Als Zeuge vorgeladen – in U-Haft gegangen

Freilassing - Ein irakischer Staatsangehöriger sollte als Zeuge in einem Schleusungsfall aussagen, musste aber wie sein Schleuser die Untersuchungshaft antreten.

Fahnder der Bundespolizei hatten bereits am Dienstag einen Mazedonier auf der A 8 bei Piding festgenommen. Er beförderte in seinem Wagen mit italienischer Zulassung fünf Iraker, die sich den Beamten gegenüber nicht ausweisen konnten. Die Freilassinger Bundespolizisten zeigten den 40-jährigen Fahrzeugführer wegen der Einschleusung von Ausländern an und führten ihn in Laufen beim Amtsgericht vor. Einer seiner „Fahrgäste“ sollte mit einer Zeugenaussage Licht ins Dunkel der Schleusungsfahrt Richtung München bringen. Doch anstelle die Hintergründe aufzuhellen, hielt sich der Zeuge mit schlüssigen Ausführungen offenbar zurück. Angeblich haben er und seine vier Begleiter den mazedonischen Fahrer „rein zufällig“ getroffen und ebenso „rein zufällig“ sei dann die Fahrt nach Deutschland zustande gekommen.

Derlei Zufälligkeiten waren für den Richter Grund genug, die Untersuchungshaft anzuordnen. Der Iraker ist seither nicht mehr nur Zeuge, sondern auch noch Beschuldigter. Ihm wird eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Zusammen mit dem mutmaßlichen Schleuser wurde er ins Reichenhaller Gefängnis eingeliefert. Zwei seiner illegal eingereisten Landsleute mussten das Land inzwischen wieder in Richtung Österreich verlassen. Die anderen beiden konnten an eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weitergeleitet werden. Die Ermittlungen dauern an.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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