhof der Alten Saline in Bad Reichenhall stattgefunden. Zum Bedauern aller Beteiligten war dies durch die derzeitigen Corona-Auflagen jedoch nicht möglich.


Deshalb wurden die Einsatzsoldaten nur im kleinen Kreis und ohne das Beisein von Familie, Freunden und der Öffentlichkeit verabschiedet. Auch der gleichzeitig geplante Familientag musste ausfallen. Da der Appell im Bataillonsrahmen der erste seit Beginn der Corona-Auflagen war, hielten die Soldaten zum Gedenken an ihren im Mai auf dem Berg verunglückten Kameraden für eine Schweigeminute inne.

„Von der Heimat im Gebirge in die Hitze der Wüste“

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Dennis Jahn, betonte in seiner Rede die bevorstehenden Herausforderungen und Gefahren für die Soldaten im Einsatz. Obwohl der Einsatz in Mali keinen unmittelbaren Kampfauftrag beinhaltet, wisse er, dass seine Soldaten für alle Szenarien bestens vorbereitet sind und dies bereits in der Einsatzvorbereitung „von der Heimat im Gebirge über die Steppe der Letzlinger Heide“ bewiesen haben. Denn neben der Sicherung des Camp Castor in Gao, nehmen die Gebirgsjäger im Rahmen der Aufklärungsoperationen vorwiegend Schutz- und Sicherungsaufgaben für die Kameraden des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen wahr.

Durch ihre „Disziplin, Kameradschaft, Präzision und außergewöhnliche Belastbarkeit“ versicherte der Kommandeur, dass er sich auf seine Soldaten verlassen könne und schätze ihre bereits geleisteten Entbehrungen. Neben den Militärseelsorgern Dr. Claudia Konoppa und Jörg Plümper, der die Soldaten im Einsatz begleitet, waren auch die Bürgermeister der Stadt Bad Reichenhall, Dr. Christoph Lung, sowie Armin Wierer von der Patengemeinde der 4. Kompanie aus Bayerisch Gmain zu Gast. Nach ihren Grußworten übergaben beide jeweils ein Ortsschild als symbolisches Andenken und Zeichen der Verbundenheit an die Einsatzsoldaten, die sie mit nach Mali nehmen und dort aufstellen werden. Zusätzlich überreichte der Bataillonskommandeur den Kompaniewimpel für die 4. Kompanie an Major Patrick Poser.

Vor dem endgültigen Abflug nach Mali, müssen sich die Einsatzsoldaten allerdings nochmals einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen, um eine Infektion mit COVID-19 ausschließen zu können. Oberstleutnant Dennis Jahn freut sich bereits alle Soldaten gesund und munter bei der Rückkehr begrüßen zu können, dann aber „hoffentlich wieder in der Alten Saline“.

Pressemitteilung der Bundeswehr, Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ /Kevin Greenhalgh

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