Bad Reichenhall: 2009 ein unfallreiches Jahr

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Zwei 24 und 22 Jahre alte Frauen aus Saalfelden sind am frühen Sonntagmorgen (20.12.09) auf der B21 mit einem Audi gegen eine Felsmauer geprallt.

Bad Reichenhall - Die Unfallzahlen für den Bereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall sind im vergangenem Jahr leider wieder etwas gestiegen.

Zuletzt gab es vor zehn Jahren ähnlich hohe Unfallzahlen. Allerdings ist die Zahl der verletzten und getöteten Personen deutlich gesunken.

In Zahlen ergibt sich für 2009 folgendes Bild (in Klammern die Werte für 2008):

Insgesamt mussten 921 (892) Unfälle aufgenommen werden, bei denen sich 66 (72) Personen schwer- und 163 (206) Personen leicht verletzten. Drei (acht) Pkw-Lenker verstarben an den Unfallfolgen.

Die Hauptunfallursachen waren Fehler beim Rückwärtsfahren oder Wenden (195), fehlender Sicherheitsabstand (191), überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (132) und Vorfahrtsmissachtungen (119).

Bei den Unfallursachen ist anzumerken, dass die Geschwindigkeit zwar nur auf Rang drei lag, es aber hierbei mit zwei Toten und 72 Verletzten die gravierendsten Folgen gab.

Unfallverursacher waren 304 Pkw-, 49 Lkw- und 44 Radfahrer. Dagegen ist die Zahl der anderen Verkehrsteilnehmer, die einen Unfall verschuldeten, erstaunlich gering. Die Statistik führt nur 13 Motorrad-, Mofa- oder Rollerfahrer, vier Fußgänger und drei Busfahrer als Verursacher an. Besonders positiv fällt auf, dass die ganz jungen Pkw-Fahrer, die den Führerschein schon mit 17 Jahren gemacht haben („Begleitendes Fahren“), an den Unfällen mit Personen- oder schweren Sachschaden nicht ursächlich beteiligt waren. Allerdings trübt sich dann das Bild, wenn man die jungen Fahranfänger von 18 bis 25 Jahren ansieht. Sie sind überproportional oft an Unfällen beteiligt.

Im vergangenen Jahr gab es nur einen Schulwegunfall zu verzeichnen. Ein elfjähriger Schüler kam in Aufham mit seinem Rad zu Sturz, als sich die Schnur seines Turnbeutels im Vorderrad verfing. Er verletzte sich an der Schulter und am Kopf.

2009 wurden der Polizei 224 Fälle von „Unfallflucht“ gemeldet. 94-mal konnte der Verursacher ermittelt werden. Gerade bei geringen Schäden gibt es fast keine Spuren, die zum Täter führen, so dass hier die Polizei in erster Linie auf Zeugenhinweise angewiesen, um den Geschädigten zu seinem Recht zu verhelfen.

Bei den angezeigten 28 Wildunfällen gab es nur Blechschäden.

Erfreulicherweise ist auch die Zahl der Kraftfahrer gesunken, die unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursachten. Nach 36 Unfällen in 2008 waren es im abgelaufenen Jahr 24 Unfälle, bei denen die Polizisten bei einem Beteiligten Verdacht schöpften und eine Blutentnahme anordneten.

Der traurige "Spitzenreiter" war ein Radfahrer und hatte 3,34 Promille Alkohol im Blut. Bei allgemeinen Verkehrskontrollen wurden weitere 69 Trunkenheitsfahrten aufgedeckt und zur Anzeige gebracht. Darin sind auch Ordnungswidrigkeiten enthalten, die „nur“ mit 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und vier Punkten geahndet wird.

Der „Spitzenwert“ bei den Trunkenheitsfahrten war ebenfalls genau 3,34 Promille, mit dem eine 47-jährige Frau noch ihren Pkw steuerte. Bei 44 Verkehrsteilnehmern ging es glimpflicher ab, sie konnten davon abgehalten werden, betrunken mit dem Pkw loszufahren. Ihnen wurden die Fahrzeugschlüssel abgenommen, die sie erst wieder erhielten, wenn sie nüchtern waren. Bei hohen Alkoholwerten wird auch hierbei die Führerscheinbehörde unterrichtet.

Unfälle unter Drogeneinfluss wurden 2009 nicht festgestellt. Bei Verkehrskontrollen gab es jedoch bei 2 Autofahrern deutliche Anzeichen auf Drogeneinfluss und entsprechende Anzeigen.

Interessant ist auch die Verteilung der Unfälle auf die einzelnen Straßen.

Auf der B20 im Dienstbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall passierten im letzten Jahr 10,8 Unfälle pro Kilometer, auf der Staatsstraße 2101 waren es 6,5 und auf der B21 5,9 Unfälle. Auf den übrigen Staats- und Kreisstraßen sind es durchschnittlich nur zwei bis drei Unfälle pro Kilometer. Deshalb wird im auch im Jahr 2010 die B20 schwerpunktmäßig überwacht. Mit häufigen Geschwindigkeitskontrollen und allgemeinen Verkehrskontrollen sollen hier die Unfallzahlen gesenkt werden.

Unfälle in den fünf Gemeinden des Dienstbereiches

 Die wenigsten Unfälle, nämlich nur 52, ereigneten sich im letzten Jahr in der Gemeinde Anger. Allerdings gab es dabei einen Toten und 19 Verletzte zu beklagen. Der tödliche Unfall passierte innerorts auf der Hauptstraße in Aufham. Die Unfallursache war unter anderem Alkohol.

Im Gemeindebereich von Bayerisch Gmain ereigneten sich 55 Unfälle. Hier hat vor allem die Geschwindigkeitsbeschränkung am Hallthurmer Berg und die besonders intensive Überwachung der B20 zu diesem positivem Ergebnis beigetragen. Im letzten Jahr wurden elf Verkehrsteilnehmer verletzt.

In der Gemeinde Piding ereigneten sich 142 Unfälle, bei denen eine Person starb (Ursache auch hier Alkohol und Geschwindigkeit) und 38 verletzt wurden. Dies sind exakt so viele wie im Vorjahr. Allein auf die B20 entfielen fast die Hälfte der Unfälle, nämlich 70. Besonders unfallträchtig ist es auf der B20 beim Einmündungsbereich der Autobahnausfahrt Nord und der Einmündung der Staatsstraße 2103 nach Anger.

Leicht zugenommen haben die Unfallzahlen in der Gemeinde Schneizlreuth. Während es im Jahr 2008 nur 85 Unfälle zu verzeichnen gab, waren es im letzten Jahr 95 Unfälle mit 50 verletzten Personen. Verkehrstote waren nicht zu beklagen. Auffällige Unfallhäufungen gab es auf der B21 im Einmündungsbereich der B305 bei Schneizlreuth und bei der Saalachbrücke in Unterjettenberg.

Die meisten Unfälle wurden im Bereich der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall registriert. Wegen des starken Verkehrsaufkommens ist auch das Unfallgeschehen hier besonders hoch. Genau 577 Unfälle mit 142 Verletzten und drei Getöteten hatten die Polizeibeamten zu bearbeiten.

Bei 154 Unfällen versuchten die Verursacher unerkannt zu entkommen und begingen Unfallflucht. Es konnten immerhin 67 Fälle aufgeklärt und zur Anzeige gebracht werden. Auffällige

Unfallhäufungen gab es auf der Staatsstraße 2101 im Bereich des Antonibergs, wo viele Pkw-Lenker aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit von der Straße abkamen, sowie auf der Umgehungsstraße im Bereich der Aral-Tankstelle. Bei dem hohen Verkehrsaufkommen von teilweise mehr als 30.000 Kfz pro Tag, ist es hier besonders schwierig nach links abzubiegen oder auf die Umgehungsstraße einzubiegen. Oftmals staut sich der Verkehr und es passieren Auffahrunfälle.

Stark abgenommen hat dagegen das Unfallaufkommen an der Einmündung der Tumpenstraße (Kreisstraße 4) in die B21 bei Weißbach. Der errichtete Fahrbahnteiler hat sich offenbar bewährt und die Verkehrssicherheit erhöht.

Schauen Sie sich die Unfalltabelle der Polizeiinspeltion Bad Reichenhall an:

Unfälle 2009

Pressemeldung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

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