Spritztour endet in Handschellen

Weißbach/Marzoll - Nach dem Zahnarzt eine kurze Spritztour über das deutsche Eck: So hatten sich das zwei Italiener vorgestellt. Ihre Rechnung machten sie aber ohne die Polizei.

Das hätte sich ein italienisches Brüderpaar auch anders vorgestellt: Eigentlich wollten sie für einen geplanten Zahnarztbesuch in Groß Gmain lediglich einen kurzen Abstecher über Deutschland machen, als sie auf der Bundesstraße 21 auf Höhe Weißbach-Marzoll von einer Streife der Schleierfahnder gestoppt wurden. Nachdem der Fahrer, ein 45-jähriger Sarde, kein gültiges Identitätsdokument mitführte, bot er als Ausweisersatz einen gefälschten rumänischen Führerschein an. Die erfahrenen Beamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein erkannten nicht nur das Falsifikat, sondern eröffneten dem völlig ahnungslosen Mann auch noch einen Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung. Nach Anzeigenaufnahme und Hinterlegung einer Sicherheitsleistung wegen Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sowie Zahlung der geforderten Geldstrafe von rund 2.000 Euro, konnte der Südeuropäer die Dienststelle in Urwies wieder verlassen.

Am frühen Freitagmorgen zog eine Fahndungsstreife einen mit zwei Personen besetzten österreichischen Fiat Punto auf Höhe der Einmündung ins Leopoldstal aus dem Verkehr. Da der in Salzburg wohnhafte Italiener bei der Routineüberprüfung einen rumänischen Führerschein vorlegte, war das Interesse der Fahndungsprofis auch schon geweckt. Schnell war klar, dass die Fahrerlaubnis sich als eine Fälschung darstellte.

Parallel checkten sie das Brüderpaar im Polizeicomputer. Dabei stellte sich heraus, dass gegen den Älteren ein Vollstreckungshaftbefehl wegen Steuerhinterziehung der Staatsanwaltschaft Landshut vorlag. Diesbezügliche Recherchen ergaben, dass der Gesuchte mehrere Jahre zu unrecht Kindergeld bzw. entsprechende Freibeträge kassierte. Bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung im Jahr 2010 kam so eine mittlere vierstellige Schadensumme zusammen.

Die Begleichung der geforderten Geldbeträge wurde dann quasi als Familienangelegenheit erledigt. Bruder und Ehefrau brachten im Laufe des Vormittags das Geld sowie den noch benötigten originalen Personalausweis, des bei den Fahndern in Urwies Festgenommenen, vorbei.

Im Falle einer Verurteilung wegen des falschen Führerscheins muss der gelernte Koch erneut mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Pressemeldung, Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Polizei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser